Was wird doch in den letzten Wochen alles so durch den Stadtrat, die Presse und den Kakao gezogen. Leerstehende Läden in der Innenstadt, zu viele Puffs, eine Menge Spielcasions. Warum denn gleich alles so schwarz sehen in einer roten Stadt!?
Man muss die Sache nur positiv sehen und das Beste daraus machen. Unser Vorschlag: Es müssen noch viel mehr Bordelle und Spielhöllen her. Flächen sind ja, wie schon erwähnt, genügend vorhanden. Es würde jedenfalls die Innenstadt wieder beleben und Geld in die Kassen bringen. Und die Regnitz wäre hierbei die natürliche Grenze. Auf der einen Seite die katholische Altstadt mit den historischen Gebäuden und auf der anderen Seite Klein-Las-Vegas. In der größten Stadt Nevadas funktioniert es doch auch. Warum denn dann nicht auch bei uns? Warum aus der Tugend ein Laster machen und nicht umgekehrt?
Es ist schon unglaublich für was man heutzutage alles einen Sponsoren braucht. Jetzt sucht man doch tatsächlich auch noch Geldgeber für jedes einzelne Kräuterlein am Deckengewölbe in der Michaelskirche.
Selbstverständlich werden die großzügigen Mäzen namentlich in die Hostien eingebrannt, denn eine schriftliche Erwähnung neben jeder Pflanze ist aus Denkmalschutzgründen nicht möglich und außerdem auch zu weit oben.
Falls jemand wirklich vorhat, ein Kräuter-Pate zu werden, aber noch nicht weiß, für welches Grün er sich entscheiden soll, hätten wir hier ein paar Vorschläge:
Für weitere Kräuterberatung stehen wir gerne zur Verfügung.
Falls sich mehr Sponsoren finden, als Pflanzen vorhanden sind – keine Sorge, das Kopfsteinpflaster auf dem Domberg soll als nächstes drankommen.
Natürlich fällt es schwer, bei den zur Zeit hochsommerlichen Temperaturen, schon an Weihnachten zu denken. Aber warum sich immer zwei Wochen vor dem Fest den Stress machen und mühsam Geschenke für die Lieben zu finden? Dies kann man doch auch schon in aller Ruhe im Sommer erledigen.
Und gerade in dieser Woche gibt es ganz tolle Schnäppchen im Angebot, die sich sicherlich unterm Weihnachtsbaum besonders gut machen.
Wir konnten schonmal einen Blick in den Werbeprospekt des neuen Bamberg-Discount-Marktes werfen, der in der kommenden Woche als Beilage im FT zu finden sein wird (also haben wir von jemandem gehört, der es von jemandem anders gehört haben soll).
Endlich sind sie angekommen, die sündhaft teuren Flutlichtmasten für das Volksparkstadion. Jetzt könnte man endlich jeden einzelnen Pickel der Fußballspieler des 1. FC Eintracht Bamberg aus weiter Ferne betrachten, wenn es da nicht das Problem gäbe, dass es die Konkurs-Mannschaft überhaupt nicht mehr gibt. Jetzt steht man also ratlos vor den auf dem Rasen liegenden Stahltürmen. Wieder zurück geben will man sie aber scheinbar auch nicht. Was also machen mit 120 000 Watt?
Nun denn, irgendetwas Sinnvolles wird den Verantwortlichen schon einfallen. Und falls ihnen doch kein Licht aufgeht, kann man die Flulichter immer noch bei ebay versteigern.
Es jagt eine Hiobsbotschaft die andere: FCE-Aus, Touristenplage, Brückenschulden, usw. Wer denkt, dies genügt schon für einen totalen Bamberg-Kollaps, der irrt. Der große Tag der Abrechnung ist erst für 2013 vorgesehen. Er kommt also. Schleichend, brutal und ohne Rücksicht auf Verluste: Der TAG X.
Gut, einige sind wahrscheinlich der Meinung, dass der Tag X in Bamberg schon längst vorbei ist und wir steuern eher auf einen “Tag Z” zu, aber falsch gedacht. Laut eines bekannten Bamberger Anzeigenblattes steht uns dieses Ereignis noch bevor. Grund dieser Prophezeiung ist der Abzug der amerikanischen Armee. Dies wäre alleine kein Grund Sorge, wenn sie uns nicht ihr Areal hier ließen. Eine Fläche von 450 Hektar (größer als das gesamte Stadtdenkmal) werden plötzlich brach liegen. Und dies bereitet unseren Stadtvätern Sorge. Da aber unsere Oberhäupter schon genug mit Sorgen belastet sind, wollen wir in gewohnter Weise mal wieder mit Rat zu Seite stehen. Wie könnte man also das freiwerdende Gelände für Bamberg sinnvoll nutzen.
Hier ein paar Vorschläge:
Weitere Vorschläge nehmen wir gerne an und geben sie selbstverständlich an die Stadtverwaltung weiter.
Ob Mücken, Hornissen, Heuschrecken oder Zikaden – viele Länder arbeiten seit Jahren an der Bekämpfung von Tierplagen. Ganze Schwärme von Millionen dieser Individuen überfallen Städte und Regionen in Afrika, Asien, Amerika und Australien. Europa blieb bisher größtenteils verschont. Erst recht unser Bamberg. Unsere Stadt liegt ja auch hübsch versteckt zwischen sieben Hügeln. Selbst Unwetter und andere Naturkatastrophen finden selten in die 70.000-Einwohner-Stadt. Die Prophezeiungen des Nostradamus verkünden allerdings Schreckliches für die kommenden Jahre. Es werden ganze Schwärme dieser Lebewesen vorausgesagt, welche die Stadt mit ihrer penetranten Art zunichte machen wollen. Man kann diese besondere Spezies zwar schon seit vielen Jahren bei uns beobachten, aber bisher traten sie noch nicht so aggresiv auf, und man bekam den Mehrzeller schnell in den Griff, bzw. konnte sich ganz gut mit ihm arrangieren.
Wir sprechen vom gemeinen Touristen. Millionenfach wird er unsere Stadt heimsuchen, sich überall breit machen und unsere Grundnahrungsmittel (z.B. Rauchbier und Schäuferla) rauben.
Das Problem liegt auch darin, dass man diese Lebewesen nicht immer auf den ersten Blick erkennt, denn viele haben die besondere Fähigkeit, sich ihrer Umwelt anzupassen (ähnlich wie bei einem Chamäleon) und die Gestalt von Menschen annehmen zu können.
Gezielt kann man gegen diese Plage auch nicht vorgehen, denn die Heimat dieser Zweibeiner ist ebenso unterschiedlich wie die Töne, die sie von sich geben.
Unsere Redaktion fühlt sich trotzdem irgendwie verpflichtet, einige Arten hier zu erwähnen, damit Sie, liebe Bamberger Bürger, eine Vorstellung dieser Allesfresser bekommen und gegebenfalls eigenmächtig handeln können:
Il turista italiano brutto (Herkunft: Italien)
Dunkler Hauttyp, meist schwarze Behaarung, laut.
共通の日本のツーリスト (Herkunft: Japan)
Kleinwüchsig und schlitzäugig. Tritt meist mit Digitalkameras um den Hals in Erscheinung.
De nare Nederlandse toerist (Herkunft: Holland)
Vom Aussehen her sehr anpassungsfähig. Bringt oft eigene Behausung mit.
The horrid American tourist (Herkunft: USA)
Oft beleibt. Ausgeflipptes Äußeres. Kaut Kaugummi.
Und hier noch ein paar Eindrücke in Bildern:

Ein Beispiel der japanischen (links) und amerikanischen (Mitte) Gattung. Zum Vergleich ein typischer Bamberger (rechts.)
Das Positive an diesem Lebewesen: Es bringt viel Geld in und für unsere Stadt mit.
Wir hoffen, dass unsere Stadtväter den richtigen Weg wählen, um dieser Plage Herr zu werden.
Der Fränkische Tag berichtete in einem seiner letzten Ausgaben, dass Bamberg einer von drei Standorten in Bayern ist, an dem Erdbeersorten getestet werden. Hierzu dient die Anlage des staatlichen Gartenbauversuchsbetriebes.
Was wir von unseren nicht ganz sicheren Quellen erfahren haben ist, dass es in der Domstadt noch einen weiteren Versuchsbetrieb geben soll, welcher zwar keine vitaminreichen Gewächse prüft, sondern nahrhaften Gerstensaft.
Die zwei Bamberger Schorsch M. und Karl B. testen seit ungefähr 5 Jahren Biersorten aus ganz Deutschland. Und sind wir doch mal ehrlich: In welcher anderen Stadt könnte man besser dieses Getränk testen, wie hier?
Nachdem die zwei Kampftrinker, die einzeln pro Tag beachtliche 17 Liter schaffen, im Frühjahr 2013 ihr Endresultat veröffentlichen möchten, wollten sie, verständlicherweise, uns gegenüber nur einen kleinen Auszug ihrer Forschungsarbeit preisgeben:
P**** – Das Brauhaus, Köln
Sorte: Alles gleich.
Aussehen: Wie Pipi.
Geschmack: Wie Pipi.
Folgeerscheinungen: Nach dem 40sten Gläschen, wünscht man sich ein Bier.
A****bräu, München
Sorte: Pils
Aussehen: Wie a Bier halt.
Geschmack: Aussehen kann täuschen.
Folgeerscheinungen: Input 5 Liter; Output 7,2 Liter
Ur-****, Leipzig
Sorte: Dunkles
Aussehen: Wie a verdünntes Rauchbier.
Geschmack: Verdünntes Rauchbier wäre besser.
Folgeerscheinung: Macht blöd.
G****-Privatbrauerei, Hamburg
Sorte: Weizen
Aussehen: Wie Fischwasser.
Geschmack: Es ist Fischwasser.
Folgeerscheinung: Die Sprotte wurde wieder ins Meer ausgesetzt.
Hausbrauerei F****, Freiburg i.Br.
Sorte: A U
Aussehen: Wie des Putzwasser im Schlenkerla
Geschmack: Wie schmeckt eigentlich des Putzwasser im Schlenkerla?
Folgeerscheinung: 9 Tage Durchfall.
Die Redaktion bedankt sich für die Zurverfügungstellung einiger Testergebnisse.
Wir überlegen schon lange, ob es das bringt, nur aus Bamberg zu berichten. Seit Wochen immer die gleichen Themen.
Baustellen, Landesgartenschau, Künstlerhaus, Kurzzeitparkplätze, Maxplatz… – Bäh!
Mal ehrlich, das macht doch keinen Spaß mehr.
Darum hat unsere Zwei-Mann-Redaktion beschlossen, dass sich immer einer von uns auf große Reise begibt und aus nahen und fernen Ländern berichtet.
Aber keine Sorge! Bamberg werden wir dadurch nicht vergessen. Im Gegenteil. Wir wollen mit den Reiseberichterstattungen Bamberg mit anderen Städten/Orten/Landschaften vergleichen.
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1.Teil
FUERTEVENTURA (Kanaren/Spanien)
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Ein Interview mit unserem Auslandskorrespondenten Florian Herrnleben.
Red.: Hallo Florian!
Florian: Hoi!
Red.: Schon bereut, dass Du als erster von uns beiden weg musstest?
Florian: Nö.
Red.: Gut. Jetzt so auf den ersten Blick, wie ist es auf Fuerteventura so im Vergleich zu Bamberg?
Florian: Andersch.
Red.: Ahja. Was vermisst Du dort am meisten?
Florian: Das Bier.
Red.: Verstehe. Ist also dort net so der Brüller?
Florian: Das Atlantikwasser ist nahrhafter und billiger.
Red.: Das heißt, beim Bierpreis und bei der -qualität ist Bamberg klar im Vorteil?
Florian: Genau.
Red.: Ok. Nächste Frage: Was würdest Du sagen, ist auf Fuerteventura ähnlich wie in Bamberg? Gibt es da Gemeinsamkeiten?
Florian: Nun zunächst einmal der Sand. In Bamberg ist es zwar mehr Bausand und hier liegt er mehr so natürlich herum, aber in den Schuhen hat man ihn hier genauso.
Red.: Aber von Baustellen sieht man dort nichts?
Florian: Bis jetzt noch nicht, aber in Bamberg reißt man ja auch über Nacht alles nieder. Bis heute wurde ich vom Meeresrauschen wach, morgen ist es vielleicht schon ein Preßlufthammer.
Red.: Oh, höre ich da so leicht heraus, dass Du den Baulärm schon vermisst?
Florian: Naja, es fehlt schon was.
Red.: Und wie ist das so mit den Bauwerken? Historisch interessant?
Florian: Also das mächtigste Gebäude ist der Flughafen. Sonst sieht man hier nur ab und zu mal ne Windmühle und nen Leuchtturm.
Red.: Hm, meinst Du, das Fuerteventura im Krieg ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde?
Florian: Glaub ich net. Des schaut hier, denke ich, schon immer so aus.
Red.: Wie ist so die Wassertemperatur? Ist sie schon angenehm?
Florian: Es ist ein sehr gutes Hotel. Da kann man unter der Dusche die Temperatur nach seinen Wünschen regulieren.
Red.: Irgendwelches Ungeziefer?
Florian: Viele Deutsche…
Red.: Also so alles in allem, könntest Du Dir schon vorstellen, länger zu bleiben, oder sogar dorthin auszuwandern?
Florian: Warum nicht! – Hier ist es schön warm und man muss nicht ständig mit Wintermantel oder/und Regenschirm herumlaufen. Das ist halt der große Vorteil hier. Aber ansonsten ist es auch nicht viel anders als in Bamberg.
Red.: Nun gut. – Dann wünsche ich Dir noch nen schönen Aufenthalt. Ich muss jetzt dann mal los. Bin gleich zum Schäuferla-Essen mit lecker Rauchbier eingeladen.
Florian: Hm. – Ich schau mal, wann der nächste Flieger zurückgeht…
Anno 1899 errichtete man auf dem Domplatz ein Denkmal von Prinzregent Luitpold. 39 Jahre später hat man es dann erstmal aus dem Weg geräumt und in irgendeinem Depot verstaut. Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Bamberg erinnerte man sich dann plötzlich wieder an den Prinzen (wahrscheinlich weil irgendjemand den Platz in seinem Schuppen anderweitig nutzen wollte) und stellte das Reiterstandbild auf den Schönleinsplatz.
Nun soll der ehemalige regierende Herrscher wieder umziehen. Sein neuer Wohnort soll mitten im Kreisverkehr am Wilhelmsplatz werden.
Der Mann kommt ganz schön herum in Bamberg. Hätte er einen nach ihm benannten Platz, wäre ihm bestimmt langweilig, denn von dort hätte man ihn bestimmt nie weg.
Gut, dies wäre die eine Sache. Die andere: Was soll mit dem leeren Flecken am Schönleinsplatz geschehen?
Eigentlich ganz einfach. Es liegt auf der Hand. Es kann gar keine andere Möglichkeit geben.
Wir bringen uns mal die Touristen ins Gedächtnis. Wenn die am Schönleinsplatz stehen, was sagen sie dann? – Na?
“Ach, der Bamberger Reiter…”
Na, warum nicht? Ist doch eine saubere Lösung. Im Dom nimmt ihn eh fast keiner wahr. Dann soll er doch an den Ort, an dem man ihn sowieso zu sehen glaubt.
Und unter so manchem Foto in einem japanischen Album steht dann endlich (nach vielen Jahren) die Wahrheit.
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