Wann immer man durch unsere Altstadt schlendert, erfreut man sich an den prächtigen Bauten, romantischen Gässchen und herrlichen Winkelchen. Einziges Manko im Altstadtbild ist der Schandfleck “Untere Mühlbrücken”. Seit Jahren wird diskutiert, wie man dieses Areal nutzen könnte, doch bisher ohne zufriedenstellendes Resultat.
Wer allerdings heute Vormittag über den Geyerswörthstieg schlenderte, konnte eine überraschende Beobachtung machen und feststellen, dass sich da scheinbar nun doch etwas tut.
Aus unseren bekannten unsicheren Quellen haben wir erfahren, dass man das Gelände zur Zeit auf die Tauglichkeit für die Bundeswehr prüft.
Truppenstandort Bamberg! – Warum auch nicht. Nach der Auflösung der Kaserne in Ebern sicherlich nicht die schlechteste Idee.
Das Areal bietet viele Vorteile für diesen Verwendungszweck, wie z.B. Bauruinen für diverse Manöverübungen und einen übersichtlichen Truppenübungsplatz.
Als Unterkunft für die Soldaten könnte man das Schloß Geyerswörth hernehmen und das Offizierscasino findet sicherlich im Hotel Nepomuk seinen Platz.
Ein schwerer Schlag für Künstlerhaus-Chef Bernd Goldmann. Die siebte Ausstellung der Villa Concordia mit Großplastiken des amerikanischen Künstlers Robert Indiana wurde kurzfristig abgesagt. Fünfzehn tonnenschwere Cor-Ten-Stahl-Werke des Pop-Art-Künstlers hätten ab 14.März die Weltkulturerbestadt schmücken sollen, doch die Skulpturen, welche aus Zürich hätten angeliefert werden müssen, stehen plötzlich in New York. Und von dort kommt der Transfer in die Domstadt zu teuer. – Jammerschade!
Doch Goldmann ließ sich nicht unterkriegen und wollte noch schnell Ersatz beschaffen. Wenn also jetzt alles gut läuft, haben wir in Bamberg, eventuell mit etwas Verzögerung, eine Ausstellung nicht von Indiana, sondern aus Indiana.
Über folgende Ausstellungsstücke wird bereits verhandelt:
Dörö – dörö -dörööö
Die bleib’n auf ihrer Couch ganz faul;
bringst ka Helau aus deren Maul.
Stur und störrisch höcken’s doo
und schaua den Karneval im Fernseh’ oo.
Dörö – dörö – dörööö
Ob „Mainz bleibt Mainz, wie’s singt und lacht“
oder die Kölner Fasenacht,
genügt dem Franken zum närrisch sein,
ansonsten ist er wie ein Stein.
Dörö – dörö – dörööö
Er will sich net in Kostümla zwänga
und aa ka Polonaise renna;
er bleibt viel lieber in sei’ Schlabb’n,
statt auf die Faschingsbäll zär sabb’n.
Dörö – dörö – dörööö
Aa gern schaut er die Britschla oo,
mit nackter Brust und Birnen-Po,
wenn sie auf dem Bildschirm tanzen
vergisster fast sei alda Wanzen.
Dörö – dörö – dörööö
Ganz heiß is er, des is kaa Lüg’,
auf die Rosenmontagszüg’.
Die Bonbons sammelt er scho ei’,
die kumma on Nik’laus in die Stiefel nei.
Dörö – dörö – dörööö
Kummt donn der Aschermitterwoch,
kriecht er widder aus sei’m Loch.
Egal ob Fasching, Fasenet,
der Bamberger, der braucht des net.
Dörö – dörö – dörööö
Kaum hat die Stadt Bamberg dem Hotelbetrieb auf dem Mahrs-Bräu-Keller zugestimmt, denkt man darüber nach, ob nicht jedem Bamberger Bierkeller eine solche Genehmigung gut tun würde.
Hotels auf den Kellern hätten für die Besucher den Vorteil, dass sie nach ihrem Vollrausch nicht mehr stundenlang durch die Gegend schwanken müssten, sondern gleich vor Ort in die Daunenkissen fallen könnten. Und für die Wirte wäre es ein lukratives Nebengeschäft. Was verdient man schon an einer Brotzeit? Man muss es eben nur richtig anstellen. Exklusiv ausgestattete Zimmer mit Sieben-Hügel-Blick, Mini-Bar mit 0,2-Liter-Fläschchen Bamberger Braukunst, Flat-Screen-TV, Internetanschluss, Hosenbügler (aber nur in den Suiten), Original Gemälde von Stipendanten der Villa Concordia, Handtuchwärmer im Bad, Zimmersafe, und und und. Dazu kommt natürlich noch Sauna mit Hopfenaufguss, Wellnessbereich mit Masseurin (hier könnten sich Original Bamberger Bedienungen nebenbei noch ein kleines Zubrot verdienen), Frühstücksbuffet, 24-Stunden-Zimmerservice, Wäscheservice, Animationsprogramme, Billiardzimmer, Café-Lounge, Fitnessraum, Spielcasino…
Also hier sind der Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt.
Selbstverständlich hat so ein Luxus auch seinen Preis. Für die Nacht pro Person im Doppelzimmer muss man dann schon mind. 180 Euro hinblättern. Wenn man allerdings ein solches “Bier-Luxus”-Erlebniswochenende über den Tourismus-Service bucht, bekommt man 2% Ermäßigung.
Natürlich wird man dann auch den Standard auf dem bereits vorhanden Bierkeller erhöhen: Damasttischwäsche, Silberbesteck, Blumendeko etc.
Und die Speisenkarte wird unter anderem folgende Highlights bieten:
Für den kleinen Geldbeutel ist das dann natürlich nichts mehr, aber die Bamberger lieben ja ihre Stadt. Und warum in fremde Länder schweifen? – Sieh’, das Gute liegt (dann) sooo nah!
In den letzten Jahren hörte man immer jammern, dass es keine gescheiten Winter mehr gäbe. Und in diesem Jahr jammern alle über die nichtendenwollenden Schneemassen. Aber keine Sorge, der nächste Winter kommt bestimmt, in dem man sich wieder, wenigstens etwas, weiße Pracht wünscht.
Kluge bauen da jetzt schon vor. Statt Rollsplitt und Streusalz zu verschwenden, werden die tiefgekühlten Essensvorräte aufgebraucht und man nutzt den dadurch frei gewordenen Platz, um Schnee zu lagern.
Weiße Weihnacht bleibt somit also keine Utopie mehr, denn an Heilig Abend holt man das archivierte Himmelsgut einfach aus der Truhe und ab damit vor die Tür.
Der Winter im kommenden Jahr ist quasi Schnee von gestern.
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