Posts Tagged ‘Bewerbung’
Sonntag, 17. Oktober 2010
Zum neuen Semester meldeten sich wieder tausende Studenten an der hiesigen Otto-Friedrich-Universität an, in diesem Jahr so viele wie noch nie. Doch was zunächst wie eine freudige Nachricht klingt, birgt für die Weltkulturerbestadt doch einige Probleme. Vor allem auf dem Wohnungsmarkt herrscht Knappheit. “Himmel sei Dank hatten wirnoch rechtzeitig reagiert”, so die Stadtverwaltung. Um wirklich allen Stundenten Unterkunft zu bieten, möchte man einige städtische Immobilien zu Studentenwohnheimen umfunktionieren. Neben dem alten Hallenbad, wo pro Student eine Liege zur Verfügung steht, können Freunde des Exhibitionismus kleine Areale im Glasfoyer der Konzert- und Kongresshalle anmieten. “Zukunftsorientiert habe man investiert, denn Bamberg sei die führende Bildungsstadt Deutschlands”, heißt es. Etwas außerhalb, aber vor allem finanziell interessant für Studentinnen, die ihr Studium auch finanzieren müssen, liegt das Wohnheim “FKK Germania”. Nähere Auskünfte über diese und weitere Unterbringungsmöglichkeiten erteilt die Stadt Bamberg. Bewerbung mit Bild und Altersangabe bitte an das Oberbürgermeisteramt.
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Mittwoch, 28. Juli 2010
Seit dem gestrigen Finanzsenat ist klar: Bamberg möchte sich auch bereit erklären, den Münchnern als Filialstadt bei der Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2018 zur Seite zu stehen. Dank Einsparung bei der Kindertagesstättenförderung von 365.000 Euro und nur 350.000 Euro ungeplanter Mehrausgaben bei der Konzert- und Kongresshalle hätte man bereits in diesem Jahr einen Gewinn von 15.000 Euro erwirtschaften können, der Klimmzüge dieser Art problemlos möglich machen würde. Die Domstadt sei nicht erst seit dem Januar als Winterstadt bekannt, teilte man aus dem Rathaus mit, und so wolle man sich noch in dieser Woche mit den Altbayern aus München in Verbindung setzen. Parteipolitische Probleme zwischen den beiden Oberbürgermeistern gelten ohnehin als unwahrscheinlich.
Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden auch einige Details diskutiert, mit deren Organisation entweder das Stadtmarketing oder Sportmanagementspezialist Jan Vetter beauftragt werden soll:
- Als Eislauffläche wird der Schönleinsplatz genutzt. Einmalig, so ist sich die Stadtspitze einig, wäre das Reiterdenkmal, das in dessen Mitte stehen bleibt.
- Für Abfahrten und Slaloms soll der steile Stephansberg genutzt werden.
- Als Eisschnelllaufbahn könnte der Münchner Ring für ein paar Tage gesperrt werden.
- Um das Volksparkstadion auch überhaupt einmal zu nutzen, könnten dort die Eishockeyspiele stattfinden.
- Als olympisches Dorf soll das Gelände der US-Kaserne genutzt werden. Was? – Da leben noch Soldaten? – Keine Sorge. 2018 nicht mehr.
- Auf dem Maxplatz könnten die Curlingwettbewerbe ausgetragen werden. Im nahegelegenen Rathaus sei man Langatmiges und Rumgeplärre ja gewohnt. Und irgendwie passt es ja auch zum Maxplatz.
- Nur in der Jako-/Stechert-/Stadt Bamberg-Arena kann leider nichts stattfinden. Sie entspricht wieder einmal irgendwelchen Auflagen nicht.
Wie der Finanzsenat gestern auch feststellte, kann die Stadt sogar Gewinn bei der Durchführung der Winterspiele erzielen. Wenn man, wie im vergangenen Winter, einfach auf das Schneeräumen und Streuen von Salz verzichten könnte, würde man jährlich bis zu 400.000 Euro sparen. Und weil man üben muss, um sich 2018 nicht zu blamieren, fängt man bereits jetzt damit an…. Das macht 8 x 400.000 Euro, also 3,2 Millionen Euro. Damit lässt sich doch locker fast noch ein Glasfoyer vor das Glasfoyer bauen.
Aber natürlich gab es auch gestern kritische Stimmen aus verschiedenen Fraktionen zum Thema Olympiabewerbung: Wenn Bamberg etwas mit der Durchführung 2018 zu tun haben sollte, müsste man bereits jetzt darüber nachdenken, die Spiele auf 2028 zu verlegen, damit alles rechtzeitig fertig wird.
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Dienstag, 15. Dezember 2009
Liebe Leser,
heute ging bei uns folgende Bewerbung ein. Wir bitten dringendst um Beachtung, vielleicht wissen Sie ja einen freien Trainerposten.
Danke!
Die Redaktion
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie suchen einen schon relativ erfolgreichen Trainer für Ihre Fußballmannschaft? – Dann sind Sie bei mir genau richtig.
Nach einer Umorientierung meines bisherigen Arbeitgebers sowie der schlechten Wirtschaftslage stand mir mein Arbeitsplatz plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Deshalb bewerbe ich mich nun bei Ihnen.
Ich biete neben meinen hervorragenden Kenntnissen und meiner langjährigen Erfahrung vor allem politischen Einfluss und Geschick beim Fordern von neuen Stadien inklusive Peripherie. Gerade auf diesem Gebiet habe ich schon kleinsten und unbedeutendsten Fußballmannschaften zu einer Generalsanierung der Spielstätte verholfen. Meine Ziele reichen von Klassenerhalt bis Aufstieg, ich bin da recht flexibel. Fußballwettbetrügereien konnten mir bisher nicht nachgewiesen werden. Mein bestes Argument dagegen ist unser aktueller Tabellenplatz.
Sollten Sie momentan keinen Job zu vergeben haben, würde ich mich halt engagiert um meine politische Laufbahn kümmern.
Vielen Dank!
Donnerstag, 22. Oktober 2009
In Bamberg ist das Supertalent-Fieber ausgebrochen. Der städtische Mitarbeiter Siegbert B., seines Zeichens führender Blockwart des Parküberwachungsdienstes auf dem Inselgebiet, gibt in seiner Bewerbung zum Supertalent an, dass er nahezu fehlerfrei die Pkws der Bamberger Anwohner von Landbevölkerungs-, Hassfurter sowie Touristen-Autos unterscheiden kann, denn laut Amtsanweisung dürfen nur Stadtbewohner im Falle einer Ordnungswidrigkeit aufgeschrieben werden. Alle anderen bringen durch Einkäufe und Hotelübernachtungen Geld in den innerstädtischen Bereich und bleiben deshalb von Knöllchen verschont. Wie Siegbert B. angibt, hat er gerade bei Autos aus Hassfurt eine sehr geringe Fehlerquote, da er diese inzwischen anhand des Kennzeichens sehr sicher erkennt. Sein Können wird er in einer der nächsten Shows beweisen müssen.
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