Für die Stadt Bamberg wurde plötzlich im März Weihnachten. Mit einem unerwarteten Geldsegen aus dem Umweltministerium kam das Christkind Melanie. 3,6 Millionen Euro (in Worten: Dreikommasechs Millionen; in Zahlen: 3 600 000 Euro) für die Landesgartenschau. Damit hat man nun wirklich nicht gerechnet.
Ist ja alles schön und gut, aber was soll man jetzt mit der überraschenden Förderung anstellen?
Hier ein paar Vorschläge unserer Redaktion:
Man kann aber natürlich das Geld auch erstmal aufheben und für den Fall, dass die Landesgartenschau ein Misserfolg wird, von den 3,6 Millionen
5 625 000 Liter Heizöl kaufen und das Gelände niederbrennen.
Das (nicht abgerissene) Schleusenhaus steht nach wie vor zum Verkauf und die Zahl der Interessenten dürfte sich aktuellen Informationen nach auch noch erhöhen. Wie bekannt wurde, steht dem künftigen Eigentümer weit mehr Fläche zur Verfügung als ursprünglich angenommen, da die finanzielle Förderung durch eine Fremdnutzung des betroffenen Geländes nicht gefährdet ist.
Nicht nur im Stadtrat ist eine Diskussion entbrannt, welchem der bisher acht Bewerber der Zuschlag zum Kauf erteilt wird. Offiziell wird die Liste der Interessenten noch geheim gehalten, doch wir konnten einen redseligen Stadtrat überzeugen und erhielten Einblicke in die Bewerberunterlagen. Hier nun die Liste der potentiellen Käufer und ihrer Nutzungsideen:
Die RundfunkAnstalten Franken möchten ihren Lesern im Anschluss an diesen Artikel die Möglichkeit geben, per Kommentarfunktion Favoritenwünsche zu äußern.
Die Fronten zwischen der Stadt und den Pächtern am Weidenufer waren eigentlich verhärtet. Die 30 Kleingärtner hatten ihre Kündigung erhalten und sollten ursprünglich ihre Kleingärten bis 31. Dezember räumen, so dass ab kommenden Jahr das Gebiet nördlich vom Regensburger Ring zur Fläche der Landesgartenschau umgearbeitet werden kann. Doch es ist dem Einsatz der Lokalpresse, hunderten Demonstranten und starken Kleingartenlobbyisten zu verdanken, dass die Stadt sowie die Organisatoren der Landesgartenschau nun ein Einsehen mit den Hobbygärtnern haben. “Die Kleingärten dürfen bleiben!” lautet die Eilmeldung, die sich heute morgen wie ein Lauffeuer durch Bamberg verbreitet.
Zu einer Landesgartenschau gehören, so der LGS-Geschäftsführer, auch Gärten und deren Pächter. Für die Besucher ist die Thematik “Kleingärten” ebenso interessant wie beeindruckende Botanik. Und so bleibt für die Kleingärtner nur die Auflage bestehen, sich deutlich von der Fläche der Landesgartenschau abzugrenzen, aber dennoch den Blick in den Garten zu ermöglichen. Es wurde seitens des Architekten folgender Gestaltungsvorschlag gemacht:
Wer glaubt, dass die Bamberger Bevölkerung der Erba-Bebauung eher kritisch gegenübersteht, wurde spätestens mit Veröffentlichung aktueller Umfrageergebnisse eines Besseren belehrt: 85% der Befragten stehen den Plänen der Stadt und Investmentfirmen positiv gegenüber. Das Rhetorik-PR-Spin-Trainings-Verlags-Institut Michael Ehlers befragte 499 Personen zu den geplanten Bauprojekten auf der Erba-Insel. Die RundfunkAnstalten Franken konnten exklusiv einen Blick auf den Umfragebogen werfen, den die Teilnehmer auszufüllen hatten:
Nachträgliche Anmerkung:
Wie heute im FT zu lesen ist, fand die Umfrage am 6. und 7. November statt. Genau an diesen beiden Tagen zeigten wir ebenfalls unser Live-Programm “Bamberg auf Sendung” im Bootshaus. Auch wenn Institutsinhaber Michael Ehlers persönlich am Freitagabend (6.11.) anwesend war, wird jeglicher Zusammenhang zwischen Umfrageergebnis, Publikum und Meinungsbildung durch unser Programm hiermit offiziell dementiert!
Die Diskussion, ob oder ob nicht ist noch nicht einmal abgeschlossen, da berät man bereits über einige, teils nebensächliche Details des neuen Wegs, der wie Schiffbauplatz, Markusplatz und Weide nun auch die Konzerthalle mit der Markusbrücke verbinden soll.
1. Die Fahrt-/Gangrichtung:
Es existiert in Bamberg das ungeschriebene Gesetz auf Ringverkehrssystem. Deshalb herrscht auch große Einigkeit darüber, dass der neue Weg nur von Markusbrücke aus belaufen und befahren werden darf, also entgegengesetzt zum Schiffbauplatz. Die verkleinerte Breite des Wegs lässt ohnehin keine Zweispurigkeit zu.
2. Der Name des neuen Wegs:
Auch hier gibt es bereits einige Vorschläge aus den Reihen der Stadtratsmitglieder sowie der Landesgartenschau GmbH:
3. Die Finanzierung des neuen Wegs angesichts leerer Kassen:
Dieses Thema hielten die anwesenden Stadtratsmitglieder für nicht akut und wollten die Debatte auf die Zeit nach der Landesgartenschau vertagen.
Die Stadtratsfraktionen der CSU und der SPD haben beantragt, den Eigenanteil der Stadt zur Landesgartenschau um eine Million auf 18,3 Millionen Euro zu reduzieren. In Zeiten, in denen Projekte grundsätzlich ohnehin teurer werden als geplant, wäre es wichtig, schon im Vorfeld so zu tun, als ob man weniger Geld zur Verfügung zu stellen würde. Aber trotz allem.. Die Haushaltslage ist angespannt. Um den Bamberger Stadtsäckel zu entlasten, fordern die beiden Fraktionen außerdem, das Stadtmarketing auf das ERBA-Gelände zu verlagern. Klaus Stieringer, Stadtmarketingchef und Vorstand des Bayerischen Dumper (Muldenkipper) Verbands, soll bis 2012 mit seinem Team Quartier in mehreren Baucontainern beziehen und dort mit seinem Fuhrpark bei den Erdbewegungsarbeiten helfen, statt an irgendwelchen Meisterschaften im hohen Norden teilzunehmen, so die Antragsteller. Die Organisation von “Bamberg zaubert” soll statt Stieringer nun der Erzbischof übernehmen, da er sich ebenso gut mit Magie und Zauberei auskennen dürfte. Das kirchliche Oberhaupt der Erzdiözese äußerte sich selbstkritisch: Seine Spezialität wären nicht weiße Hasen, sondern schwarze Schafe, aber er würde sein Bestes geben.
Aber wer darf sich in Bamberg über teure Baumaßnahmen beschweren, ohne sich ins eigene Fleisch zu schneiden? – Die Theaterbesucher haben eine Komplettsanierung inklusive Anbau geschenkt bekommen, alle Basketballfans die Jakoarena und für Konzertgänger gibt es den neuen, zoologisch anmutenden Vorbau vor der Konzert- und Kongresshalle. Alle Hobbygärtner freuen sich auf das Großereignis “Landesgartenschau”. Die Fußballfraktion ist nun nur die letzte in der Reihe, die neben grundsaniertem Stadion nun noch neues Licht zu Weihnachten geschenkt bekommen könnte. Wenn man alle Interessensgruppen zusammennimmt, hat man sicherlich schon einen großen Teil der Bamberger Bevölkerung abgedeckt und OB Starke kann sich seiner Wiederwahl in knapp drei Jahren sicher sein. Die übrigen wählen ihn einfach nicht und vergleichen ihn lieber wegen seiner eigenmächtigen Baumaßnahmen mit dem italienischen Ministerpräsidenten, aber haben damit auch nur bedingt recht. Die Methoden der Bamberger Oberbürgermeister sind viel älter als Silvio Berlusconi aussieht. Das Instrument “Massenunterhaltung” war bereits in der römischen Kaiserzeit ein beliebtes, politisches Mittel, um von sozialen, finanziellen und innenpolitischen Problemen abzulenken. Bambergs Verbindung zu Rom sind eben nicht nur die sieben Hügel. Roms altes Motto “Brot und Spiele” scheint auch das der Bamberger Politik zu sein.
Viel Spaß beim nächsten “Event” in Bamberg!
Das war’s mit Brückenneubauten, Bambados und Landesgartenschau. Bamberg ist pleite. Die Investitionsfreude der Oberbürgermeister und die Wirtschaftskrise haben ein Millionenloch in die Bamberger Stadtkasse gerissen. Die Löwenbrücke kann mangels Geld seit Monaten nicht fertig gestellt werden, bei der Kettenbrücke denkt man noch nicht einmal an Neubau, denn der Abriss scheint wegen knapper Kassen bereits still zu stehen. Während die einen die Schuld für die Misere auf die Stadtoberen schieben, verweisen diese auf fehlende Gewerbesteuereinnahmen.
Seit diesem Wochenende stehen nun aber Lösungen in Form von Hilfsangeboten im Raum, die kontrovers und leidenschaftlich diskutiert werden, nicht nur von den verschiedenen Stadtratsfraktionen. Auch die Bamberger Bürgerschaft scheint gespalten.
Ein offener Brief von Markus Zirkel (Bürgermeister von Hallstadt) erreichte den Fränkischen Tag. In diesem Brief bietet er als Sprecher eines Zusammenschlusses verschiedener Städte und Gemeinden finanzielle Unterstützung für die Weltkulturerbestadt an. So möchten verschiedene Gemeinden und Städte projektbezogen finanzielle Unterstützung leisten. In seinem Brief macht er bereits folgende Vorschläge:
Das ETA Hoffmann Theater könnte künftig von Bayreuth aus finanziert werden. Wie Michael Hohl, Oberbürgermeister, mitteilte, möchte er nur den Intendanten durch ein Mitglied der Wagnerfamilie ersetzen, um die Inszenierungen wieder näher an das Publikum zu bringen.
Die Gemeinde Bischberg könnte sich laut Bürgermeister Johann Pfister finanziell bei der Landesgartenschau engagieren. Als Bedingung würde man den Stadtteil Gaustadt eingemeinden und die Gartenschau zu “Landesgartenschau 2012 Bischberg” umbenennen wollen. Den Vorschlag, Gaustadt an Bischberg zu geben, hat der Bamberger Stadtrat bereits dankend angenommen.
Hallstadt, so Bürgermeister Markus Zirkel, würde die Kosten für die Fertigstellung der Löwenbrücke übernehmen und stellt nur ein paar kleine Bedingungen: Hallstadt möchte gleichzeitig die Europabrücke überschrieben bekommen und von jedem, der eine der beiden Brücken in Richtung Hallstadt überquert, ähnlich dem Bamberger Konzept, einen Euro kassieren. Diese Einnahmen würden natürlich nicht in soziale Projekte fließen.
Der Stadtrat berät am Montag in einer außerordentlichen Sitzung über die Vorschläge.
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