Posts Tagged ‘Bauvorhaben’
Donnerstag, 23. September 2010
Das Thema “Jako-Arena” beherrscht momentan die Berichterstattung in der Weltkulturerbestadt. Doch in allen Beiträgen zur aktuellen Situation taucht seitens der Stadtspitze immer wieder Wortschaft auf, der der normalen Gunda Bambergs nicht geläufig sein dürfte, weil es sich hierbei um einen sogenanntes “Special vocabulary” handelt, sozusagen einer nicht-öffentlichen Geheimsprache. Wir haben nun recherchiert und möchten unseren Lesern einen kleinen Einblick geben:
- Premium Wenn Bamberger Politiker “Premium” sagen, heißt das so viel wie “Uns fällt nichts besseres ein und wir haben keine andere Wahl.”
- Systemrelevant sind Einrichtungen in Bamberg, mit denen wöchentlich mehr als 1000 potentielle Wähler zu tun haben, mit denen man es sich nicht verscherzen möchte.
- Nicht-öffentlich bedeutet, dass man im Geheimen bespricht, welche Sachverhalte an die Öffentlichkeit dürfen.
- Langfristig und zukunftsorientiert. Wenn ein Bamberger Politiker diese beiden Begriffe in Verbindung mit einem Bauvorhaben erwähnt, heißt das übersetzt so viel wie: Eigentlich war es viel zu teuer und wir können es uns eigentlich nicht leisten, aber auf 40 Jahre gerechnet, geht es einigermaßen.
- Erwartungsgemäße Kostensteigerung bedeutet “Wir haben im Vorfeld vergessen, ein paar Kleinigkeiten zu erwähnen.”
- Sachzwang heißt, man hat sich kurz vorher über’s Ohr hauen lassen.
- Jahreszeitlich bedingter Baustopp bedeutet: Im Frühjahr wird hoffentlich jeder vergessen haben, dass wir dort weiterbauen müssten.
Wenn unsere Leser noch weitere Begrifflichkeiten erklären oder erklärt haben möchten, steht die Kommentarfunktion selbstverständlich zur Verfügung.
Donnerstag, 22. Juli 2010
Leicht hatten es die Stadtoberen Bambergs in den letzten Jahren wahrlich nicht. Gescheiterte Bauvorhaben, knappe Kassen, kleine Skandale (Skandäla, quasi) und viele Peinlichkeiten in vierlei Belangen. Seit gestern ist aber zumindest am Michelsberg die Welt wieder in Ordnung….
Das Licht leuchtet wieder! – Was für eine frohe Botschaft, die von den Stadtwerke gemeldet werden konnte. Seit gestern erstrahlt das Kloster Michelsberg mit seiner Kirche wieder als Wahrzeichen über Bamberg. Zwar wird das Licht auch künftig nur für eine Stunde, also zwischen 22 und 23 Uhr eingeschalten, doch der kleinliche Bamberger hat schnell nachgerechnet: Das ist wenigstens dreimal so lang wie bisher in diesem Jahr. Man sieht: Beschweren kann sich sogar in der Domstadt lohnen!
Gut, auch wir stellen uns die Sinnfrage nach einem Licht, von dem bisher niemand gemerkt hatte, dass es fehlt. Aber das soll nicht Thema dieses Berichts sein. Vielmehr wollen wir in diesem Zusammenhang Bambergs außergewöhnlichste Beleuchtungskonzepte vorstellen:
- Am Maxplatz leuchten die Leucht deutlich länger. Dafür sind sie auch nicht ganz so hübsch wie das Kloster Michelsberg.
- Im Stadion gäbe es nun Leuchten, aber sie sind für die Katz’.
- Die Löwenbrücke leuchtet auch als Art “Wahrzeichen”, denn vielleicht wird der Traum einer komplett fertigen Löwenbrücke irgendwann einmal wahr.
- Nur mit Beleuchtungskonzept in Bamberg-Nord ist die Stadtverwaltung recht unglücklich: Zuviel Rotlicht, heißt es, käme aus dem FKK Germania.
- [EDIT]In Andis Lampenladen an der Konzerthalle ist es zwar hell, aber angesichts knapper Stadtkassen zeigt sich dort, dass bei der Planung nicht allzu viel Helligkeit am Start war. Danke an Sissi für den Hinweis.[/EDIT]
Nun, vielleicht geht der einen oder anderen Leuchte in Bamberg nun auch bald noch ein weiteres, möglicherweise helleres Licht auf, über das wir dann gerne berichten. Aber eines lehrt uns die Geschichte mit dem Michelsberg auf jeden Fall: Die größten Armleuchter brauchen aus der Sommerpause nicht zurückkommen. Es bestehen Chancen, dass es nicht einmal auffällt.
Donnerstag, 15. April 2010
Hier unser kleiner Freizeittipp für das kommende Wochenende unter dem Motto “Spaß haben mit dem Denkmalschutz”:
- Kaufen Sie sich ein Haus oder eine Wohnung auf dem Bamberger Inselgebiet. Das Haus sollte (aber muss nicht!) vor 1900 erbaut worden sein, Architektur im Jugendstil, Klassizismus oder Neoklassizismus fördern auf jeden Fall den Spaßfaktor dieses Projekts.
- Reichen Sie anschließend beim Denkmalschutz Bauanträge ein, die je nach Gebäude folgende Umbaumaßnahmen beschreiben:
- Abreißen eventuell störender, maroder oder unpraktischer Gebäudeteile
- Dämmen und Isolieren der Außenmauern
- Einsetzen von enegetisch sinnvollen Kunststoff- oder Alufenstern, möglichst mit erweiterndem Durchbruch zu Gunsten hellerer Räume
- Neuanstrich in eigener Wunschfarbe, praktisch wäre eine vorhandene, mindestens 50 Jahre alte Malerei auf der Außenwand
- Nach höchstwahrscheinlicher Ablehnung (Ensembleschutz) der verschiedenen Anträge, beginnen Sie zeitnah mit den geplanten Bauarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt wären Freunde und Bekannte mit Sitz im Stadtrat hilfreich.
- Beantworten Sie alle Fragen, Beschwerden und Beschlüsse der verschiedenen Denkmalschutz-, Weltkulturerbe- und Bauordnungsämter mit “Oh!?”, “Hups?!”, “Echt?!” und setzen Sie Ihr Bauvorhaben zielstrebig fort. Argumentieren Sie ggf. mit öffentlichem Interesse an ihrem Bauvorhaben.
- Ignorieren Sie eventuell gefällte Stadtratsbeschlüsse. “Da haben Sie wohl etwas falsch verstanden” funktioniert bei diesem Gremium als Ausrede im Nachhinein immer.
- Beschädigen Sie – selbstverständlich aus Versehen – vorhandene Objekte, die ihren Umbau stören oder teurer werden lassen würden. Für die Kosten einer Restauration findet sich im Nachgang schon eine Stiftung.
Und im völlig unwahrscheinlich Fall, dass man Sie nach Abschluss der Bauarbeiten rechtlich belangen möchte, sagen Sie nur “Stadtbad!” – Natürlich keine Gewähr auf Erfolg.
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Aus alt mach…
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.. neu: Das Stadtbad!
Dienstag, 5. Januar 2010
Dass die Bauvorhaben Bambergs auf sehr unkonventionelle Weise durchgeführt werden, ist lange kein Geheimnis mehr. Bei Finanzierung, Planung und Realisierung geht man eigene, neue Wege. Aber während sich viele erfahrene Heimwerker über den Fortgang auf den verschiedenen Baustellen nur wundern, ärgern sich betroffene Anwohner vor allem über zeitliche Verzögerungen.
Heute gab die Pressestelle der Stadt bekannt, dass die Baustelle am Wilhelmsplatz eine kleine Pause einlegt, eine passende Begründung wurde aber nicht geliefert. Wahrscheinlich, so vermuten wir, befindet sich die Abteilung “Ausreden” der Stadt Bamberg gerade noch im Weihnachtsurlaub…
Deshalb möchten wir mit ein paar möglichen Gründen für den Baustop aushelfen:
Hoffentlich konnten wir helfen….
Freitag, 2. Oktober 2009
Wie heute morgen bekannt wurde, berät der Bamberger Stadtrat in seiner aktuellen Stunde über die Mängel in der Konzert- und Kongresshalle. Natürlich melden sich bereits jetzt viele mit mehr oder weniger ernst gemeinten Vorschlägen, die sich aber zumeist sehr ironisch über die Pannen der Stadt bei ihren diversen Bauvorhaben und Rechtsstreiten lustig machen. Einer dieser witzigen Vorschläge ist, die Betreiberfirma juristisch dazu zur Ausbesserung der Bestuhlung zwingen und einfach bis zur Problembeseitigung das Geld einzubehalten. Dagegen scheint ein anderes Konzepts sehr vielversprechend. Eine Truppe von rund 20 rüstigen Rentnerinnen hat sich bereit erklärt, bei allen Konzerten der Symphoniker die Einlasskontrolle durchzuführen und den Zutritt für auffällig grün gekleidete Personen mit Schusswaffen zu untersagen. Außerdem wird ein Teil dieser Seniorinnen auch beim Besteigen der Stühle behilflich sein und die Besucher am Platz hinaufheben.
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