06.02.2012, 01:08 Uhr

Archive for April, 2010

Investoren in Bamberg gesucht!

Donnerstag, 29. April 2010

Sie haben Macht, Einfluss, ein paar gute Freunde im Stadtrat und/oder der Stadtverwaltung und vor allem Geld wie Heu? – Dann haben wir hier etwas für Sie!

Die Stadt Bamberg sucht dringend Investoren für die Bebauuung von Freiflächen (gerne auch nach Entfernung vorhandener Bausubstanzen), Grabungen mitten in der Stadt und die Umgestaltung vorhandener Bauwerke zu gewinnbringenden Anziehungspunkten für Touristen und Kunden.

Die Stadt Bamberg gehört mit ihrer über 1000jährigen Geschichte, dem fast vollständig erhaltenenden, historischen Stadtkern und vielen beeindruckenden Bauwerken zu den schönsten Städten Deutschlands. Vor allem der Facettenreichtum der Stadt besticht: Auf der einen Seite das Berggebiet, in dessen Mitte der Kaiserdom über Bamberg zu wachen scheint, auf der anderen Seite das jahrhundertealte Gärtnerviertel, das sich an einem alten Handelsweg entwickelte. Das Haingebiet mit seinen Jugendstilvillen, das Sandgebiet und Klein-Venedig mit seinen Fischerhäuschen sind nur zwei weitere Beispiele für eigenständige Stadtteilentwicklungen. Schon 1993 wurde Bamberg deshalb von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

All das sollte doch für Sie die absolut perfekte Grundlage sein, um entweder auf dem Immobilienmarkt, in der Tourismusbranche, mit Großveranstaltungen oder im Einzelhandel eine Schweinegeld zu verdienen. Bereits in der Vergangenheit konnte die Stadt und ihre Verwaltung zahlreiche Investoren bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen, denn manchmal stehen der Denkmal- und Ensembleschutz, Bürgervereine oder sonstige Initiativen schon etwas im Weg.

Bei Interesse wenden Sie sich mit Ihren Ideen und am besten schon konkreten Angeboten zunächst vorrangig an die verschiedenen Fraktionsvorsitzenden (CSU und SPD sind normalerweise ausreichend). Wir empfehlen hierfür als Rahmen ein luxuriöses Abendessen mit Übernachtung in einem 5-Sterne-Hotel im Bayerischen Wald. Der Rest klappt dann schon!


Schleusenwärterhaus soll gastronomisch genutzt werden

Mittwoch, 28. April 2010

So titeln die einschlägigen Zeitungen Bambergs in den vergangenen Tagen. Unseren Quellen zufolge gibt es bereits einige Interessenten, die den Stadtrat mit verschiedensten Konzepten überzeugen möchten:

  • Das “große, goldene M” möchte studentenorientiert beliebte, deutsche Gerichte anbieten, wie zum Beispiel Pommes, Hamburger oder Cheesburger.
  • Ein weiterer Interessent möchte sich auf Wildgerichte spezialisieren. Highlight der Speisenkarte soll das “Erba-Reh im roten Beete” werden.
  • Ein Bamberger Unternehmer möchte das Schleusenwärterhaus zum “Wellnesstempel mit Liegefläche im Freien” umbauen. Gastronomisch soll im wesentlichen mit Erdbeeren, Weintrauben, Sahne, Schokosoße und Sekt aufgewartet werden.
  • Leichte, fränkische Küche wie Schäuferla und Bierhaxen möchte ein ehemaliger Gastronom aus der Sandstraße anbieten.
  • Der Favorit des Stadtrats scheint aber wohl ein Bauunternehmer zu sein, der das Schleusenwärterhaus abreißen und stattdessen ein Hochhaus dorthin bauen will, auf dessen Dachterrasse für die Highsociety Bambergs südländische Speisen und Cocktails serviert werden, ganz nach dem Vorbild “Haingebiet”, quasi.

Aus Alt wird Neu: Wir haben renoviert!

Dienstag, 27. April 2010

Pünktlich zum 250. Artikel haben wir unserer Webseite einen neuen Anstrich verpasst. Aus dem Standarddesign des Redaktionssystems wurde ein extra für die RundfunkAnstalten Franken konzipiertes, entworfenes und umgesetztes Layout, das nun wohl kaum noch Wünsche offen lassen dürfte.

Einige wesentliche Neuerungen im Überblick:

  • Über die obere Menüleiste haben Sie immer direkten Zugriff auf die sechs wichtigsten Rubriken unserer Berichterstattung
  • Rechts finden alle Freunde der Montagsdementis einen “Dementis-Button” für den Schnellzugriff
  • Wenn Sie einen Artikel aufrufen, empfehlen wir Ihnen ähnliche, ältere Artikel, die Sie in diesem Zusammenhang vielleicht auch interessieren könnten.

Einiges bleibt aber auch beim Alten:

  • Die Redaktion bleibt wie gewohnt bestechlich und abhängig: Für Bier (am liebsten Rauchbier), Schäuferla oder sonstige fränkische Köstlichkeiten schreiben wir nahezu alles oder machen Werbung für die Spender.
  • Wer einen Artikel mit weniger als vier Sternen bewertet, bekommt in der nächsten Liveshow sein Fett weg.
  • Wir werden auch in Zukunft nicht besser recherchieren als in der Vergangenheit.
  • Dementis kommen weiterhin am Montag. Oder auch nicht. Je nach dem….

Wir wünschen nun weiterhin viel Spaß!

Keine Angst, nur das Layout hat sich geändert.

Keine Angst, nur das Layout hat sich geändert.


Dementis zum Montag – Ausgabe 28

Montag, 26. April 2010

Herzlichen Dank an alle Einsender, hier nun die Montagsdementis:

  • Es stimmt nicht, dass sämtliche Autovermietungen Bambergs durch einen gewissen Klaus S. ausgebucht wurden und deren Autos nun auf dem Schönleinsplatz parken.
  • Es stimmt nicht, dass am Schönleinsplatz eine barrierefreie Tiefgarage geplant ist.
  • Es stimmt nicht, dass auf dem Gelände des Schlachthofs – verkehrstechnisch praktisch gelegen – ein Truckerparkplatz entstehen soll.
  • Es stimmt nicht, dass man festgestellt hat, auch locker ohne die Kettenbrücke klarzukommen.
  • Es stimmt nicht, dass Tierschützer bereits eine größere Summe gesammelt haben um den heimatlosen Rehen auf der Erba Insel ein Studentenappartment “Liebe”, 26qm für 100.000 € zu kaufen.
  • Es stimmt nicht, dass die Rehe auf der Erba Insel bereits getötet und tiefgekühlt wurden, um zur Eröffnung der Landesgartenschau der hohen Politik Bambergs serviert zu werden.
  • Es stimmt nicht, dass die Firma Klappan Stadträten, die die Tiefgarage unterm Schönleinsplatz befürworten, lebenslang einen Stellplatz zugesichert hat.
  • Es stimmt nicht, dass unser OB Andi 5 Leute vom Gartenamt am Dienstag Früh an die Konzerthalle und an den Schiffbauplatz schickte, damit dort ALLES schön sauber ist für seine Sight-Seeing-Tour mit der SPD.

Frühjahrsputz?


Schecks für Sex in the City

Freitag, 23. April 2010

Weihnachten naht! – Und für alle, die immernoch nicht wissen, was sie zum Fest der Liebe unter den Christbaum legen sollen, haben wir zusammen mit dem Stadtmarketing die große Ehre, Ihnen das neue Gutscheinheft “Schecks für Sex in the City” zu präsentieren. 

Bamberg zeigt sich trotz (oder gerade wegen) erzkatholischer Traditionen sexuell betrachtet äußerst tolerant. Bis in höchste politische Gremien scheint dieser neue Geist bereits vorangedrungen und so wundert es nicht, dass die Entscheidung zum Bau des größten Fränkischen Freudenhauses ohne großes Aufsehen durch alle zuständigen Senate durchgewunken wurde. Neben dem aus der Lokalradiowerbung bekannten Etablissement an der Geisfelderstraße eröffnet nun im Juni das noch deutlich größere “Wellness-Zentrum” in der Nähe des Schlachthofes. “Fleisch zu Fleisch”, steht ja schon in der Bibel.

Die Sehenswürdigkeiten und das klassische Kulturprogramm sind zwar nach wie vor Vorzeigeelemente der Stadt, doch gemäß des (wir glauben, auch aus der Bibel stammenden) Sprichworts “sex sells” darf Bamberg den Sprung in die Moderne nicht verpassen. Und um das Geschäft in der Jäckstraße direkt gefördert durch die Stadt mit anzukurbeln, sind Gutscheine für Verfahren verschiedenster Art überall dort erhältlich, wo Sie das Stadtmarketinglogo sehen. Detaillierte Beratung erhalten Sie an den Verkaufsstellen.

Aber nicht nur das Stadtmarketing bringt sich engagiert mit ein. Während die Stadt zu Gunsten eines künftig flüssigeren Verkehrs extra noch die Hallstadter Straße saniert, arbeiten umliegende Betriebe und Einrichtungen wie der Schlacht- und Friedhof bereits an Kooperationsmodellen mit dem Startup-Unternehmen in der Jäckstraße. Die sprudelnde Gewerbesteuer sowie zu erwartende Werbeeinnahmen bei diversen Printmedien und Radiosendern dürften die lokale Wirtschaft zusätzlich ankurbeln. So, wir müssen los. Wir haben einen Termin vor Ort.

Erhältlich überall dort, wo Sie das Stadtmarketinglogo sehen!

Erhältlich überall dort, wo Sie das Stadtmarketinglogo sehen!


Bedarfsanalyse für Tiefgarage am Schönleinsplatz

Donnerstag, 22. April 2010

In der vergangenen Stadtentwicklungssenat ging es um das wohl beliebteste Streitthema der vergangenen Monate: Parkplätze. Einst initiiert von der CSU-Fraktion diskutierten sämtliche Fraktionen über den möglichen Bau einer Tiefgarage am Schönleinsplatz, für die Stadtinvestor Peter Klappan Geld zur Verfügung stellen würde. Ein wahrlich verlockendes Angebot angesichts leerer Stadtkassen.

Nach gefühlten zwölf Stunden Diskussion einigte man sich auf Vorschlag des Oberbürgermeisters darauf, die endgültige Entscheidung zu vertagen und zunächst zu prüfen, ob überhaupt Bedarf zu einer weiteren Tiefgarage bestünde. Deshalb soll es ab Montag, 26. April, 8.00 Uhr, erlaubt sein, das eigene Auto auf dem Schönleinsplatz rings um das Reiterdenkmal von Prinzregent Luitpold abzustellen. Sollten sich dann dort durchschnittlich mehr als 100 Fahrzeuge befinden, wäre der Bedarf als solcher festgestellt. Anschließend würde der Stadtentwicklungssenat wieder diskutieren.

Noch als Tipp für alle Auswärtigen: Während der achtwöchigen Studie wird der Schönleinsplatz in der Stadt als Park-And-Reit-Platz ausgeschildert.

Das Ergebnis von erfolgreicher Stadtentwicklung: Alter Schönleinsplatz ...

Das Ergebnis von erfolgreicher Stadtentwicklung: Alter Schönleinsplatz ...

.. und neuer Schönleinsplatz. Bedarf natürlich klar vorhanden!

.. und neuer Schönleinsplatz. Bedarf natürlich klar vorhanden!


Rettung für den Wilhelmsplatz?

Mittwoch, 21. April 2010

Die Stadt Bamberg ist pleite. Damit haben sich inzwischen auch die letzten Zweifler abgefunden. Jüngster Beweis ist der Wilhelmsplatz, dessen Umbau seit Januar still steht. Während die Pressestelle zunächst das Wetter als Grund für den Baustop angab, kristallisierte sich in den letzten Tagen heraus, dass der Stadt definitiv das Geld für weitere Maßnahmen am Wilhelmsplatz ausgegangen ist. Für einen ersten Schritt fehlen mindestens 300.000 Euro in der Stadtkasse. Müssen sich nun Bambergs Bürger an ein rot-weißes Tor zur Innenstadt gewöhnen?

Am gestrigen Tag kam Bewegung in die Diskussion. Der stadtbekannte Investor, die Klappan GmbH, äußerte sich interessiert an einer eigenen, finanziellen Beteiligung am Wilhelmsplatz. Nach Angaben des Unternehmens wäre man bereit, die fehlenden Gelder zur Verfügung zu stellen. Lediglich über die Refinanzierung müsse noch diskutiert werden. Aber auch hier liegen bereits ausgearbeitete Vorschläge vor. So sollen aus Tiefgaragen und Parkhäusern bekannte Schranken an den Ein- und Ausfahrten des Kreisverkehrs angebracht werden, an denen die Autofahrer je nach Nutzung des Kreisels bezahlen sollen. Bekanntlich werden drei Zufahrten gebaut, so dass für eine Drittelumrundung 1 Euro, für eine Zweidrittelumrundung 2 Euro und für ein komplettes Umfahren des Kreisverkehrs 3 Euro an Kosten für den Nutzer fällig werden sollen.

Auch die Stadt ginge dem Konzept nach nicht leer aus: Sie würde mit 5% an den Einnahmen beteiligt werden. Außerdem würden sämtliche Stadtratsmitglieder Ausweise zur kostenlosen Nutzung erhalten. Der Stadtrat möchte nun in seiner nächsten Sitzung entscheiden.


ACHTUNG! – Leserdementis zum Montag – Ausgabe 28

Dienstag, 20. April 2010

Die Redaktion der Rundfunkanstalten Franken freut sich sehr, dass sich immer mehr Leser durch kreative Beiträge und Kommentare an den inzwischen zur Tradition gewordenen Montagsdementis beteiligen. Deshalb hier nun unser Aufruf für kommende Woche:

Schicken Sie uns Ihr Montagsdementi für die Ausgabe 28 an unsere Redaktion unter info@figurenkabarett.de. Wir veröffentlichen anschließend die besten Einsendungen auf unserer Internetseite und verlosen unter allen Teilnehmern 5×2 Freikarten für unsere Aufführung von “Bamberg auf Sendung 2.1″ am 30. April im ATRIUM.

Der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen. Wer uns anzeigen möchte, kann es ruhig tun. Bessere Werbung kann man für uns nicht machen.


Dementis zum Montag – Ausgabe 27

Sonntag, 18. April 2010
  • Es stimmt nicht, dass sich zwei Stadtoberhäupter durch Bekochen der High-Society ein kleines Zubrot verdienen wollen.
  • Es stimmt nicht, dass in den Sommermonaten ein lückenloser Bauzaun um Bamberg stehen wird.
  • Es stimmt nicht, dass es Überlegungen gibt, die Landesgartenschau auf die Böhmerwiese zu verlegen.
  • Es stimmt nicht, dass Bambergs Überflieger ganz schön verstaubt sind.
  • Es stimmt nicht, dass der Bereich um die Lange Straße in “Bamberg Brongs” umbenannt werden soll.
  • Es stimmt nicht, dass nun bald auch Führungen über den Wilhelmsplatz angeboten werden.
  • Es stimmt nicht, dass die Herzog-Max-Straße künftig den Namen “Trabi-Highway” tragen soll.
  • Es stimmt nicht, dass die Stadt bekannt gegeben hat, dass sich die Fertigstellung der Kettenbrücke wegen des Vulkanstaubs um weitere zwei Monate verzögert.

Spaß haben mit dem Denkmalschutz

Donnerstag, 15. April 2010

Hier unser kleiner Freizeittipp für das kommende Wochenende unter dem Motto “Spaß haben mit dem Denkmalschutz”:

  • Kaufen Sie sich ein Haus oder eine Wohnung auf dem Bamberger Inselgebiet. Das Haus sollte (aber muss nicht!) vor 1900 erbaut worden sein, Architektur im Jugendstil, Klassizismus oder Neoklassizismus fördern auf jeden Fall den Spaßfaktor dieses Projekts.
  • Reichen Sie anschließend beim Denkmalschutz Bauanträge ein, die je nach Gebäude folgende Umbaumaßnahmen beschreiben:
    • Abreißen eventuell störender, maroder oder unpraktischer Gebäudeteile
    • Dämmen und Isolieren der Außenmauern
    • Einsetzen von enegetisch sinnvollen Kunststoff- oder Alufenstern, möglichst mit erweiterndem Durchbruch zu Gunsten hellerer Räume
    • Neuanstrich in eigener Wunschfarbe, praktisch wäre eine vorhandene, mindestens 50 Jahre alte Malerei auf der Außenwand
  • Nach höchstwahrscheinlicher Ablehnung (Ensembleschutz) der verschiedenen Anträge, beginnen Sie zeitnah mit den geplanten Bauarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt wären Freunde und Bekannte mit Sitz im Stadtrat hilfreich.
  • Beantworten Sie alle Fragen, Beschwerden und Beschlüsse der verschiedenen Denkmalschutz-, Weltkulturerbe- und Bauordnungsämter mit “Oh!?”, “Hups?!”, “Echt?!” und setzen Sie Ihr Bauvorhaben zielstrebig fort. Argumentieren Sie ggf. mit öffentlichem Interesse an ihrem Bauvorhaben.
  • Ignorieren Sie eventuell gefällte Stadtratsbeschlüsse. “Da haben Sie wohl etwas falsch verstanden” funktioniert bei diesem Gremium als Ausrede im Nachhinein immer.
  • Beschädigen Sie – selbstverständlich aus Versehen – vorhandene Objekte, die ihren Umbau stören oder teurer werden lassen würden. Für die Kosten einer Restauration findet sich im Nachgang schon eine Stiftung.

Und im völlig unwahrscheinlich Fall, dass man Sie nach Abschluss der Bauarbeiten rechtlich belangen möchte, sagen Sie nur “Stadtbad!” – Natürlich keine Gewähr auf Erfolg.


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