Bamberg jauchzt, denn Theaterintendant Rainer Lewandowski veröffentlichte nun endlich sein neues Buch “Lichte Stunden eines wahnsinnigen Musikers”, ein Werk, in dem er sich von drei Seiten an sein großes Idol E.T.A. Hoffmann annähert. Auch die Fachwelt ist begeistert, denn die Idee wirkt vielversprechend. Im fast 500seitigen Fragment, für das Lewandowski seit 1989 und seinem Beginn in Bamberg Zeit zum Schreiben hatte, zeigt das mehrfach ausgezeichnete Theatermultigenie aus Bamberg, dass er der einzig legitime Nachfolger Hoffmanns in Bamberg ist. Wer nun aber glaubt, dass Lewandowskis Karriere in Bamberg nun – wie einst Hoffmanns Laufbahn – bald endet und er nach Dresden geht, der irrt.
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Bisher wissen nur wenige Eingeweihte von eine literarischen Sensation, die kurz vor der offiziellen Bekanntgabe steht: vor einigen Monaten tauchte in dem Archiv der Stadt Bamberg ein Manuskript auf, das nach eingehenden Spezialuntersuchungen von Graphologen eindeutig E.T.A. Hoffmann zugeordnet werden konnte. Es handelt sich dabei um einen futuristschen Roman, den wahrscheinlich ersten seines Genres, der den Titel trägt: “Dunkle Jahre eines musisch Wahnsinnigen”.
Der Roman spielt aus der Sicht Hoffmanns in der Zukunft, nämlich um die zweite Jahrtausendwende, in einer kleinen Provinzstadt in Süddeutschland und schildert den unaufhaltsamen Niedergang der musischen Künste, der durch die Hauptfigur namens “Levy” eingeleitet wird. Es handelt sich dabei um einen wahnsinnig gewordenen Hohenpriester, der einer Götzenstatue, die ihm selbst ähnelt, Opfer darbringt und in deren Tempel jährliche Theater-Weihefestspiele abhält.
Die Magistraten der Stadt stehen im magischen Bann dieses Hohenpriesters und lassen ihm alle nur erdenkliche wirtschaftliche Unterstützung zukommen. Dadurch wird die Stadt immer weiter in den finanziellen und kulturellen Ruin getrieben. Am Ende gibt es nur noch Levys im fortschreitenden Wahnsinn, zwischen den Ruinen der Stadt abgehaltenen Weihespiele.
Der Roman wird heute schon als das wahrscheinlich düsterste Werk E.T.A. Hoffmanns eingestuft, das wahrscheinlich zu seiner Zeit aus diesem Grunde keinen Verleger fand…
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