19.05.2012, 19:15 Uhr

Archive for März, 2010

Ästhetikzonen in Bamberg

Dienstag, 16. März 2010

Die Stadt will aufräumen! – Die abgestellten Fahrräder sind dem Ordnungsamt schon viele Jahre ein Dorn im Auge. Unachtsam stellt der gemeine Bamberger seinen jahrzehntealten Drahtesel im Weltkulturerbe ab.
Doch damit soll nun Schluss sein. Der Stadtentwicklungssenat hat nun ein Konzept verabschiedet, dass bald in die Praxis umgesetzt werden soll. Ästhetisch mangelfrei sollten die Fahrräder sein, die ab sofort die Innenstadt zieren. Dafür sollen nun Plaketten eingeführt werden, die jeder Besitzer sichtbar an seinem Fahrrad anbringen muss.
Jedes Fahrrad wird nach einer Begutachtung in eine der drei Klassen A (grün), B (gelb) und C (rot) zugewiesen und erhält für ca. 5 Euro den zum Parken erforderlichen Aufkleber. Je nach Farbe darf dann anschließend in gewissen Bereich “geparkt” werden. Während Fahrräder der grünen Klasse nahezu überall abgestellt werden dürfen, müssen “gelbe Fahrräder” stadtaußerhalb des beiden Rhein-Main-Donau-Kanals geparkt werden. Fahrräder mit rotem Aufkleber dürfen nur noch in gewissen Zonen abgestellt werden: Vor dem Bahnhof, in der Gereuth, in Gaustadt und außerhalb des Berliner Rings. Fahrräder, die gar keinen Aufkleber mehr erhalten, sind mit dem nächsten Sperrmüll zu entsorgen.

floDiese Neuregelungen sind jedoch nur der erste Schritt, Bamberg schöner zu gestalten. In einem zweiten Schritt sollen auch herumstehende und -sitzende Personen nach Kriterien der Ästhetik klassifiziert werden. Über die notwendigen Ausnahmeregelungen für Würdenträger der Stadt wird aktuell noch diskutiert.


Dementis zum Montag – Ausgabe 22

Montag, 15. März 2010
  • Es stimmt nicht, dass auf dem Erbagelände die neue Produktionsstätte der nächsten Big-Brother-Staffel entsteht.
  • Es stimmt nicht, dass in der Dinosaurier-Ausstellung, kommende Woche an der Breitenau, die dienstältesten Stadträte vorgeführt werden.
  • Es stimmt nicht, dass am Rand des Maxplatzes Stechpalmen gepflanzt und die Lampen durch indirektes rotes Licht ersetzt werden. Auch kommt keine Bronzeziege auf die Mitte des Maxplatzes.
  • Es stimmt auch nicht, dass die Bäume für den Maxplatz aus den Kleingärten am Schiffbauplatz kommen.
  • Es stimmt nicht, dass es sich beim Kaiserdomlauf um einen Biermarathon handelt.
  • Es stimmt nicht, dass die NPD ihren Bundesparteitag in Bamberg abgesagt hat, weil man auf dem Maxplatz bald nicht mehr anständig aufmarschieren kann.
  • Es stimmt nicht, dass die Bewohner der Innenstadt ab sofort auf dem P&R-Parkplatz an der Breitenau parken sollen.
  • Es stimmt nicht, dass der Stadtrat mit der Umverlegung der Markstände an den grünen Markt erreichen wollte, dass nur noch frisches Gemüse verkauft wird.

Grüner Maxplatz!

Freitag, 12. März 2010

Dass einmal eine solche Meldung durch die Bamberger Medienlandschaft zieht, daran wollte wohl kein Bamberger mehr glauben. Der Maxplatz soll schon bald begrünt werden! Wie der Standentwicklungssenat beschloss, werden auf dem Maxplatz zwölf Blumenkübel aufgestellt, die in einem ersten Schritt den Maxplatz zu einem einladenden, attraktiven Vorzeigeplatz in der Innenstadt machen sollen. Die Vorschläge der verschiedenen Fraktionen konnten unterschiedlicher kaum sein: Während die CSU in Person von Dr. Helmut Müller am liebsten alles beim alten gelassen hätte, weil es aktuell ja gar nicht so schlecht aussieht, favorisierte die SPD passenderweise die nun zu realisierende Schnell- und Billigaufhübschung. Die Grünen sprechen von einer Halblösung und hätten den Maxplatz am liebsten zu einer Blumenwiese gemacht, wohingegen die FDP/Realisten-Koalition den Maxplatz höchstens grün gestrichen, aber auf alle Fälle zum Parkplatz erklärt hätte. Die RundfunkAnstalten Franken empfehlen aber trotz aller Freude über den gemachten Fortschritt, erst einmal abzuwarten. Einige ähnliche, ebenfalls positive Blumenkübelaufstellentscheidungen finden sich bereits des öfteren in der jüngeren Stadtchronik. In welchem Stadtratsgarten die Bäumlein aber am Ende gelandet sind, entzieht sich auch unserer Kenntnis.


Bamberg geht wieder auf Sendung

Donnerstag, 11. März 2010

Florian und Albert Herrnleben nehmen die Domstadt unter die Lupe

Unser Ansager darf natürlich auch nicht fehlen. Foto: Varvara Avrutina.

Unser Ansager darf natürlich auch nicht fehlen. Foto: Varvara Avrutina.

Kaum ein Tag, an dem in Bamberg nichts passiert. Und kaum ein Ereignis lassen die beiden “Figurenkabarettisten” Florian und Albert Herrnleben unkommentiert. Am 27. März zeigen die beiden Puppenspieler eine weitere Folge ihres Programms “Bamberg auf Sendung”, in dem sie aktuell über Geschehnisse aus Bamberg kabarettistisch und satirisch berichten. Um 20 Uhr beginnt die Aufführung im ATRIUM Bamberg im ehemaligen Chinesen direkt am Haupteingang. (weiterlesen …)


Geldsegen für Landesgartenschau

Montag, 8. März 2010

Für die Stadt Bamberg wurde plötzlich im März Weihnachten. Mit einem unerwarteten Geldsegen aus dem Umweltministerium kam das Christkind Melanie. 3,6 Millionen Euro (in Worten: Dreikommasechs Millionen; in Zahlen: 3 600 000 Euro) für die Landesgartenschau. Damit hat man nun wirklich nicht gerechnet.
Ist ja alles schön und gut, aber was soll man jetzt mit der überraschenden Förderung anstellen?
Hier ein paar Vorschläge unserer Redaktion:

  • Gänseblümchen-Samen – Bei einem seriösen Blumensamenversand bekommt man 30 Gänseblümchen-Samen zum Schnäppchenpreis von 1,55 Euro; sprich für 3,6 Millionen Euro erblühen auf der LGS 69 677 418 Gänseblümchen.
  • Rasensprenger – Ein führender Gartenausstatter bietet solche für rund 50 Euro im Handel an. Das wären 72 000 Befeuchter für die Grünflächen
  • Gartenpavillons, selbstverständlich aus hochwertigen Materialien. Wenn man pro Stück 8000 Euro investieren möchte, hat man bei plötzlichem Niederschlag 450 Pavillons zur Verfügung, in denen mindestens 4500 Besucher Unterschlupf finden können.
  • Um den Gartenteich zu beleben (den es ja hoffentlich geben wird), wären Koi-Fische sicherlich interessant. Wenn sich die Stadt nicht lumpen lässt, erwerben sie 900 Exemplare à 52 cm.
  • Schöne Hingucker sind auch immer wieder Gartenzwerge. 80 000 Stück könnten auf dem Areal für Unterhaltungswert sorgen.

Man kann aber natürlich das Geld auch erstmal aufheben und für den Fall, dass die Landesgartenschau ein Misserfolg wird, von den 3,6 Millionen
5 625 000
Liter Heizöl kaufen und das Gelände niederbrennen.

Wird 2012 vielleicht der Hingucker auf der LGS: Das Gänseblümchen.

Wird 2012 vielleicht der Hingucker auf der LGS: Das Gänseblümchen.

Aber auch Gartenzwerge hätten ihren Reiz.

Aber auch Gartenzwerge hätten ihren Reiz.


Weltfrauentag: Gender Mainstreaming in Bamberg

Montag, 8. März 2010

Kaum ein Tag wäre für den Beginn einer Diskussion in dieser Richtung besser geeignet als der heutige internationale Weltfrauentag. Auch im erzkatholischen Bamberg, wo man die Frauen gerne auf runzlige Marktweiber und dicke, liegende Bronzefleischhaufen reduziert, beginnt man nun über weitere, entgegenkommende Schritte beider Geschlechter zu beraten. Vor allem die Frau muss natürlich an Bedeutung gewinnen, weiter integriert werden und gewisse Alleinstellungsmerkmale erhalten. Folgende Vorschläge sind Grundlage der aktuellen Diskussion:

  • Eigene Brücken für Frauen.
    Gerade in einer Stadt wie Bamberg dürfte dieser Vorschlag leicht umzusetzen sein. Begonnen werden soll am alten Rathaus. Es wird lediglich noch darüber diskutiert, ob die Frauen die obere oder die untere Brücke für sich bekommen.
  • Eigene Kindergärten und Grundschulen für Frauen
    Die Frau soll bereits von Kindesbeinen an im Mittelpunkt stehen. Und was zwei Gymnasien in Bamberg bereits erfolgreich vorleben, soll nun auch für Kindergärten und Grundschulen eingeführt werden. Damit lernen Mädchen bereits ab jungen Jahren mit Konkurrentinnen im Wettbewerb zu stehen.
  • Eigene Biersorte für Mädchen
    Der herbe Rauchbiergeschmack ist nicht “jederFRAUs” Geschmack. Deshalb soll sich eine Brauerei nun auf die Zielgruppe Frau spezialisieren und ein Bier herstellen, das möglichst nach Wasser schmeckt, eine leichte Rosafärbung hat und bei dem der Schaum nach Rosen duftet.
  • Neue Alleinstellungsmerkmale im Straßeverkehr
    Neben festen Farben für die Autos von Frauen sollen auch Straßen in Bamberg zwischen beiden Geschlechtern verteilt werden. Die moderne Frau hat das manchmal rüpelhafte Verhalten männlicher Verkehrsteilnehmer nicht mehr nötig und soll deshalb auf dem Berliner und dem Münchner Ring eine eigene Spur – wahrscheinlich die ganz rechte – erhalten.
  • Politisches Gehör für Frauen
    Um künftig auf die Belange der Frauen besser eingehen zu können, erklärte sich auch unser Stadtoberhaupt zu Veränderungen bereit. Frauen dürften demnach künftig unangemeldet und zu jeder Tages- und Nackt… äh … Nachtzeit das Gespräch mit dem Oberbürgermeister suchen.

Dementis zum Montag – Ausgabe 21

Sonntag, 7. März 2010
  • Es stimmt nicht, dass die vollbeleuchtete Konzerthalle bei klarem Himmel bis nach Bayreuth zu sehen ist.
  • Es stimmt nicht, dass an Bamberger Schulen das Wahlpflichtfach “Hausreinigung” eingeführt werden soll.
  • Es stimmt nicht, dass beim Bamberger Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs auf Geheiß des Stadttheaters nur Werke von E.T.A. Hoffmann vorgelesen werden dürfen.
  • Es stimmt nicht, dass die Förderung von 3,6 Millionen Euro für die Landesgartenschau völlig überraschend kämen und noch nicht verplant wären.
  • Es stimmt nicht, dass wir einen kompletten Live-Abend nur mit unserer Abendandachtsszene planen. Aber wir können sie schon jetzt auf bis zu 18 Minuten ausdehnen.
  • Es stimmt nicht, dass das Stadtmarketing Kettenbrückenaktien zur Finanzierung ausgeben möchte.
  • Es stimmt nicht, dass der Maxplatz demnächst zu einer ganzjährigen Freiverkaufsfläche für Kübelpflanzen werden soll.

Symphoniker müssen ausgetauscht werden

Samstag, 6. März 2010

Am heutigen Samstag wurde eine weitere Peinlichkeit um die Neugestaltung der Konzert- und Kongresshalle bekannt. Nachdem im Herbst vergangenen Jahres bereits an allen Stühlen Nachbesserungsarbeiten nötig wurden und man in der vergangenen Woche festgestellt hat, dass auch das Licht im Eingangsbereich wegen eines “Projektsteuerungsfehlers” zu hell ausgefallen ist und deshalb ausgetauscht werden muss, geht es nun noch den Symphonikern selbst an den Kragen. Wie der städtische Mitarbeiter Schorsch B. festgestellt hat, sind nicht alle Vorzeigemusiker der Domstadt groß genug, um beim Publikum die von den Bauplanern erdachte Wirkung zu erzielen. Grund dafür ist wohl ein Datenerfassungs- und Berechnungsfehler der Körpergrößen.

Deshalb werden alle Symphoniker mit einer Größe unter 1,94 m mit sofortiger Wirkung suspendiert. Die übrigen fünf Musiker verteilen sich dann gleichmäßig auf alle Instrumentengruppen, um die gewohnte, musikalische Klang-Bandbreite abdecken zu können.

Das Gerücht, das künftig nur noch afroamerikanische Musiker als Bamberger Symphoniker auftreten dürfen, wurde allerdings heftigst dementiert: Die blendenden Lichtreflexionen bei hellhäutigen Symphonikern wären noch unterhalb der zulässigen Höchstgrenzen, so dass man sich von solch abstrusen Ideen distanziere.

Viele international angesehene Instrumentalisten freuen sich ein Bamberger Symphoniker zu werden und machen sich bereits auf den Weg bzw. üben schon eifrigst.

Viele international angesehene Instrumentalisten freuen sich ein Bamberger Symphoniker zu werden und machen sich bereits auf den Weg bzw. üben schon eifrigst.


Kommentar: Braunes Pack soll ruhig kommen!

Freitag, 5. März 2010

Schon zum zweiten Mal binnen weniger Jahre möchte die rechtsextreme NPD unserer Stadt einen Besuch abstatten. Der Oberbürgermeister, seine Pressestelle und die Bewohner stehen Kopf. Keiner möchte das braune Geschwader in Bamberg, noch dazu in der Konzerthalle beherbergt wissen. Zugegeben – es gibt wirklich Dinge, die angenehmer als diese ewiggestrigen Kleingeister sind, z.B. ein eitriges Furunkel mitten auf der Stirn, Hämorrhoiden oder auch Genitalherpes. Aber ist es dauerhaft die beste Lösung, die Versammlung in Bamberg unter allen Umständen zu verhindern?

  • Wie wäre es, wenn die Bahnreisenden dieser zweifelhaften Zunft den Bahnhof leider nicht verlassen können, weil sich Bamberg zufällig an diesem Tag zu einer kleinen Feierlichkeit auf der Ludwigstraße trifft? Da davon auszugehen ist, dass der Tunnel in Richtung Brennerstraße bis zum Juni noch nicht fertig ist, dürfte es schwierig für unsere Gäste werden, zum Versammlungsort zu kommen.
  • Wie wäre es, wenn diese Tage zum autofreien Wochenende in Bamberg erklärt werden und alle Stadtbusse von den P&R-Parkplätzen völlig mit Bambergern überfüllt sind?
  • Wie wäre es, wenn sich die Bamberger Brauereien zusammentun und auf dem Gelände vom Schlachthof Freibier für alle Hirnamputierten anbieten würden? – Dann geht doch niemand von denen mehr zum Parteitag. 
  • Wie wäre es mit einem Brückenfest auf allen Brücken? Mit 70.000 Bambergern sollte man doch die paar entscheidenden Brücken voll bekommen…
  • Wie wäre es, wenn an diesem Tag die Tontechnikanlage in der Konzert- und Kongresshalle – sagen wir – zufällig einen Defekt hat und unabschaltbar, ohrenbetäubend laute Klezmermusik spielt?
  • Wie wäre es, wenn sich Bamberg während des Parteitags um die Konzert- und Kongresshalle versammelt? – Wenn die geistig Armen in der Konzerthalle festsitzen, verbreitet sich ihr oraler Restmüll wenigstens nicht in der Welt.

Die Stadt Bamberg finanziert so viele “Kreativabteilungen”: Die Pressestelle, das Stadtmarketing, Theaterintendanten, Chefdirigenten und Skulpturenaufsteller…. Da wird man doch locker noch auf zwei oder drei gute Ideen kommen. Und apropos “kommen”: Dann kommt dieses braune Pack in zwei Jahren bestimmt nicht noch einmal nach Bamberg.


Endlich Platz für OB-Wahlkampf!

Donnerstag, 4. März 2010

Mit großer Mehrheit stimmte der Stadtrat für werbefreie Plätze in der Innenstadt. Ausgangspunkt war der seit geraumer Zeit von Werbeplakaten umstellte Luitpold am Schönleinsplatz. Das von vielen Touristen auch liebevoll “Bamberger Reiter” genannte Standbild war in jüngster Vergangenheit häufig wegen drei großflächiger Plakate kaum noch zu sehen. Deshalb haben Bambergs Volksvertreter nun einen Schlussstrich unter die Werbemaßnahmen in der Innenstadt gezogen und untersagen jegliche Werbung an den großen Plätzen der Domstadt.

Die nun werbefreien Flächen können nun schon bald für den anstehenden OB-Wahlkampf genutzt werden, ohne dass der jeweilige Aspirant seine Wirkung verfehlt, weil er in der Masse der Werbung untergeht. Die CSU möchte bereits in den kommenden Tagen mit der Plakatierung beginnen, obwohl über den Kandidaten / die Kandidatin noch diskutiert wird. Man würde bis zur endgültigen Entscheidung noch die übrigen Plakate mit Peter Neller aus dem letzten Wahlkampf aufhängen. Davon liegen noch mehrere Tausend im Fraktionskeller…


WP SlimStat