Es ist schon unglaublich für was man heutzutage alles einen Sponsoren braucht. Jetzt sucht man doch tatsächlich auch noch Geldgeber für jedes einzelne Kräuterlein am Deckengewölbe in der Michaelskirche.
Selbstverständlich werden die großzügigen Mäzen namentlich in die Hostien eingebrannt, denn eine schriftliche Erwähnung neben jeder Pflanze ist aus Denkmalschutzgründen nicht möglich und außerdem auch zu weit oben.
Falls jemand wirklich vorhat, ein Kräuter-Pate zu werden, aber noch nicht weiß, für welches Grün er sich entscheiden soll, hätten wir hier ein paar Vorschläge:
Für weitere Kräuterberatung stehen wir gerne zur Verfügung.
Falls sich mehr Sponsoren finden, als Pflanzen vorhanden sind – keine Sorge, das Kopfsteinpflaster auf dem Domberg soll als nächstes drankommen.
Die Weltkulturerbestadt Bamberg ist ohne Frage immer eine Reise wert. Die historische Altstadt, das würzige Bier und das besondere Flair locken jährlich tausende Touristen an. Aber man muss der Stadt nicht unbedingt selbst einen Besuch abstatten, um sich von den Schönheiten zu überzeugen. In vielen Orten gibt es bereits sogenannte Miniatur-Parks, in denen man die schönsten Bauwerke und Plätze der Welt in Kleinformat bewundern kann. Die belgische Hauptstadt Brüssel, die ebenfalls so einen Park besitzt, hat sich nun entschlossen, auch Bamberg mit in ihre Anlage aufzunehmen. Da der Bruparck am Fuße des Atomiums aber nicht zu tief in die Tasche greifen möchte, entschied man, Bamberg lediglich durch den Maxplatz zu repräsentieren.
Der Fränkische Tag berichtete in einem seiner letzten Ausgaben, dass Bamberg einer von drei Standorten in Bayern ist, an dem Erdbeersorten getestet werden. Hierzu dient die Anlage des staatlichen Gartenbauversuchsbetriebes.
Was wir von unseren nicht ganz sicheren Quellen erfahren haben ist, dass es in der Domstadt noch einen weiteren Versuchsbetrieb geben soll, welcher zwar keine vitaminreichen Gewächse prüft, sondern nahrhaften Gerstensaft.
Die zwei Bamberger Schorsch M. und Karl B. testen seit ungefähr 5 Jahren Biersorten aus ganz Deutschland. Und sind wir doch mal ehrlich: In welcher anderen Stadt könnte man besser dieses Getränk testen, wie hier?
Nachdem die zwei Kampftrinker, die einzeln pro Tag beachtliche 17 Liter schaffen, im Frühjahr 2013 ihr Endresultat veröffentlichen möchten, wollten sie, verständlicherweise, uns gegenüber nur einen kleinen Auszug ihrer Forschungsarbeit preisgeben:
P**** – Das Brauhaus, Köln
Sorte: Alles gleich.
Aussehen: Wie Pipi.
Geschmack: Wie Pipi.
Folgeerscheinungen: Nach dem 40sten Gläschen, wünscht man sich ein Bier.
A****bräu, München
Sorte: Pils
Aussehen: Wie a Bier halt.
Geschmack: Aussehen kann täuschen.
Folgeerscheinungen: Input 5 Liter; Output 7,2 Liter
Ur-****, Leipzig
Sorte: Dunkles
Aussehen: Wie a verdünntes Rauchbier.
Geschmack: Verdünntes Rauchbier wäre besser.
Folgeerscheinung: Macht blöd.
G****-Privatbrauerei, Hamburg
Sorte: Weizen
Aussehen: Wie Fischwasser.
Geschmack: Es ist Fischwasser.
Folgeerscheinung: Die Sprotte wurde wieder ins Meer ausgesetzt.
Hausbrauerei F****, Freiburg i.Br.
Sorte: A U
Aussehen: Wie des Putzwasser im Schlenkerla
Geschmack: Wie schmeckt eigentlich des Putzwasser im Schlenkerla?
Folgeerscheinung: 9 Tage Durchfall.
Die Redaktion bedankt sich für die Zurverfügungstellung einiger Testergebnisse.
Bamberg. Rathaus. Domberg.
In der Jäckstraße eröffnet ein neuer Puff. Unter dem Namen FKK Germania erwartet Freunde des sinnlichen Genusses ein Wellness- und Erholungstempel der ganz besonderen Art. Wir hatten Gelegenheit, mit der Geschäftsführung über konkrete Services des Etablissements zu sprechen, die speziell für Bamberg konzipiert wurden. Bei der “Bamberer Brücke” handelt es sich beispielsweise um eine Stellung, bei der sie eine Brücke macht und er nicht fertig wird. Bei der Stellung “Maxplatz” legt er sich nackt hin und nix passiert. Auch für Sadomasochisten hat das Bordell etwas im Angebot: Im Raum “Fuchs-Park-Stadion” kann er sich ein FC Eintracht Trikot anziehen und bekommt dann von ihr die Hucke voll. Wer auf wüste Beschimpfungen steht, wird im Raum “Schlenkerla” mit Dirne Gunda wahre Freudennächte erleben. Das Rubina69, bekannt durch Radio Bamberg, möchte nun auch nachziehen und eine “Radio Bamberg-Stellung” anbieten. Da geht’s dann gemäß des ehemaligen Slogans des Senders “ohrentief rein”.
Wir überlegen schon lange, ob es das bringt, nur aus Bamberg zu berichten. Seit Wochen immer die gleichen Themen.
Baustellen, Landesgartenschau, Künstlerhaus, Kurzzeitparkplätze, Maxplatz… – Bäh!
Mal ehrlich, das macht doch keinen Spaß mehr.
Darum hat unsere Zwei-Mann-Redaktion beschlossen, dass sich immer einer von uns auf große Reise begibt und aus nahen und fernen Ländern berichtet.
Aber keine Sorge! Bamberg werden wir dadurch nicht vergessen. Im Gegenteil. Wir wollen mit den Reiseberichterstattungen Bamberg mit anderen Städten/Orten/Landschaften vergleichen.
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1.Teil
FUERTEVENTURA (Kanaren/Spanien)
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Ein Interview mit unserem Auslandskorrespondenten Florian Herrnleben.
Red.: Hallo Florian!
Florian: Hoi!
Red.: Schon bereut, dass Du als erster von uns beiden weg musstest?
Florian: Nö.
Red.: Gut. Jetzt so auf den ersten Blick, wie ist es auf Fuerteventura so im Vergleich zu Bamberg?
Florian: Andersch.
Red.: Ahja. Was vermisst Du dort am meisten?
Florian: Das Bier.
Red.: Verstehe. Ist also dort net so der Brüller?
Florian: Das Atlantikwasser ist nahrhafter und billiger.
Red.: Das heißt, beim Bierpreis und bei der -qualität ist Bamberg klar im Vorteil?
Florian: Genau.
Red.: Ok. Nächste Frage: Was würdest Du sagen, ist auf Fuerteventura ähnlich wie in Bamberg? Gibt es da Gemeinsamkeiten?
Florian: Nun zunächst einmal der Sand. In Bamberg ist es zwar mehr Bausand und hier liegt er mehr so natürlich herum, aber in den Schuhen hat man ihn hier genauso.
Red.: Aber von Baustellen sieht man dort nichts?
Florian: Bis jetzt noch nicht, aber in Bamberg reißt man ja auch über Nacht alles nieder. Bis heute wurde ich vom Meeresrauschen wach, morgen ist es vielleicht schon ein Preßlufthammer.
Red.: Oh, höre ich da so leicht heraus, dass Du den Baulärm schon vermisst?
Florian: Naja, es fehlt schon was.
Red.: Und wie ist das so mit den Bauwerken? Historisch interessant?
Florian: Also das mächtigste Gebäude ist der Flughafen. Sonst sieht man hier nur ab und zu mal ne Windmühle und nen Leuchtturm.
Red.: Hm, meinst Du, das Fuerteventura im Krieg ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde?
Florian: Glaub ich net. Des schaut hier, denke ich, schon immer so aus.
Red.: Wie ist so die Wassertemperatur? Ist sie schon angenehm?
Florian: Es ist ein sehr gutes Hotel. Da kann man unter der Dusche die Temperatur nach seinen Wünschen regulieren.
Red.: Irgendwelches Ungeziefer?
Florian: Viele Deutsche…
Red.: Also so alles in allem, könntest Du Dir schon vorstellen, länger zu bleiben, oder sogar dorthin auszuwandern?
Florian: Warum nicht! – Hier ist es schön warm und man muss nicht ständig mit Wintermantel oder/und Regenschirm herumlaufen. Das ist halt der große Vorteil hier. Aber ansonsten ist es auch nicht viel anders als in Bamberg.
Red.: Nun gut. – Dann wünsche ich Dir noch nen schönen Aufenthalt. Ich muss jetzt dann mal los. Bin gleich zum Schäuferla-Essen mit lecker Rauchbier eingeladen.
Florian: Hm. – Ich schau mal, wann der nächste Flieger zurückgeht…
Anno 1899 errichtete man auf dem Domplatz ein Denkmal von Prinzregent Luitpold. 39 Jahre später hat man es dann erstmal aus dem Weg geräumt und in irgendeinem Depot verstaut. Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Bamberg erinnerte man sich dann plötzlich wieder an den Prinzen (wahrscheinlich weil irgendjemand den Platz in seinem Schuppen anderweitig nutzen wollte) und stellte das Reiterstandbild auf den Schönleinsplatz.
Nun soll der ehemalige regierende Herrscher wieder umziehen. Sein neuer Wohnort soll mitten im Kreisverkehr am Wilhelmsplatz werden.
Der Mann kommt ganz schön herum in Bamberg. Hätte er einen nach ihm benannten Platz, wäre ihm bestimmt langweilig, denn von dort hätte man ihn bestimmt nie weg.
Gut, dies wäre die eine Sache. Die andere: Was soll mit dem leeren Flecken am Schönleinsplatz geschehen?
Eigentlich ganz einfach. Es liegt auf der Hand. Es kann gar keine andere Möglichkeit geben.
Wir bringen uns mal die Touristen ins Gedächtnis. Wenn die am Schönleinsplatz stehen, was sagen sie dann? – Na?
“Ach, der Bamberger Reiter…”
Na, warum nicht? Ist doch eine saubere Lösung. Im Dom nimmt ihn eh fast keiner wahr. Dann soll er doch an den Ort, an dem man ihn sowieso zu sehen glaubt.
Und unter so manchem Foto in einem japanischen Album steht dann endlich (nach vielen Jahren) die Wahrheit.
Da geht er also nun, der Chef des Bamberger Künstlerhauses Villa Concordia, der Herr Goldmann. Und seine Nachfolgerin, die Frau Gomringer, tritt zwar in seine Fußstapfen, will aber nicht den selben Schuh anziehen. Der weitere Ausbau des Skulpturenweges ist für sie kein Thema. Statt irgendwelche Baulücken in der Stadt mit sündhaft teuren Plastiken zu schmücken, zieht sie es vor, etwas für die Stipendiaten zu tun und ein Klavier (genauer ausgedrückt: einen Flügel) anzuschaffen.
Außerdem soll das Künstlerhaus (den Älteren noch besser bekannt als Wasserschloß Concordia) zukünftig ein Ort der Begegnung werden. Natürlich auf rein künstlerischer Ebene. Ob dies nun musikalische, handwerkliche, literarische, malerische oder sonst-wie-künstlerische Treffen sein sollen, scheint egal zu sein.
Wer sich darunter jetzt nicht viel vorstellen kann, dem geben wir hier einige Beispiele:
Man sieht also, es gibt eine Reihe von Kunstformen, die sich tadellos in den Betrieb des “neuen Künstlerhauses” einflechten lassen. Wir denken, Frau Gomringers Idee wird viele Freunde gewinnen und das bisher recht sterile Stipedianten-Big-Brother-Haus wird bald Bambergs zentraler Ort der Begegnungen werden.
Am heutigen Samstag wurde eine weitere Peinlichkeit um die Neugestaltung der Konzert- und Kongresshalle bekannt. Nachdem im Herbst vergangenen Jahres bereits an allen Stühlen Nachbesserungsarbeiten nötig wurden und man in der vergangenen Woche festgestellt hat, dass auch das Licht im Eingangsbereich wegen eines “Projektsteuerungsfehlers” zu hell ausgefallen ist und deshalb ausgetauscht werden muss, geht es nun noch den Symphonikern selbst an den Kragen. Wie der städtische Mitarbeiter Schorsch B. festgestellt hat, sind nicht alle Vorzeigemusiker der Domstadt groß genug, um beim Publikum die von den Bauplanern erdachte Wirkung zu erzielen. Grund dafür ist wohl ein Datenerfassungs- und Berechnungsfehler der Körpergrößen.
Deshalb werden alle Symphoniker mit einer Größe unter 1,94 m mit sofortiger Wirkung suspendiert. Die übrigen fünf Musiker verteilen sich dann gleichmäßig auf alle Instrumentengruppen, um die gewohnte, musikalische Klang-Bandbreite abdecken zu können.
Das Gerücht, das künftig nur noch afroamerikanische Musiker als Bamberger Symphoniker auftreten dürfen, wurde allerdings heftigst dementiert: Die blendenden Lichtreflexionen bei hellhäutigen Symphonikern wären noch unterhalb der zulässigen Höchstgrenzen, so dass man sich von solch abstrusen Ideen distanziere.
Was für Autofahrer durchaus ärgerlich ist, könnte nun zum Highlight Bambergs werden. Wie das Stadttheater, besser bekannt als E.T.A-Hoffmann-Theater, heute ankündigte, plant man eine Inszenierung passend zur Situation in der Domstadt. Weil durch den langanhaltenden Frost viele Straßen in Bamberg schwer beschädigt und von Schlaglöchern übersäht sind, möchte der Indendant des Theaters nun aus der Not eine Tugend machen und schreibt an einem neuen Fragment. Das Stück, das in der Kraterlandschaft eines fremden Planeten spielt, soll auf den Straßen Bambergs aufgeführt werden. Dafür wird für die Aufführungszeit der Bereich zwischen Augusten- und Hainstraße komplett für den Verkehr gesperrt. Die Zuschauer, die, so die Hoffnung der Theaterleitung, zu tausenden die Gehsteige säumen könnten, kämen somit erstmals und endlich in eine Art ganzheitlichen Theatergenuss, bei dem sie sich noch mehr mitten im Geschehen fühlen dürfen.
Die Stadt Bamberg begrüßt diese Idee, denn als groben Premierenzeitpunkt gab das Theater den Spätherbst an. Somit müsste mit den Straßenbauarbeiten frühestens in einem Jahr begonnen werden.
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KlaRa
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