Archive for Februar, 2010
Samstag, 13. Februar 2010
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Starke,
lieber Andi!
Mit Besorgnis mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Dich Teile Deiner Opposition scharf für das Brückendesaster kritisieren und sie Dich als Verwaltungschef sogar dafür verantwortlich machen wollen. Die Grünen fordern sogar, dass die Zuständigen (Anm.d.Red.: Wer genau, ließen sie offen..) ihren Hut nehmen sollten.
Uns erfüllt es mit Stolz, dass Du die Kettenbrücke zur Chefsache erklären möchtest, angesichts Deines Baureferenten eine durchaus weise Entscheidung. Und auch wenn sich alle nur scheinheilig über Dein Versprechen wundern, die Brücke pünktlich und ohne Kostenmehrung fertigstellen zu wollen, wir haben den Wink natürlich verstanden und unterstützen Dich bei Deinem Vorhaben.
Deshalb hier nun der Aufruf an unsere Leser:
Treffen wir uns doch alle am Montag um halb 9 an der Kettenbrückenbaustelle (Innenstadtseite).
Du, Andi, organisierst vielleicht ein paar Wurstbrötchen und ein bis zwei Kästen Bier. Wir bringen mal unseren Werkzeugkasten mit und dann kriegen wir das Ding schon bis November gebacken. Und wir helfen Dir schon auch, ohne dass Du uns etwas zahlen musst.
Klaus ist auch am Start und baut uns die Brücke von drüben entgegen. Wir wollen doch nicht, dass irgendjemand im November seinen Hut nehmen muss, nur weil die Brücke nicht pünktlich fertig wird…
Wegen dem Baumaterial telefonieren wir uns morgen einfach nochmal zusammen…
Viele Grüße und bis Montag!
Florian und Albert Herrnleben
Mittwoch, 10. Februar 2010

In Bamberg, Leut’, des is a Jammer,
bringst an Fasching aus der Kammer
keinen raus – kann Moo, ka Fraa
die sin’ viel lieber ganz alaa.
Dörö – dörö -dörööö
Die bleib’n auf ihrer Couch ganz faul;
bringst ka Helau aus deren Maul.
Stur und störrisch höcken’s doo
und schaua den Karneval im Fernseh’ oo.
Dörö – dörö – dörööö
Ob „Mainz bleibt Mainz, wie’s singt und lacht“
oder die Kölner Fasenacht,
genügt dem Franken zum närrisch sein,
ansonsten ist er wie ein Stein.
Dörö – dörö – dörööö
Er will sich net in Kostümla zwänga
und aa ka Polonaise renna;
er bleibt viel lieber in sei’ Schlabb’n,
statt auf die Faschingsbäll zär sabb’n.
Dörö – dörö – dörööö
Aa gern schaut er die Britschla oo,
mit nackter Brust und Birnen-Po,
wenn sie auf dem Bildschirm tanzen
vergisster fast sei alda Wanzen.
Dörö – dörö – dörööö
Ganz heiß is er, des is kaa Lüg’,
auf die Rosenmontagszüg’.
Die Bonbons sammelt er scho ei’,
die kumma on Nik’laus in die Stiefel nei.
Dörö – dörö – dörööö
Kummt donn der Aschermitterwoch,
kriecht er widder aus sei’m Loch.
Egal ob Fasching, Fasenet,
der Bamberger, der braucht des net.
Dörö – dörö – dörööö

Mittwoch, 10. Februar 2010
“Der Maxplatz ist eine Strafe Gottes”
Schon vor etwa über einem halben Jahr sprach Gerd Schwind (CASA MCM Bamberg) aus, was vielen, vor allem älteren Bambergern schon lange klar ist: Es lastet ein Fluch auf dem zentralen Platz in Bamberg. Nicht anders ist es zu erklären, dass sich schon Generationen von Politikern die Zähne an den Betonplatten des Platzes ausgebissen haben, in Mitten dessen noch vor rund 200 Jahren die Martinskirche stand. Seit dem Abriss des Gotteshauses winden sich Politiker aller Fraktionen um eine gestalterische Lösung.
Doch was kann so ein öder Platz schon einer Stadt wie Bamberg anhaben? – Wir haben uns aufgemacht, um bei Bambergs ältesten Bewohnern nachzufragen, was es mit jenem Fluch auf sich haben könnte. Hier nun die Antworten:
Hans A., 94 Jahre:
“Man erzählte sich früher, dass im Rathaus ein geheimes Dokument vorliegt, dass der Stadt sportliche Misserfolge bei Bebauung und Begrünung des Maxplatzes prophezeit.”
Georg B., 89 Jahre:
“Eine Hexe belegte den Maxplatz mit einem Fluch: Sollte sich ein Bamberger Oberbürgermeister der Bebauung widmen, würde er bei der nächsten OB-Wahl verlieren und ein Roter käme an die Macht. Ich glaube aber nicht, dass das stimmt. Also das mit dem Roten. Wer soll den in Bamberg denn wählen?”
Gunda C., 92 Jahre:
“Als Strafe für den Abriss der Kirche wurde das Bamberger Bier mit einem Fluch belegt. So schmecken manche Sorten seither sehr gewöhnungsbedürftig oder sorgen für Kopfschmerzen und können deshalb ausschließlich als Spezialität exportiert werden. Wegen dem überraschenden Erfolg möchte man den Exportschlager Bambergs durch eine Wiederbebauung nicht gefährden.”
Fritz D., 96 Jahre:
“Auf Bamberg lastet seit dem Abriss der Kirche der Fluch des Autokennzeichens HAS, deren Fahrer jeden Bamberger in den Wahnsinn treiben sollen. Sollte der Maxplatz nun mit etwas anderem als einer Kirche bebaut werden, droht Bamberg eine weitere Katastrophe. Eine Gebietsreform würde uns Haßfurt unterordnen und alle Bamberger würden ab diesem Zeitpunkt auch mit dem Autokennzeichen HAS gebrandmarkt werden.”
Die RundfunkAnstalten Franken gehen davon aus, dass der Stadtrat bestens über all diese Thesen informiert wurde. Nur so ist zu verstehen, warum in den vergangenen Jahren die Entscheidung über die Bebauung und Begrünung des Maxplatzes immer wieder vertagt wurde. Die Chronologie der letzten fünf Jahre beweist die These des Fluchs eindeutig:
4.8.2005
Gestaltungsvorschlag “Bauernschmitt”: Letzte Chance für den Maxplatz – Wehner: Maxplatz oder Nacktplatz. Kritik am Zeitlupenarbeitstempo der Stadtverwaltung
27.12.2005
FDP unterstützt Starkes Maxplatz-Initiative: “Steinwüste” soll zu “kreisförmiger Zone mit Pflanzkübeln” werden.
15.2.2006
Tscherners (BBB) OB-Wahlversprechen: “Der Maxplatz soll blühen!”
5.5.2006
Uneinigkeit über Begrünung des Maxplatzes
19.1.2007
Maxplatz auf Platz 1 der Prioritätenliste
9.2.2007
CSU fordert Masterplan “Platzoffensive”
20.7.2007
Die FDP sieht Handlungsbedarf bei der Neugestaltung des Maxplatzes
7.3.2008
Pflanzkübel kommen frühestens im Herbst. Vier Projektgruppen beschäftigen sich mit dem Maxplatz: Pflanzkübel, Spielpunkt, Rathausnutzung, Café-Pavillon
1.5.2008
Stadtrat vertagt Pflanzkübel-Entscheidung
16.7.2008
Senat für Stadtentwicklung sprach sich mehrheitlich für den Bau eines Pavillons an der Tiefgaragenabfahrt des Maxplatzes aus.
1.4.2009
Beschluss des Ältestenrats: Bäume in hölzernen Trögen werden schnellstens aufgestellt.
21.10.2009
IG lebendige Innenstadt: Niedergang des Maxplatzes absehbar.
7.11.2009
Die CSU kritisiert den fehlenden Gestaltungswillen des Oberbürgermeisters am Maxplatz. (siehe 9.2.2007)
9.12.2009 Die SPD möchte die Maxplatzneugestaltung nicht weiter aufschieben. (siehe 27.12.2005)
24.12.2009
Die FDP fordert einen Fahrplan zur Umgestaltung. (siehe 20.7.2007 und 27.12.2005)
Die RundfunkAnstalten Franken hoffen nun, dass es sich Oberbürgermeister Andreas Starke gut und vor allem ausreichend lange überlegt hat mit der Bebauung und Begrünung des Maxplatzes….
Montag, 8. Februar 2010
Keine 10 Jahre ist es her, seit Hallstadts Verwaltung das sanierte Rathaus beziehen konnte. Nun müssen die Angestellten schon wieder umziehen, damit das komplett schadstoffbelastete Rathaus saniert werden kann, das vom Schimmelpilz befallen ist. Die Planungen des Bürgermeisters und seiner Verwaltung sehen vor, dass man in das nahegelegene Bürgerhaus umzieht. Ob der Platz ausreicht, wird sich noch herausstellen.
Für den Fall von Platzmangel kündigt der große Bruder Bamberg bereits jetzt Hilfe an. In Bamberg stünden, so die Stadtverwaltung, zahlreiche Immobilien leer, die man gerne zur Verfügung stellen würde. Ob Hallenbad, diverse Parkhäuser oder so mancher Laden in der Innenstadt, ausreichend Leerstand gäbe es in Bamberg.
Und vielleicht, so die Hoffnung der Bamberger Verwaltung, würde bei einer Beherbergung der Hallstadter auch hier in Bamberg ähnlich Fruchtbares entstehen wie im Rathaus der Filialgemeinde Hallstadt.
Sonntag, 7. Februar 2010
- Es stimmt nicht, dass aufgrund der frühlingshaften Temperaturen morgen die Bierkellersaison beginnt.
- Es stimmt nicht, dass Florian und Albert Herrnleben nach ihrem Autritt bei einer Universitätsveranstaltung die Dozentschaft für das Fach Figurenkabarettpädagogik angeboten bekommen haben.
- Es stimmt nicht, dass der Swimmingpool im neuen Mahr-Keller-Hotel mit Bier gefüllt wird.
- Es stimmt nicht, dass der Übergang von Crêpes nach Kaiserschmarrn fließend ist. (Insider)
- Es stimmt nicht, dass die GEMA der Meinung ist, Figurentheater sei keine Kleinkunst.
- Es stimmt nicht, dass die Ersatzmüllmänner am Samstag Anzug und Krawatte getragen haben.
- Es stimmt nicht, dass die Landesgartenschau in Bamberg wesentlich teurer als alle vergangenen Landesgartenschauen wird, wenn man die Kosten für den Bau der Kettenbrücke, des Bambados, den Kreisverkehr am Wilhelmsplatz und die Neugestaltung der Sandstraße aus der offiziellen Investionssumme herausrechnet.
Freitag, 5. Februar 2010
Kaum hat die Stadt Bamberg dem Hotelbetrieb auf dem Mahrs-Bräu-Keller zugestimmt, denkt man darüber nach, ob nicht jedem Bamberger Bierkeller eine solche Genehmigung gut tun würde.
Hotels auf den Kellern hätten für die Besucher den Vorteil, dass sie nach ihrem Vollrausch nicht mehr stundenlang durch die Gegend schwanken müssten, sondern gleich vor Ort in die Daunenkissen fallen könnten. Und für die Wirte wäre es ein lukratives Nebengeschäft. Was verdient man schon an einer Brotzeit? Man muss es eben nur richtig anstellen. Exklusiv ausgestattete Zimmer mit Sieben-Hügel-Blick, Mini-Bar mit 0,2-Liter-Fläschchen Bamberger Braukunst, Flat-Screen-TV, Internetanschluss, Hosenbügler (aber nur in den Suiten), Original Gemälde von Stipendanten der Villa Concordia, Handtuchwärmer im Bad, Zimmersafe, und und und. Dazu kommt natürlich noch Sauna mit Hopfenaufguss, Wellnessbereich mit Masseurin (hier könnten sich Original Bamberger Bedienungen nebenbei noch ein kleines Zubrot verdienen), Frühstücksbuffet, 24-Stunden-Zimmerservice, Wäscheservice, Animationsprogramme, Billiardzimmer, Café-Lounge, Fitnessraum, Spielcasino…
Also hier sind der Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt.
Selbstverständlich hat so ein Luxus auch seinen Preis. Für die Nacht pro Person im Doppelzimmer muss man dann schon mind. 180 Euro hinblättern. Wenn man allerdings ein solches “Bier-Luxus”-Erlebniswochenende über den Tourismus-Service bucht, bekommt man 2% Ermäßigung.
Natürlich wird man dann auch den Standard auf dem bereits vorhanden Bierkeller erhöhen: Damasttischwäsche, Silberbesteck, Blumendeko etc.
Und die Speisenkarte wird unter anderem folgende Highlights bieten:
- Variationen von Preßsack an Senfschaum
- Backstaakäs’-Carpaccio mit Schalotten-Kreuzkümmel-Dressing
- Bauernleberwurst-Terrine mit einer leichten Gewürzgurkenkruste gratiniert
- Ziebelescremesüppchen mit Schnittlauch-Sahne-Häubchen
- Göttinger mit Trüffelfüllung
Für den kleinen Geldbeutel ist das dann natürlich nichts mehr, aber die Bamberger lieben ja ihre Stadt. Und warum in fremde Länder schweifen? – Sieh’, das Gute liegt (dann) sooo nah!

In den Hotelzimmern darf natürlich auch ein kleiner Begrüßungsteller mit heimischen Spezialitäten nicht fehlen.
Freitag, 5. Februar 2010
Wie heute bekannt wurde, haben sich der Ältestenrat sowie Oberbürgemeister Andreas Starke entschieden: Der Posten des Wirtschaftsreferenten bleibt unbesetzt.
Um, wie es von offizieller Seite heißt, Personalkosten zu sparen, hat man sich nun nach über einem Jahr des vergeblichen Suchens darauf verständigt, den Posten des Wirtschaftsreferenten mangels Alternativen zu Dr. Franz-Wilhelm Heller nicht zu besetzen. Dieser war ja wegen fehlenden Rückhalts im Stadtrat vor einiger Zeit von allen Ämtern zurückgetreten, obwohl er als Wunschkandidat des Stadtoberhaupts gehandelt wurde.
Um aber dennoch die anfallende Arbeit in ausreichendem Maße abarbeiten zu können, plant der Oberbürgermeister, so die Pressestelle, einen Bereichsleiter “Wirtschaft” innerhalb des Oberbürgermeisteramts einzustellen. Es gäbe wohl auch schon einen aussichtsreichen Bewerber, über den allerdings noch nicht allzu viel bekannt ist. Man ließ lediglich verlauten, dass es sich um einen lokal- und wirtschaftspolitisch erfahrenen Juristen aus Bamberg handeln würde.
Mittwoch, 3. Februar 2010
In den letzten Jahren hörte man immer jammern, dass es keine gescheiten Winter mehr gäbe. Und in diesem Jahr jammern alle über die nichtendenwollenden Schneemassen. Aber keine Sorge, der nächste Winter kommt bestimmt, in dem man sich wieder, wenigstens etwas, weiße Pracht wünscht.
Kluge bauen da jetzt schon vor. Statt Rollsplitt und Streusalz zu verschwenden, werden die tiefgekühlten Essensvorräte aufgebraucht und man nutzt den dadurch frei gewordenen Platz, um Schnee zu lagern.
Weiße Weihnacht bleibt somit also keine Utopie mehr, denn an Heilig Abend holt man das archivierte Himmelsgut einfach aus der Truhe und ab damit vor die Tür.
Der Winter im kommenden Jahr ist quasi Schnee von gestern.
Dienstag, 2. Februar 2010
Am heutigen Dienstagabend musste die Königstraße gesperrt werden. Grund ist der Riss in einem Schornstein, den eine aufmerksame Nachbarin bei ihren täglichen Beobachtungen der umliegenden Häuser entdeckt hatte. Sie verständigte das Ordnungsamt und der herbeigeholte Kaminkehrermeister bestätigte die Einsturzgefahr. Bis in die Abendstunden trug die Feuerwehr den maroden Schornstein ab.
Über den Grund für den Riss wird noch spekuliert. Man vermutet ihn allerdings in der Weihnachtsaktion des Stadtmarketing-Vereins. Der als Weihnachtsmann verkleidete Stadtmarketingchef verteilt jedes Jahr in den Vorweihnachtstagen an die Bewohner der Königstraße kleine Geschenke und überbringt diese – ganz traditionell – durch den Schornstein. Eventuell hat der betroffene Schornstein dadurch einen Schaden davon getragen. Man prüfe nun, so ist auf der Website des Stadtmarketings zu lesen, die künftige Durchführbarkeit dieser Aktion.
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