Historiker und Archäologen sprechen bereits von einem Sensationsfund. Und auch die Stadtverwaltung äußerte sich bereits erfreut über die Entdeckung. Während der Aufräumarbeiten nach dem Weltkulturerbelauf tauchten – den ersten Einschätzungen nach – historische Stadtmauern auf, die an dieser Stelle bisher weder vermutet wurden noch in irgendwelchen historischen Plänen verzeichnet sind. Die Entdeckung stellt damit die bisherigen Erkenntnisse über die Entwicklung Bambergs völlig auf den Kopf, denn bisher ging man von einer Stadtmauer im Gebiet zwischen Keßlerstraße und Promenade aus.
Nur der Baureferent der Stadt äußerte sich bislang irritiert über den vermeintlichen Fund. Er möchte sich in den kommenden Tagen selbst ein Bild davon machen, ob es sich wirklich um historische Stadtmauern am Wilhelmsplatz handelt.
Tag 1 nach dem Weltkulturerbelauf in Bamberg. Während auf den Straßen, wo gestern noch tausende Läufer unterwegs waren, heute schon wieder ganz normal der Verkehr stillsteht, möchten wir noch einmal zurückblicken auf einige Highlights des Weltkulturerbelaufs 2011, die so kaum in der Lokalpresse zu finden waren.
Parkplätze weg, Läden leer. – Der Niedergang der Innenstadt, vor allem der Bamberger Fußgängerzone, scheint kaum aufzuhalten; zumindest wenn man den Verfechtern der Drive-In-Philosophie Glauben schenkt. Zuletzt entbrannte ein Streit über den Wegfall von weiteren 14 Parkplätzen in der Langen Straße, der laut Stadtmarketing zum definitiven Aus aller Bamberger Einzelhändler führen muss. Doch wer wutentbrannt über Taschenspielertricks der Bamberger Verwaltung tobt, punktet am leichtesten mit eigenen, konstruktiven Vorschlägen zur Verbesserung der Situation in Bambergs Flaniermeile Nr. 8 bis 10, wie der aktuelle Fall beweist.
Warum die Ideen aus der Ferne klauen, wenn das Gute, und in diesem Fall die Lösung, liegt so nah. Was im Bamberger Hafen seit einigen Tagen erfolgreich praktiziert wird, soll nun auch in der Langen Straße ausprobiert werden. Das Stadtmarketing mit seinem Chef Klaus Stieringer hat vorgeschlagen, die Rotphasen der Ampeln deutlich zu verlängern, so dass die Autofahrer genügend Zeit haben, in den Läden der Langen Straße einkaufen zu gehen. Für diese Zeit muss – seinem Vorschlag nach – auch keine Parkgebühr bezahlt werden. Er spricht von einer Rotphase für Autos von 15 bis 25 Minuten. Auch den Kritikern des Parksuchverkehrs würde man mit diesem Konzept Rechnung tragen.
“Das aktuelle Verkehrskonzept rund um Laubanger, Dr.-Robert-Pfleger-Straße, Dürrseestraße und Emil-Kemmer-Straße wirkt erfolgreich. Dort hat jeder Autofahrer nachmittags gute 30 Minuten Zeit, in den anliegenden Geschäften einkaufen zu gehen, bis er weiterfahren kann”, so der Stadtmarketingchef.
Die Stadtverwaltung hält die Verlängerung der Rotphasen für eine nur schwer realisierbare Lösung. Einfacher wäre es, so ein Vertreter der Stadtverwaltung, regelmäßig einen Autofahrer mit Hassfurter Nummernschild in die Lange Straße zu schicken, um ihn dort rückwärts einparken zu lassen. – Die dadurch gewonnene Zeit im Stau dahinter reiche locker für einen ausgedehnten Shoppingnachmittag.
Die Landesgartenschau gewinnt immer mehr an Form und Gestaltung. An einst morastigen Stellen sprießen bereits die ersten Halme, wo sich vor gar nicht allzu langer Zeit ein paar verwahrloste Rehe tummelten, werden Bäumchen gepflanzt und wo vor einigen Jahren noch halbwüchsige Gaustadter Gras rauchten, wird ebensolches angebaut.
Muss ja auch so sein, denn in gut einem Jahr öffnen sich die Pforten zum neuen Bamberger Stadtteil und dann soll ja der ein oder andere Besucher auch etwas zu sehen bekommen.
Kleine Projektgärten sollen dem “i” dann noch das “Tüpfelchen” aufsetzen.
Die Redaktion der RundfunkAnstalten ist der Ansicht, wenn die Landesausstellung schon in Bamberg stattfindet, dann dürfte auch ein Projektgarten “Bier” nicht fehlen, denn was wäre Bamberg ohne sein Hauptnahrungsmittel? Es wäre quasi wie Löcher ohne Käse oder der Papst ohne Rom oder Haar ohne Suppe. – Also geht net!
Falls wir nun einen findigen Kopf auf eine Idee bringen, hier ein paar Gedanken von uns, wie so ein Themengarten “Bier” aussehen könnte:
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Nachdem es erst kürzlich Hunden und deren Besitzern an den Kragen ging, hat sich der Stadtrat nun noch weiteren braunen Problemen der Stadt gewidmet. Rund um die Konzert- und Kongresshalle sollen auf Beschluss des Gremiums nun Plastiktütenspender aufgestellt werden, in denen sich “Bellobeutelchen” befinden. In diese sollen die braunen, stinkenden Hinterlassenschaften aus dem letzten Jahrhundert gepackt werden, die regelmäßig in Bamberg anzutreffen waren. Mit Hilfe dieser zubindbaren Tüten kann bereits auf dem Weg zur Halle verhindert werden, dass sich diese übelriechenden Haufen  ein weiteres Mal im Symphonikerdomizil versammeln können.
Sollte sich dennoch eine üble Tretmine bis in die Konzerthalle durchschlagen können, empfiehlt die Stadt, diese schnellstmöglich in den dafür vorgesehenen Sanitäranlagen zu entsorgen.
Wie eine Pressemitteilung der Stadt zu entnehmen war, stören sich viele Verwaltungsangestellte bei ihren mittäglichen Spaziergängen durch das Bamberger Haingebiet an Hundebesitzern und deren Hinterlassenschaften. Also der HInterlassenschaften ihre vierbeinigen Begleiter. Deshalb weist die Pressesprecherin der Stadt deutlich darauf hin, dass diese stinkenden Haufen dort natürlich sofort zu entfernen sind. Doch natürlich möchte die Stadtverwaltung nicht das Gefühl vermitteln, nur maßregeln zu wollen. Deshalb bietet sie allen Hundebesitzern folgenden Kompromiss an: Nutzen Sie statt dem Haingebiet einfach die Stadtteile Bug, Wildensorg, Gaustadt, Gartenstadt und die Gereuth.
Die Bevölkerung der noch-Weltkulturerbestadt Bamberg fürchtet um Status und Ansehen. Wie seit einiger Zeit bekannt ist, sind 5 Meter hohe Mauern entlang der Gleise geplant, die als Lärmschutzwand gegen die geplante viergleisige ICE-Strecke durch Bamberg dienen soll.
Doch der Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, Andreas Starke, hat bereits einen Plan. Nach Stuttgarter Vorbild möchte er Bahnhof und Gleise ins Erdreich verlegen, denn ohne Bahnhof kommt er auch um die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Die Züge würden dann bei Hallstadt in den Untergrund fahren und bis Strullendorf unterirdisch fahren. Unterirdisch. Wie die Pressestelle der Stadt verlauten lässt, passt das dann auch hervorragend zur Finanz- und Baupolitik der Stadtverwaltung.
In Bambergs Innenstadt brodelt es: Grund sind die drohenden Lärmparties. – Damit gemeint sind nicht etwa “Bamberg zaubert”, das “Blues- und Jazzfestival” oder eine Aktion von Radio Bamberg, sondern eine neue Form der Studenten- und Jungbürgerrevolte, die auf Grund der Sperrzeitverlängerung droht. Während sich die Fronten der Befürworter und Gegner merklich verhärten und auf Dauer das Aus der Bamberger Innenstadt entweder als Wohngebiet oder als Partymeile befürchten lassen, hat die Stadt Bamberg bereits einen Lösungsvorschlag entwickelt.
Da den Stadtoberen selbstverständlich das Wohl und ausreichend Ruhe für die Bürgerschaft am Herzen liegen, werden sämtliche Baustellen im Innenstadtgebiet ab sofort nur noch nachts betrieben. Somit hat jeder Innenstadtbewohner, so die Pressestelle der Stadt, tagsüber genügend Zeit, um das eigene Schlafbedürfnis zu befriedigen.
Für alle die, die mit dieser Regelung nicht so recht klar kommen wollen, stellen wir kleine Hilfsmittel zur Verfügung, die – je nach Stadtratsentscheidung – wahlweise tagsüber, nachts oder permanent getragen werden können. Diese erhalten unsere Zuschauer von “Fei Obochd” kostenlos nach unserer Vorführung am morgigen Samstag im ATRIUM am Bahnhof.
Das Zentrum Welterbe Bamberg ist unter neuer Führung. Nach dem Ausscheiden von Dr. Karin Dengler-Schreiber tritt eine Frau deren Nachfolge an, die Bamberg bereits aus Studienzeiten gut kennt: Dr.-Ing. Ulrike Laible, 47 Jahre, koordinierte von 1997 bis 1999 das Graduiertenkolleg Kunstwissenschaft-Bauforschung-Denkmalpflege an der hiesigen Universität. Gestern wurde sie dem Stadtrat vorgestellt, schon heute hatten die Rundfunkanstalten Franken die Möglichkeit, die neue Leiterin des Welterbes Bamberg zu interviewen:
RundfunkAnstalten Franken:
Frau Dr. Laible, Sie sind seit einigen Tagen in Amt und Würden. Zuletzt waren Sie in Berlin tätig. Ihr erster Eindruck von Bamberg?
Dr. Ulrike Laible:
Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein. Viel hat sich seit Ende der 90er-Jahre nicht verändert. Der Maxplatz sieht aus wie damals und auch an der Baustelle am Wilhelmsplatz habe ich mich sofort wieder heimisch gefühlt.
RundfunkAnstalten Franken:
Doch nun zu Ihrem neuen Amt. Sie treten in die großen Fußstapfen von Dr. Karin Dengler-Schreiber. Welchen Eindruck auf Sie macht die aktuelle Situation des Zentrums Welterbe Bamberg?
Dr. Ulrike Laible:
Die Arbeit meiner Vorgängerin war sicher nicht leicht. Über Jahre hinweg hat sie versucht, Themen der Vergangenheit und der Zukunft, wie zum Beispiel, zu verbinden. Menschen sollten verstehen, warum. Und letztlich ging es ihr immer um die drei wesentlichen Säulen, auf denen Bamberg steht. Es mussten Konzepte geschaffen und Wege gefunden werden, auf denen man wichtige Ziele für die Zukunft erreichen konnte.
RundfunkAnstalten Franken:
Welche Aufgaben sehen Sie für sich und Ihre Arbeit in den nächsten Jahren?
Dr. Ulrike Laible:
Es wird nach wie vor wichtig sein, Themen der Vergangenheit und der Zukunft sowie die Vergangenheit und die Zukunft selbst miteinander zu verbinden, wie zum Beispiel die einen. Zum anderen sollten die Menschen auch verstehen, warum. Und wenn ich es dann noch schaffe, die drei wesentlichen Säulen, auf denen Bamberg steht, zu etablieren, haben wir alle zusammen viel erreicht. Wir müssen eine Diskussionsplattform schaffen, um Konzepte und Wege in die eine und andere Richtung zu finden. Daran sollten auch die Bürger beteiligt werden.
RundfunkAnstalten Franken:
Aha. Was meinen Sie, wird die größte Herausforderung?
Dr. Ulrike Laible:
Gerade das Verständnis dafür, wie man Themen der Vergangenheit mit denen der Zukunft verknüpft, gehört zu den schwierigsten Aufgabengebieten der Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg. Die Menschen müssen verstehen, warum. Eine weitere Herausforderung wird sein, die drei wesentlichen Säulen, auf denen Bamberg steht, zu etablieren, nachdem nun endlich die Grundlagen für diese geschaffen wurden. Uns stehen definitiv große Herausforderungen bevor, alleine wenn man bedenkt, dass wir eine Diskussionsplattform schaffen müssen, auf der Bürger beteiligt werden können. Gemeinsam müssen Wege und Konzepte für viele Dinge, unter anderem wichtige, gefunden werden, die dann gemeinsam begangen werden können.
RundfunkAnstalten Franken:
Vielen Dank für das informative Interview!
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