Archive for März, 2010
Mittwoch, 31. März 2010
Anno 1899 errichtete man auf dem Domplatz ein Denkmal von Prinzregent Luitpold. 39 Jahre später hat man es dann erstmal aus dem Weg geräumt und in irgendeinem Depot verstaut. Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Bamberg erinnerte man sich dann plötzlich wieder an den Prinzen (wahrscheinlich weil irgendjemand den Platz in seinem Schuppen anderweitig nutzen wollte) und stellte das Reiterstandbild auf den Schönleinsplatz.
Nun soll der ehemalige regierende Herrscher wieder umziehen. Sein neuer Wohnort soll mitten im Kreisverkehr am Wilhelmsplatz werden.
Der Mann kommt ganz schön herum in Bamberg. Hätte er einen nach ihm benannten Platz, wäre ihm bestimmt langweilig, denn von dort hätte man ihn bestimmt nie weg.
Gut, dies wäre die eine Sache. Die andere: Was soll mit dem leeren Flecken am Schönleinsplatz geschehen?
Eigentlich ganz einfach. Es liegt auf der Hand. Es kann gar keine andere Möglichkeit geben.
Wir bringen uns mal die Touristen ins Gedächtnis. Wenn die am Schönleinsplatz stehen, was sagen sie dann? – Na?
“Ach, der Bamberger Reiter…”
Na, warum nicht? Ist doch eine saubere Lösung. Im Dom nimmt ihn eh fast keiner wahr. Dann soll er doch an den Ort, an dem man ihn sowieso zu sehen glaubt.
Und unter so manchem Foto in einem japanischen Album steht dann endlich (nach vielen Jahren) die Wahrheit.

Endlich da, wo er hingehört: Der Bamberger Reiter.
Mittwoch, 31. März 2010
Da geht er also nun, der Chef des Bamberger Künstlerhauses Villa Concordia, der Herr Goldmann. Und seine Nachfolgerin, die Frau Gomringer, tritt zwar in seine Fußstapfen, will aber nicht den selben Schuh anziehen. Der weitere Ausbau des Skulpturenweges ist für sie kein Thema. Statt irgendwelche Baulücken in der Stadt mit sündhaft teuren Plastiken zu schmücken, zieht sie es vor, etwas für die Stipendiaten zu tun und ein Klavier (genauer ausgedrückt: einen Flügel) anzuschaffen.
Außerdem soll das Künstlerhaus (den Älteren noch besser bekannt als Wasserschloß Concordia) zukünftig ein Ort der Begegnung werden. Natürlich auf rein künstlerischer Ebene. Ob dies nun musikalische, handwerkliche, literarische, malerische oder sonst-wie-künstlerische Treffen sein sollen, scheint egal zu sein.
Wer sich darunter jetzt nicht viel vorstellen kann, dem geben wir hier einige Beispiele:

Der Handarbeitskunst kann man sich beim gemütlichen Klöppeln widmen.

Die Musikkunst wird durch fröhliches Singen geprägt.

Durch das individuelle Gestalten der Villa-Wände können ware Kunstwerke entstehen.

In Bamberg darf natürlich auch die Bierbraukunst nicht zu kurz kommen.

Das Kunstturnen im Concordia-Garten kann im Sommer noch viel mehr Menschen zum Besuch bewegen.

Auch die Liebeskunst soll in der Gemeinschaft nicht zu kurz kommen.
Man sieht also, es gibt eine Reihe von Kunstformen, die sich tadellos in den Betrieb des “neuen Künstlerhauses” einflechten lassen. Wir denken, Frau Gomringers Idee wird viele Freunde gewinnen und das bisher recht sterile Stipedianten-Big-Brother-Haus wird bald Bambergs zentraler Ort der Begegnungen werden.
Montag, 29. März 2010
Zehntausend Euro will die Messerschmitt-Stiftung locker machen, um das bekannte Gemälde der “Tanzenden” wieder im Giebelfeld des ehemaligen Stadtbades sichtbar zu machen.
Der Stadtrat freute sich über die großzügige Förderung und hielt sogleich Ausschau nach einem geeigneten Künstler.
Die Wahl fiel auf den Bamberger Maler und Restaurator Dominicus Amon. Eine große Herausforderung für den Künstler. Nicht nur, weil man das Kunstwerk, welches Hans Helldörfer 1937 schuf, noch in bester Erinnerung hat und es natürlich auch wieder so aussehen soll, sondern auch, weil der Künstler unter immensem Zeitdruck steht.
Bis 29. April hat Herr Amon die Gelegenheit, die Grazien wieder sichtbar zu machen. Doch dem Restaurator kam ein Idee. Er wird das Gemälde einfach etwas kleiner auf das Risalit zaubern, dann schafft er den Auftrag sogar schon in nur sechs Werktagen. – Na, also!
Montag, 29. März 2010
- Es stimmt nicht, dass es sich bei “Bamberg auf Sendung 2.0″ um ein Stieringer-Special handelt.
- Es stimmt nicht, dass die Fischpassflutung ein Anschlag auf die hochrangigsten Politiker Bambergs werden sollte.
- Es stimmt nicht, dass es den Bauarbeitern an der Kettenbrücke inzwischen zu warm zum Weiterarbeiten ist.
- Es stimmt nicht, dass die Stadtverwaltung eine Stiftung gründen möchte, die künftig alle Fehlplanungen und Misskalkulationen abfangen soll.
- Es stimmt nicht, dass der Bamberger Künstler D. Amon verwandt oder verschwägert ist mit Personen aus der Stadtverwaltung.
- Es stimmt auch nicht, dass in den 10.000 Euro Kosten für den Künstler Farbe und sonstige Materialkosten nicht enthalten wären und es sich dabei nur um die reine Vergütung der Arbeitsleistung (6 Tage) handelt.
Sonntag, 28. März 2010
Heute möchten wir wieder einmal unsere Serie von Rezepten fortsetzen und unseren Lesern eine ganz besondere Bamberger Spezialtät empfehlen: Rehbraten “Erba-Art”. Uns ist durchaus bewusst, dass am heutigen Sonntag keine Supermärkte geöffnet haben, aber darauf haben wir beim Verfassen dieses Rezeptes geachtet. Außerdem können Sie das Rezept mit einem sonntäglichen Familienausflug verbinden. Alles, was Sie für dieses Gericht brauchen, finden Sie auf dem Erba-Gelände.
- Rehbraten: Wie bekannt wurde, befinden sich auf dem Erba-Gelände einige Rehe. Neben dem bereits vergrabenen, gibt es zum momentanen Zeitpunkt auch noch einige Lebendexemplare, die auf dem Erba-Gelände ohnehin keine Zukunft haben. Falls die steinzeitliche Jagd auf Rehe nicht zu Ihren Stärken zählt, suchen Sie die Bauzäune nach Fleischfetzen ab. Im Normalfall sollte es sich bei diesem Fleisch auch um Reh handeln, da diese gegen die Bauzäune springen.
- Klöße: Füllen Sie sich eine Schaufel belasteten Untergrunds in einen mitgebrachten Eimer. Mit Milch vermengt, geknetet und geformt entsteht daraus eine tolle, besondere Kloßvariante.
- Gemüse: Vielleicht finden Sie auf dem künftigen Gelände der Landesgartenschau schon einige Gänseblümchen. Kochen Sie diese fünf Minuten, Salz und Pfeffer nicht vergessen, Sahne und Weißwein dazu, fertig.
Die RundfunkAnstalten Franken wünschen guten Appetit!
Mittwoch, 24. März 2010
Wie die Kaulbergschule mitteilen ließ, wolle sie Touristen zur Aufbesserung des eigenen Haushalts nun Führungen durch das Schulgebäude anbieten. Damit reagiert die Schulleitung auf die städtische Ankündigung, dass 43% Kosten beim Bauunterhalt eingespart werden müsse.
Vorbei an Klassenzimmern mit maroder Ausstattung, vorbei an Lagern, in denen die aktuellsten Karten aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stammen, vorbei an einem der modernsten Computerräume der Stadt mit 486er-PCs bis in die Toilettenanlagen der Schule, die nicht nur alt und abgenutzt, sondern vielleicht sogar ein wenig gesundheitsgefährdend sind, deren Renovierung aber 25.000 Euro verschlingen würde. Dazwischen sollen Touristen Einblicke in den Sozialkundeunterricht Bambergs erhalten, in dem Schülern erklärt wird, warum die Stadt in der heutigen Zeit an allen Ecken und Enden sparen müsse: Brückenneubauten, Landesgartenschau, Bambados, Sitzungssaal im Rathaus ….
Und gerade dieser Sitzungssaal war wahnsinnig abgenutzt, kaum noch vorzeigbar und gemeingefährlich für jeden Stadtrat, der sich dort auch nur eine Stunde pro Woche aufhalten muss. Aber es gibt eben Throne und Throne: Auf den einen wird mehr, auf den anderen weniger produziert, die einen kosten mehr, die anderen weniger als 1500 Euro pro Stück, die einen sind eben für die einen, die anderen für die anderen. Throne und Throne eben. Glückwunsch!
Montag, 22. März 2010
Seit einigen Stunden häufen sich die Anrufe bei der Bamberger Polizei, denn wie Augenzeugen berichten, besteht der ursprünglich rund 50 Meter breite Rhein-Main-Donau-Kanal nur noch aus einem kleinen, traurigen Rinnsal. Nachfragen bei der städtischen Pressestelle, beim Wasserwirtschaftsamt Kronach und beim Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg brachten noch keine sichere Erkenntnis über den Verbleib des Wassers. Verdächtig erscheint nur, dass am heutigen Morgen der Fischpass auf dem Erba-Gelände geflutet wurde. Ob dieses Ereignis, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, Grund für das Fehlen des Wassers im rechten Regnitzarm ist, wird von den Verantwortlichen noch diskutert.
Der Bau der Kettenbrücke wurde nun zunächst gestoppt. Man möchte abwarten, ob das Wasser wieder zurückkehrt. Anderenfalls würde man den Brückenneubau komplett einstellen und stattdessen ohnehin kostengünstigere Treppenab- und -aufgänge ins ehemalige Flussbett installieren. Wichtig sei nun zunächst, so die verschiedenen Pressestellen übereinstimmend, dass die Landesgartenschau pünktlich bis zum Jahr 2012 fertig gestellt wird. Danach könne man sich um eventuelle, kleinere Kollateralschäden kümmern.
Montag, 22. März 2010
- Es stimmt nicht, dass es sich bei der Mahrsbräukeller-Bebauung um ein Stundenhotel handelt, in dem man seinen Rausch ausschlafen kann.
- Es stimmt nicht, dass als Ersatz für die Wehrbrücke Floße eingesetzt werden sollen.
- Es stimmt nicht, dass bei der gefährlichen Fischpassflutung deshalb nur ranghohe Politiker anwesend sein durften, weil diese ersetzbar sind.
- Es stimmt nicht, dass an der Hainbadestelle Duschgel und Shampoo verkauft wird.
- Es stimmt nicht, dass am Schönleinsplatz das neue Modell des Bamberger Doms (mit zwei Türmen) präsentiert wird.
- Es stimmt nicht, dass in der Grube vor dem Schlenkerla Bierleichen vergraben werden können.
- Es stimmt nicht, dass das Event “Lauschangriff” im Rathaus stattfindet.
- Es stimmt nicht, dass das Grußwort bei den Klezmertagen in Vertretung des OB vom Vorsitzenden der REP-Fraktion gehalten wurde.
- Es stimmt nicht, dass das Stadtmarketing auf der Oberen Brücke Kurzzeitparkplätze ausweisen möchte.
Freitag, 19. März 2010
Die eigentliche Nachricht ist ja eine durchaus positive: Im Hainbad darf bald wieder geschwommen werden. Und das nicht nur im Sand, sondern im Fluss. Damit dies möglich wurde, hat sich ein riesiger Stab von Juristen mit den Voraussetzungen dafür beschäftigt und binnen kürzester Zeit eine Lösung gefunden: Das Hainbad heißt nun offiziell Hainbadestelle. Vor soviel juristischer Korinthenka.. äh… Feinfühligkeit zollen die Rundfunkanstalten Franken ihren tiefsten Respekt.
Vielleicht könnte man, um gewisse Themen und Gremien aus der Schusslinie der Presse sowie der Öffentlichkeit zu bekommen, noch weitere Umbenennungen vornehmen:
- Der Stadtrat könnte in Stadtratestelle umbenannt werden und bräuchte in Zukunft nicht einmal mehr beraten, sondern könnte seine Entscheidungen auswürfeln.
- Die Kettenbrücke könnte zur Kettenbrückenstelle umbenannt werden. Das würde Geld sparen, weil dort bald niemand mehr eine richtige Brücke erwarten würde..
- … und zu guter Letzt werden die Stadtwerke in Stadtwerkelstelle umbenannt. Wer ein ganzes Jahr braucht, um sieben Buchstaben an den Namen “Hainbad” anzuhängen, hat mit “Werk” oder “bewerkstelligen” ohnehin nichts zu tun.
Mittwoch, 17. März 2010
Wann immer man durch unsere Altstadt schlendert, erfreut man sich an den prächtigen Bauten, romantischen Gässchen und herrlichen Winkelchen. Einziges Manko im Altstadtbild ist der Schandfleck “Untere Mühlbrücken”. Seit Jahren wird diskutiert, wie man dieses Areal nutzen könnte, doch bisher ohne zufriedenstellendes Resultat.
Wer allerdings heute Vormittag über den Geyerswörthstieg schlenderte, konnte eine überraschende Beobachtung machen und feststellen, dass sich da scheinbar nun doch etwas tut.
Aus unseren bekannten unsicheren Quellen haben wir erfahren, dass man das Gelände zur Zeit auf die Tauglichkeit für die Bundeswehr prüft.
Truppenstandort Bamberg! – Warum auch nicht. Nach der Auflösung der Kaserne in Ebern sicherlich nicht die schlechteste Idee.
Das Areal bietet viele Vorteile für diesen Verwendungszweck, wie z.B. Bauruinen für diverse Manöverübungen und einen übersichtlichen Truppenübungsplatz.
Als Unterkunft für die Soldaten könnte man das Schloß Geyerswörth hernehmen und das Offizierscasino findet sicherlich im Hotel Nepomuk seinen Platz.

Die Unteren Mühlbrücken als Bundeswehrstandort?

Ein Abgesandter der Garnison Hammelburg auf dem vielleicht zukünftigen Truppenübungsplatz.
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