05.09.2010, 07:45 Uhr

Unterschriftenaktion nicht für die Katz’!

Der Besitzer möchte unerkannt bleiben....

Der Besitzer möchte unerkannt bleiben....

Am gestrigen Mittwoch unterzeichneten OB Andreas Starke, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Hans Hemmerlein und der Geschäftsführer der Landesgartenschau 2012 GmbH Harald Lang die Gestattungsverträge für den umstrittenen Uferweg zwischen Markus- und Friedensbrücke. Gerade der Weg entlang des Schiffbauplatzes sorgte in den vergangenen Monaten für heftige Widerstände aus der Bürgerschaft. Doch Hans Hemmerlein beschließt nach der Vertragsunterzeichnung: Ein Schlusszeichen unter die Debatte ist nun gesetzt! Die Bürger hätten sich schon genug beschwert.

Über 1000 Bürger hatten in Form von Unterschriftenlisten ihren Unmut über die Zerstörung des letzten erhaltenen Uferstücks an der Regnitz bekundet. Sie wollten die über eine Million Euro teure und sinnlose Baumaßnahme verhindern. Sollen all die Bemühungen der Bürger nun umsonst gewesen sein? – Und was passiert nun mit den Unterschriftenlisten?

Von der Stadt erhielten wir die Antworten auf unsere Fragen: Man bedanke sich für das Engagement der Bamberger Bürger und möchte die Unterschriftenlisten natürlich schon auf Grund knapper Stadtkassen sinnvoll nutzen: Als Klopapier! Damit war die Unterschriftenaktion nicht für die Katz’, sondern für den Arsch.

Frühjahrsplärrer oder Landesgartenschau?

Noch steht nicht einmal fest, ob die Landesgartenschau pünktlich fertig wird, da wird schon über die Eröffnungswochen und -monate diskutiert. Auf Grund des zu erwartenden Besucheransturms befürchtet man, dass die Parkplatzkapazitäten in Gaustadt nicht ausreichen. Deshalb soll in dieser Zeit der Plärrerplatz an der Breitenau zu einem Großparkplatz mit Shuttleservice umfunktioniert werden. Der Frühjahrsplärrer, so die Folge daraus, kann deshalb möglicherweise nicht stattfinden. Dabei gibt es bereits zahlreiche Vorschläge, die eine Durchführung durchaus möglich machen würden.

Einige Pläne sehen vor, den Frühjahrsplärrer komplett zu verlegen. Örtlich. Als mögliche Alternativplätze stehen das Fuchsparkstadion (dort könnte dann auch erstmals ein Nachtplärrer unter Flutlicht stattfinden), das Atrium Einkaufszentrum (sogar das Riesenrad geht unter die Kuppel) oder das Hallenbad zur Verfügung. Doch jeder dieser Orte hat auch diverse Nachteile und Probleme bei genauer Betrachtung.

Deshalb sehen andere Konzepte vor, die Attraktionen des Plärrers in die verschiedenen Stadtteile Bambergs zu verteilen. Während der Maxplatz für die Geisterbahn wie geschaffen scheint, könnte die Schiffschaukel direkt nebenan im Rathaushof stehen. Das Bierzelt könnte eventuell direkt in der Gereuth aufgebaut werden (genau genommen reichen auch ein paar Bierbänke), die Losbude auf dem Parkplatz vor der Jako-Arena. Die Fischbude würde hervorragend in die Jäckstraße passen (Warum? – Keine Ahnung!) und für das Riesenrad könnte die Gaustadter Hauptstraße gesperrt werden. Das klappt jetzt schon hervorragend und bis 2012 haben sich die Gaustadter an Sperren und Umleitungen gewöhnt. Und die Anwohner könnten während dieser Zeit ja auf dem Gelände der Landesgartenschau parken.

Überraschung: Landesgartenschau wird heute eröffnet

Während Städte und Gemeinde wegen fehlenden Steuereinnahmen von rund 15 Milliarden dem Ruin entgegenschwanken, landet die Stadt Bamberg sowohl finanziell als auch organisatorisch einen Volltreffer. “Projektsymbiose” heißt das Zauberwort, mit dem Bambergs Politiker Dinge miteinander verbinden, die irgendwie zusammengehören. Auch das wohl größte Projekt des kommenden Jahrzehnts, die Landesgartenschau, fällt nun unter dieses brandneue Konzept einer schwäbischen Universität. Da auf dem für die Landesgartenschau geplanten ERBA-Gelände ohnehin nichts so richtig vorwärtsgeht, lädt die Stadt Bamberg spontan für heute Nachmittag auf den frischbegrünten Maxplatz ein, um dort – getreu dem Motto “Simplify your life” – vorzeitig die Landesgartenschau zu eröffnen.

Bamberg plant eine interaktive Landesgartenschau

2012. Das Jahr der Landesgartenschau nähert sich unaufhaltsam. Und Bamberg wäre eigentlich nicht Bamberg, wenn sich nicht auf dem Weg dorthin die eine oder andere Schwierigkeit in den Weg werfen würde. Doch bei der Landesgartenschau, die im Jahr 2012 auf dem ehemaligen ERBA-Gelände stattfinden soll, ist alles anderes. Man hat aus Brückenbauten gelernt und ist deshalb schon lange im Besitz eines Konzepts, dass die Landesgartenschau auf jeden Fall durchführbar macht. Und nicht nur das: Eine ganz besondere Landesgartenschau soll es werden, die allen Besuchern in Erinnerung bleiben und in die Geschichte eingehen soll: Die erste interaktive Landesgartenschau zum Mitmachen.

Während Landesgartenschauen bisher als Etepetete-Blümchen-Shows bekannt sind, wird es in der Gärtner- und Häckerstadt ursprünglicher zugehen. Am Eingang erhält jeder Besucher zunächst eine Gärtnerschürze und wahlweise Schaufel, Schubkarre, Saatgut oder Setzblumen. Auf dem Gelände werden die Besucher dann durch fachkundiges Personal bei den verschiedenen Arbeiten betreut, so dass dann spätestens im Frühjahr 2013 alles grünt und blüht.

Auch für Mitglieder des Stadtrats gilt es dann, das Jahr über als Teamleiter von Besuchergruppen kräftig mitanzupacken. Ob und wenn ja, welche Aufgaben der Oberbürgermeister übernimmt, steht wegen der in diesem Jahr ebenfalls stattfindenden OB-Wahl noch in den Sternen. Aber Andreas Starke kündigte im Falle eines Wahlsiegs bereits an, auch das eine oder andere Blümlein in den Sand setzen zu wollen.

Schleusenwärterhaus soll gastronomisch genutzt werden

So titeln die einschlägigen Zeitungen Bambergs in den vergangenen Tagen. Unseren Quellen zufolge gibt es bereits einige Interessenten, die den Stadtrat mit verschiedensten Konzepten überzeugen möchten:

  • Das “große, goldene M” möchte studentenorientiert beliebte, deutsche Gerichte anbieten, wie zum Beispiel Pommes, Hamburger oder Cheesburger.
  • Ein weiterer Interessent möchte sich auf Wildgerichte spezialisieren. Highlight der Speisenkarte soll das “Erba-Reh im roten Beete” werden.
  • Ein Bamberger Unternehmer möchte das Schleusenwärterhaus zum “Wellnesstempel mit Liegefläche im Freien” umbauen. Gastronomisch soll im wesentlichen mit Erdbeeren, Weintrauben, Sahne, Schokosoße und Sekt aufgewartet werden.
  • Leichte, fränkische Küche wie Schäuferla und Bierhaxen möchte ein ehemaliger Gastronom aus der Sandstraße anbieten.
  • Der Favorit des Stadtrats scheint aber wohl ein Bauunternehmer zu sein, der das Schleusenwärterhaus abreißen und stattdessen ein Hochhaus dorthin bauen will, auf dessen Dachterrasse für die Highsociety Bambergs südländische Speisen und Cocktails serviert werden, ganz nach dem Vorbild “Haingebiet”, quasi.

Baustop an der Kettenbrücke / Namen für die Erba-Brücken

Wie soeben bekannt wurde, steht die Baustelle “Kettenbrücke” ein weiteres Mal still. Doch diesmal sind es nicht die niedrigen Temperaturen, die die Bauarbeiter zum Pausieren zwingen. Die Pressestelle der Stadt Bamberg gab bekannt, dass sämtlicher Arbeiter auf das Erba-Gelände abgezogen wurden, wo in den nächsten Monaten sechs Brücken gebaut werden sollen. Dort besuchen die Mitarbeiter der beteiligten Baufirmen nun verschiedene Seminare zum Thema “Brückenbau” und lernen anhand von konkreten, realen Beispielen vieles zum Thema Effizienz und Effektivität bei Baumaßnamen über dem Wasser. Der Kettenbrückenbau soll nach Abschluss der Arbeiten auf dem Erba-Gelände fortgesetzt werden. Wann diese dann fertiggestellt wird, steht noch in den Sternen.

Feststehen inzwischen allerdings die Namen der sechs Brücken auf dem Erba-Gelände. Bisher offiziell noch geheim gehalten, konnten wir die Namen über eine führende Persönlichkeit der Stadt am gestrigen Abend in einer der zahllosen Bierkneipen Bambergs in Erfahrung bringen:

  • Klar ist: Bei der aktuellen Ketten-Ersatzbrücke bleibt der Name Stieringer-Steg auch nach dem Umzug bestehen. Ob man weiterhin Zoll bei der Benutzung bezahlen muss, wird diskutiert.
  • Der Name der zweiten Brücke lautet Starkes Brück’, benannt nach einem ehemaligen Trainer des 1. FCE Bamberg.
  • Der Name der dritten Brücke steht auch fest: Reinfelders Bridgla, benannt nach einer bekannten Gaustadter Freiheitskämpferin
  • Der Name der vierte Brücke lautet Brü-ller, ein total witziges Wortspiel aus Brücke und Müller, dem Bamberger Allerweltsnamen.
  • Der Name der fünften Brücke (eine Fußgängerbrücke) soll an die ehemalige Überparteiliche Bürger-Gemeinschaft erinnern und heißt deshalb Ü-Ber-Geh.
  • Beim Namen der sechsten Brücke hatte man sich eigentlich bereits fest für Lauer-Mauer entschieden, bis man festgestellt hat, dass eine Stahlbrücke gebaut wird. Da wird nun noch verhandelt.

Baupfusch? – Rhein-Main-Donau-Kanal leer

Seit einigen Stunden häufen sich die Anrufe bei der Bamberger Polizei, denn wie Augenzeugen berichten, besteht der ursprünglich rund 50 Meter breite Rhein-Main-Donau-Kanal nur noch aus einem kleinen, traurigen Rinnsal. Nachfragen bei der städtischen Pressestelle, beim Wasserwirtschaftsamt Kronach und beim Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg brachten noch keine sichere Erkenntnis über den Verbleib des Wassers. Verdächtig erscheint nur, dass am heutigen Morgen der Fischpass auf dem Erba-Gelände geflutet wurde. Ob dieses Ereignis, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, Grund für das Fehlen des Wassers im rechten Regnitzarm ist, wird von den Verantwortlichen noch diskutert.

Der Bau der Kettenbrücke wurde nun zunächst gestoppt. Man möchte abwarten, ob das Wasser wieder zurückkehrt. Anderenfalls würde man den Brückenneubau komplett einstellen und stattdessen ohnehin kostengünstigere Treppenab- und -aufgänge ins ehemalige Flussbett installieren. Wichtig sei nun zunächst, so die verschiedenen Pressestellen übereinstimmend, dass die Landesgartenschau pünktlich bis zum Jahr 2012 fertig gestellt wird. Danach könne man sich um eventuelle, kleinere Kollateralschäden kümmern.

Geldsegen für Landesgartenschau

Für die Stadt Bamberg wurde plötzlich im März Weihnachten. Mit einem unerwarteten Geldsegen aus dem Umweltministerium kam das Christkind Melanie. 3,6 Millionen Euro (in Worten: Dreikommasechs Millionen; in Zahlen: 3 600 000 Euro) für die Landesgartenschau. Damit hat man nun wirklich nicht gerechnet.
Ist ja alles schön und gut, aber was soll man jetzt mit der überraschenden Förderung anstellen?
Hier ein paar Vorschläge unserer Redaktion:

  • Gänseblümchen-Samen – Bei einem seriösen Blumensamenversand bekommt man 30 Gänseblümchen-Samen zum Schnäppchenpreis von 1,55 Euro; sprich für 3,6 Millionen Euro erblühen auf der LGS 69 677 418 Gänseblümchen.
  • Rasensprenger – Ein führender Gartenausstatter bietet solche für rund 50 Euro im Handel an. Das wären 72 000 Befeuchter für die Grünflächen
  • Gartenpavillons, selbstverständlich aus hochwertigen Materialien. Wenn man pro Stück 8000 Euro investieren möchte, hat man bei plötzlichem Niederschlag 450 Pavillons zur Verfügung, in denen mindestens 4500 Besucher Unterschlupf finden können.
  • Um den Gartenteich zu beleben (den es ja hoffentlich geben wird), wären Koi-Fische sicherlich interessant. Wenn sich die Stadt nicht lumpen lässt, erwerben sie 900 Exemplare à 52 cm.
  • Schöne Hingucker sind auch immer wieder Gartenzwerge. 80 000 Stück könnten auf dem Areal für Unterhaltungswert sorgen.

Man kann aber natürlich das Geld auch erstmal aufheben und für den Fall, dass die Landesgartenschau ein Misserfolg wird, von den 3,6 Millionen
5 625 000
Liter Heizöl kaufen und das Gelände niederbrennen.

Wird 2012 vielleicht der Hingucker auf der LGS: Das Gänseblümchen.

Wird 2012 vielleicht der Hingucker auf der LGS: Das Gänseblümchen.

Aber auch Gartenzwerge hätten ihren Reiz.

Aber auch Gartenzwerge hätten ihren Reiz.

Kaufinteressenten des Schleusenhauses

Das (nicht abgerissene) Schleusenhaus steht nach wie vor zum Verkauf und die Zahl der Interessenten dürfte sich aktuellen Informationen nach auch noch erhöhen. Wie bekannt wurde, steht dem künftigen Eigentümer weit mehr Fläche zur Verfügung als ursprünglich angenommen, da die finanzielle Förderung durch eine Fremdnutzung des betroffenen Geländes nicht gefährdet ist.
Nicht nur im Stadtrat ist eine Diskussion entbrannt, welchem der bisher acht Bewerber der Zuschlag zum Kauf erteilt wird. Offiziell wird die Liste der Interessenten noch geheim gehalten, doch wir konnten einen redseligen Stadtrat überzeugen und erhielten Einblicke in die Bewerberunterlagen. Hier nun die Liste der potentiellen Käufer und ihrer Nutzungsideen:

  • IG Abgerissene Kleingärten möchte das Schleusenhaus abreisen und dort einen Kleingarten anlegen.
  • Die Sat 1 / Pro 7 Gruppe möchte im Rahmen einer Comedy-Sendung wöchentlich live von der LGS-Baustelle senden.
  • Mc Donalds plant eine Filialeröffnung in der Nähe des künftigen Campus.
  • CSU-Fraktion möchte eine Tiefgarage bauen.
  • Sabine Günther sucht nach einem begehbaren Kleiderschrank.
  • Sparkasse Bamberg möchte endlich in “Bambergs neuer Mitte” eine Citypassage errichten.
  • Maarten Van Brekelenkam aus Holland will in der Nähe des zukünftigen Universitätsgeländes einen Coffee Shop eröffnen.
  • Rubina 69 möchte nach dem Erfolg an der Geisfelder Straße pünktlich zur LGS eine Zweigstelle mit FKK-Außenbereich eröffnen.

Die RundfunkAnstalten Franken möchten ihren Lesern im Anschluss an diesen Artikel die Möglichkeit geben, per Kommentarfunktion Favoritenwünsche zu äußern.

Erfolg – Kleingärten können bleiben!

Die Fronten zwischen der Stadt und den Pächtern am Weidenufer waren eigentlich verhärtet. Die 30 Kleingärtner hatten ihre Kündigung erhalten und sollten ursprünglich ihre Kleingärten bis 31. Dezember räumen, so dass ab kommenden Jahr das Gebiet nördlich vom Regensburger Ring zur Fläche der Landesgartenschau umgearbeitet werden kann. Doch es ist dem Einsatz der Lokalpresse, hunderten Demonstranten und starken Kleingartenlobbyisten zu verdanken, dass die Stadt sowie die Organisatoren der Landesgartenschau nun ein Einsehen mit den Hobbygärtnern haben. “Die Kleingärten dürfen bleiben!” lautet die Eilmeldung, die sich heute morgen wie ein Lauffeuer durch Bamberg verbreitet.
Zu einer Landesgartenschau gehören, so der LGS-Geschäftsführer, auch Gärten und deren Pächter. Für die Besucher ist die Thematik “Kleingärten” ebenso interessant wie beeindruckende Botanik. Und so bleibt für die Kleingärtner nur die Auflage bestehen, sich deutlich von der Fläche der Landesgartenschau abzugrenzen, aber dennoch den Blick in den Garten zu ermöglichen. Es wurde seitens des Architekten folgender Gestaltungsvorschlag gemacht:

Die Kleingärtner sollen mit Zaun und Wachtürmen von den Besuchern der Landesgartenschau getrennt werden. Ein Beobachten traditioneller Gartenarbeit bleibt möglich.

Die Kleingärtner sollen mit Zaun und Wachtürmen von den Besuchern der Landesgartenschau getrennt werden. Ein Beobachten traditioneller Gartenarbeit bleibt möglich.