Archive for April, 2010
Dienstag, 13. April 2010
Wie soeben bekannt wurde, steht die Baustelle “Kettenbrücke” ein weiteres Mal still. Doch diesmal sind es nicht die niedrigen Temperaturen, die die Bauarbeiter zum Pausieren zwingen. Die Pressestelle der Stadt Bamberg gab bekannt, dass sämtlicher Arbeiter auf das Erba-Gelände abgezogen wurden, wo in den nächsten Monaten sechs Brücken gebaut werden sollen. Dort besuchen die Mitarbeiter der beteiligten Baufirmen nun verschiedene Seminare zum Thema “Brückenbau” und lernen anhand von konkreten, realen Beispielen vieles zum Thema Effizienz und Effektivität bei Baumaßnamen über dem Wasser. Der Kettenbrückenbau soll nach Abschluss der Arbeiten auf dem Erba-Gelände fortgesetzt werden. Wann diese dann fertiggestellt wird, steht noch in den Sternen.
Feststehen inzwischen allerdings die Namen der sechs Brücken auf dem Erba-Gelände. Bisher offiziell noch geheim gehalten, konnten wir die Namen über eine führende Persönlichkeit der Stadt am gestrigen Abend in einer der zahllosen Bierkneipen Bambergs in Erfahrung bringen:
- Klar ist: Bei der aktuellen Ketten-Ersatzbrücke bleibt der Name Stieringer-Steg auch nach dem Umzug bestehen. Ob man weiterhin Zoll bei der Benutzung bezahlen muss, wird diskutiert.
- Der Name der zweiten Brücke lautet Starkes Brück’, benannt nach einem ehemaligen Trainer des 1. FCE Bamberg.
- Der Name der dritten Brücke steht auch fest: Reinfelders Bridgla, benannt nach einer bekannten Gaustadter Freiheitskämpferin
- Der Name der vierte Brücke lautet Brü-ller, ein total witziges Wortspiel aus Brücke und Müller, dem Bamberger Allerweltsnamen.
- Der Name der fünften Brücke (eine Fußgängerbrücke) soll an die ehemalige Überparteiliche Bürger-Gemeinschaft erinnern und heißt deshalb Ü-Ber-Geh.
- Beim Namen der sechsten Brücke hatte man sich eigentlich bereits fest für Lauer-Mauer entschieden, bis man festgestellt hat, dass eine Stahlbrücke gebaut wird. Da wird nun noch verhandelt.
Montag, 12. April 2010
Wer hätte das noch vor einem Jahr geglaubt? – Das Hainbad, oder neudeutsch die Hainbadestelle, steht kurz vor der Eröffnung. Ab Samstag, den 17. April, darf es wieder besucht, ab 1. Mai darf sogar offiziell in der Regnitz geschwommen werden. Wir möchten deshalb auf einige, wichtige Regeln aufmerksam machen:
- Das Schwimmen ist auch Erwachsenen nur mit Schwimmreifen und -flügeln erlaubt.
- Das Nacktbaden in der Regnitz ist aus Tierschutzgründen untersagt.
- Bei kritischen Verkehrssituationen mit Kanus und Booten gilt nicht “rechts vor links”, sondern “flussaufwärts vor flussabwärts”
- Urinieren in die Regnitz ist zwar nicht verboten, aber sollte vermieden werden. Es könnte ein Grund für die Stadtwerke sein, das Flussbaden aufgrund von schlechter Wasserqualität wieder zu verbieten.
- Kopfsprünge sind normalen Bamberger Bürgern untersagt.
- Davongespülte Personen können im Fischpass der Landesgartenschau wieder eingesammelt werden.
Sonntag, 11. April 2010
- Es stimmt nicht, dass es sich beim neuen Roman von Friederike Schmöe um einen Bamberger Brückenkrimi handelt.
- Es stimmt nicht, dass es sogar für Jugendliche in Bamberg ausreichend Gründe für ein Komabesäufnis gibt.
- Es stimmt nicht, dass Daniela Reinfelder die Gaustadter Hauptstraße zur Chefsache (für wen auch immer) erklärt hat.
- Es stimmt nicht, dass der gewonnene Pokal der Brose Baskets zu Gunsten der Stadtkasse verkauft werden soll, damit man sich im Ordnungsamt wieder Toner für die Drucker leisten kann.
- Es stimmt nicht, dass uns das Wobla nun wöchentlich mit seinem Titelthema Konkurrenz als Satiremagazin machen möchte.
- Es stimmt nicht, dass kritische Interessenten an Kettenbrückenführungen durch das Baureferat teilnehmen können.
- Es stimmt nicht, dass der “Hungermarsch” von den Bamberger Symphonikern auf CD aufgenommen wird.
Freitag, 9. April 2010
Gestern wurden Zahlen bekannt, die besagen, dass Bamberg die deutschlandweite Spitzenposition bei komatös betrunkenen Jugendlichen einnimmt. So landen hier laut Statistik knapp 1% aller Jugendlichen pro Jahr wegen Alkoholkonsums im Krankenhaus.
Da diese Zielgruppe wegen dem Hauptaugenmerk auf Touristen und Shoppingbegeisterte fast untergegangen zu sein scheint, möchte das Stadtmarketing nun schnell reagieren und hat nahezu über Nacht eine Werbeaktion aus dem Boden gestampft, die Bamberg nicht nur als Touristen- und Einkaufsstadt interessant machen soll: Bockbieranstiche, Junggesellenabschiede, Biertage, Sandkerwa und Partyweekends ziehen ebenso viele Gäste in unsere Stadt, die hier mehr oder weniger unvergessliche Tage verleben können.
“Die Chance, die Bamberg mit dem bereits erreichten Spitzenplatz einnimmt, ist bundesweit einzigartig. Das ist eine gute Grundlage für unsere Arbeit in den kommenden Jahren”, heißt es in einem offiziellen Statement.
Bereits heute wurde das entsprechende Werbeplakat präsentiert:

Das neue Großflächen-Werbeplakat des Stadtmarketings für die Vollrauschstadt Bamberg steht ab sofort an 50 ausgewählten Standorten.
Donnerstag, 8. April 2010
Wie bekannt wurde, findet in diesem Jahr der Bamberger Hungermarsch zum letzten Mal statt. Die Teilnehmerzahl sank in den letzten Jahren konstant, so dass kaum Hoffnung für die Zukunft besteht, heißt es von den Veranstaltern. Für die Stadt Bamberg und den Landkreis ist dieser Umstand natürlich bedauerlich, wurden mit dem Hungermarsch doch Jahr für Jahr mehrere tausend Euro für die dritte Welt gesammlt.
Viele Bamberger unterbreiten bereits jetzt Vorschläge, wie man den Hungermarsch zeitgemäßer gestalten und somit am Leben erhalten könnte.
- Ein Bamberger CSU-Politiker regte an, den Hungermarsch künftig als Hungerlauf zweijährig stattfinden zu lassen. Durch so manchen Marathonläufer würde das Thema “Hunger” viel authentischer vermittelt werden können.
- Ein Realisten-Stadtrat schlug vor, den Hungerlauf hin und her über den Stieringer-Steg zu führen. Bei jeder Überquerung würden so automatisch einige Cent zusammenkommen, die dann notleidenden Zauberkünstlern zugute kommen könnten.
- Die IG “Bamberg Brauereien” empfiehlt, das Bierdiplom als Durstlauf wieder aufleben zu lassen. Das altbewährte Konzept von Gastwirtschaft zu Gastwirtschaft zu ziehen würde Geld in die wirtschaftskrisengebeutelte Branche spülen.
Doch von oberster Stelle gibt es für keinen der Vorschläge Unterstützung. Man hätte sich in Bamberg ja nicht auf Marschieren und Laufen, sondern auf Aussitzen spezialisiert.
Montag, 5. April 2010
Na, das muss einem erstmal gesagt werden: Ein Drittel der UNESCO-Weltkulturerbe-Auszeichnung in Bamberg ist die Gärtnerstadt. Und viele wundern sich schon, wenn sie durch die Altstadt flanieren, mit den Worten “Na, dies kann ja wohl nicht alles sein!?” – Jetzt, Dank des Bamberger Anzeigenblattes, wissen es auch die.
Aber nach und nach droht diesem Bamberger Häckerland das Aus. Immer mehr Felder werden Grundstücke und immer mehr Äcker verschwinden aus den Luftbildaufnahmen des Herrn Wehner.
Wenn man mal eine Umfrage unter den Bamberger Bürgern macht, wissen wahrscheinlich die Wenigsten, wo die Gärtnerstadt überhaupt ist. Man sieht sie ja auch eigentlich gar nicht, denn wenn man mal durch die Königsstrasse bis zur Ottokirche und von der Ottokirche durch die Mittelstrasse bis zum Bahnhof läuft, sieht man nur Häuser.
Dass aber hinter den ganzen Fassaden Rettich, Kren und Stazineri angebaut werden, ist kaum einem bekannt.
Nun, dies tut jetzt eigentlich auch nichts zur Sache. Die Ackerbauflächen “schmelzen zusammen” (so der Eff-Dee) und das Weltkulturerbe schrumpft.
Zulassen darf man das auf gar keinen Fall. Aber wie kann man den Untergang der Ärdkolleroom-Dynastie retten?
Die Felder werden bebaut und trotzdem soll der UNESCO-Status beibehalten werden. Soll man nun alles auf die Erba-Insel verlegen oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?
Kann man nicht die Gärtnerstadt bewahren und trotzdem auf den Grundstücken Häuser errichten???
Natürlich geht das! – Zwischen den Neubauten muss man nur etwas Platz lassen für diverse Tiefkühlbehältnisse in denen man erntefrisches Obst und Gemüse von **frost, **smann oder **nduelle lagern kann. Tiefkühlware soll ja angeblich eh mehr Vitamine nachweisen können als Frischzeuchs. – Und die Gärtner haben weniger Arbeit und der Weltkulturerbestatus bleibt erhalten.

Die UNESCO wird zufrieden sein: Gärtnerstadt trotz Bebauung.
Montag, 5. April 2010
Nach 208 Jahren gibt der Staat die Domherrenhöfe wieder an die Kirche ab. Wie kommt es zu dem plötzlichen Wandel? Hat der Freistaat Bayern Angst, die Missbrauchsvorfälle in der katholischen Kirche weiten sich noch weiter aus? Gar in Bamberg?
Kann schon sein. Und deshalb wollen sie nun in letzter Sekunde einen Rückzieher machen, um etwaigen Verdächtigungen aus dem Weg zu gehen, nicht das es am Ende heißt, dass das saubere Land Bayern in den Domherrenhöfen irgendwelche pädophilen Handlungen geduldet haben soll. Gut, hat es dann zwar schon, aber es kann dann wenigstens sagen, dass es sich eh schon mal von der Kirche distanziert hat.
Aber wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand malen. Bisher gibt es ja noch keine Verdächtigungen diesbezüglich gegen den Domberg und man will es ja auch nicht hoffen.
Wie ist das eigentlich, wenn sich der Freistaat von der Kirche absondert? Sind wir dann noch Papst?
Montag, 5. April 2010
- Es stimmt nicht, dass die Löwenbrücke, aus Kostengründen, zur Hälfte wieder eingerissen wird.
- Es stimmt nicht, dass Radio Bamberg die Stadtratssitzungen live im Rathaus übertragen möchte.
- Es stimmt nicht, dass die RundfunkAnstalten Franken nach Spanien umziehen.
- Es stimmt nicht, dass die Kettenbrücke, wegen Geldnot, aus Styropor fertiggestellt wird.
- Es stimmt nicht, dass das Künstlerhaus Villa Concordia zukünfitg nur noch Poetry-Slam-Stipendiaten aufnimmt.
- Es stimmt nicht, dass der Wilhelmsplatz in Luitpoldplatz umbenannt werden soll.
- Es stimmt nicht, dass der Schönleinsplatz in Bamberger-Reiter-Platz umbenannt werden soll.
- Es stimmt nicht, dass der Dom in Schick-eria umbenannt werden soll.
Samstag, 3. April 2010
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Starke, lieber Andi!
Stimmt das wirklich, dass die 44 Apostel, die um Dich versammelt sind, die Stadtratsbeschlüsse aus dem regionalen Anzeigenblatt erfahren müssen?
An was liegt das?
Schlafen alle während Deiner Bekanntmachung (was man sich gut vorstellen kann)? Oder reden alle durcheinander, so das die Beschlüsse untergehen (was man sich noch besser vorstellen kann)? Oder enthält man der Stadträtin Ulrike Heuken die Sitzungstermine vor, weil sie von nichts weiß?
Wie auch immer, so kann’s ja wohl nicht gehen!
Ist ja schön, dass der FT angeboten hat, die GAL zu unterstützen und stadtinterne Themen und Beschlüsse an die Stadtratsmitglieder weiterzugeben, doch wir wollen da in nichts nachstehen und bieten quasi das Selbe an, mit dem Unterschied, dass unsere Neuigkeiten schon oft publik sind, bevor sie von Dir beschlossen werden. Das liegt bestimmt an den unsicheren Quellen, die wir haben.
Kurzum, wir sind sehr daran interessiert, den Stadtrat über die neuesten Beschlüsse zu informieren. Wenn Du (oder Deine Pressestelle) uns bitte eine e-Mail-Liste der Stadtratsmitglieder zuschicken könntest, dann informieren wir alle per Newsletter darüber, was zur Zeit im Rathaus Sache ist und vielleicht erfährst Du dann auch ab und zu mal was Neues. Denn es kann durchaus auch sein, dass ein Stadtoberhaupt etwas beschlossen und garnichts davon mitbekommen hat.
In diesem Sinne…
Ein frohes Osterfest!
Florian und Albert Herrnleben
p.s. Und denk an die e-Mail-Liste!!!
Donnerstag, 1. April 2010
Wir überlegen schon lange, ob es das bringt, nur aus Bamberg zu berichten. Seit Wochen immer die gleichen Themen.
Baustellen, Landesgartenschau, Künstlerhaus, Kurzzeitparkplätze, Maxplatz… – Bäh!
Mal ehrlich, das macht doch keinen Spaß mehr.
Darum hat unsere Zwei-Mann-Redaktion beschlossen, dass sich immer einer von uns auf große Reise begibt und aus nahen und fernen Ländern berichtet.
Aber keine Sorge! Bamberg werden wir dadurch nicht vergessen. Im Gegenteil. Wir wollen mit den Reiseberichterstattungen Bamberg mit anderen Städten/Orten/Landschaften vergleichen.
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1.Teil
FUERTEVENTURA (Kanaren/Spanien)
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Ein Interview mit unserem Auslandskorrespondenten Florian Herrnleben.
Red.: Hallo Florian!
Florian: Hoi!
Red.: Schon bereut, dass Du als erster von uns beiden weg musstest?
Florian: Nö.
Red.: Gut. Jetzt so auf den ersten Blick, wie ist es auf Fuerteventura so im Vergleich zu Bamberg?
Florian: Andersch.
Red.: Ahja. Was vermisst Du dort am meisten?
Florian: Das Bier.
Red.: Verstehe. Ist also dort net so der Brüller?
Florian: Das Atlantikwasser ist nahrhafter und billiger.
Red.: Das heißt, beim Bierpreis und bei der -qualität ist Bamberg klar im Vorteil?
Florian: Genau.
Red.: Ok. Nächste Frage: Was würdest Du sagen, ist auf Fuerteventura ähnlich wie in Bamberg? Gibt es da Gemeinsamkeiten?
Florian: Nun zunächst einmal der Sand. In Bamberg ist es zwar mehr Bausand und hier liegt er mehr so natürlich herum, aber in den Schuhen hat man ihn hier genauso.
Red.: Aber von Baustellen sieht man dort nichts?
Florian: Bis jetzt noch nicht, aber in Bamberg reißt man ja auch über Nacht alles nieder. Bis heute wurde ich vom Meeresrauschen wach, morgen ist es vielleicht schon ein Preßlufthammer.
Red.: Oh, höre ich da so leicht heraus, dass Du den Baulärm schon vermisst?
Florian: Naja, es fehlt schon was.
Red.: Und wie ist das so mit den Bauwerken? Historisch interessant?
Florian: Also das mächtigste Gebäude ist der Flughafen. Sonst sieht man hier nur ab und zu mal ne Windmühle und nen Leuchtturm.
Red.: Hm, meinst Du, das Fuerteventura im Krieg ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde?
Florian: Glaub ich net. Des schaut hier, denke ich, schon immer so aus.
Red.: Wie ist so die Wassertemperatur? Ist sie schon angenehm?
Florian: Es ist ein sehr gutes Hotel. Da kann man unter der Dusche die Temperatur nach seinen Wünschen regulieren.
Red.: Irgendwelches Ungeziefer?
Florian: Viele Deutsche…
Red.: Also so alles in allem, könntest Du Dir schon vorstellen, länger zu bleiben, oder sogar dorthin auszuwandern?
Florian: Warum nicht! – Hier ist es schön warm und man muss nicht ständig mit Wintermantel oder/und Regenschirm herumlaufen. Das ist halt der große Vorteil hier. Aber ansonsten ist es auch nicht viel anders als in Bamberg.
Red.: Nun gut. – Dann wünsche ich Dir noch nen schönen Aufenthalt. Ich muss jetzt dann mal los. Bin gleich zum Schäuferla-Essen mit lecker Rauchbier eingeladen.
Florian: Hm. – Ich schau mal, wann der nächste Flieger zurückgeht…

Unser Auslandskorrespondent Florian Herrnleben in Barcelo Jandia Playa.
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