Posts Tagged ‘Domstadt’
Dienstag, 2. März 2010
Was für Autofahrer durchaus ärgerlich ist, könnte nun zum Highlight Bambergs werden. Wie das Stadttheater, besser bekannt als E.T.A-Hoffmann-Theater, heute ankündigte, plant man eine Inszenierung passend zur Situation in der Domstadt. Weil durch den langanhaltenden Frost viele Straßen in Bamberg schwer beschädigt und von Schlaglöchern übersäht sind, möchte der Indendant des Theaters nun aus der Not eine Tugend machen und schreibt an einem neuen Fragment. Das Stück, das in der Kraterlandschaft eines fremden Planeten spielt, soll auf den Straßen Bambergs aufgeführt werden. Dafür wird für die Aufführungszeit der Bereich zwischen Augusten- und Hainstraße komplett für den Verkehr gesperrt. Die Zuschauer, die, so die Hoffnung der Theaterleitung, zu tausenden die Gehsteige säumen könnten, kämen somit erstmals und endlich in eine Art ganzheitlichen Theatergenuss, bei dem sie sich noch mehr mitten im Geschehen fühlen dürfen.
Die Stadt Bamberg begrüßt diese Idee, denn als groben Premierenzeitpunkt gab das Theater den Spätherbst an. Somit müsste mit den Straßenbauarbeiten frühestens in einem Jahr begonnen werden.
Dienstag, 23. Februar 2010
Ein schwerer Schlag für Künstlerhaus-Chef Bernd Goldmann. Die siebte Ausstellung der Villa Concordia mit Großplastiken des amerikanischen Künstlers Robert Indiana wurde kurzfristig abgesagt. Fünfzehn tonnenschwere Cor-Ten-Stahl-Werke des Pop-Art-Künstlers hätten ab 14.März die Weltkulturerbestadt schmücken sollen, doch die Skulpturen, welche aus Zürich hätten angeliefert werden müssen, stehen plötzlich in New York. Und von dort kommt der Transfer in die Domstadt zu teuer. – Jammerschade!
Doch Goldmann ließ sich nicht unterkriegen und wollte noch schnell Ersatz beschaffen. Wenn also jetzt alles gut läuft, haben wir in Bamberg, eventuell mit etwas Verzögerung, eine Ausstellung nicht von Indiana, sondern aus Indiana.
Über folgende Ausstellungsstücke wird bereits verhandelt:

Das Fulton Country Courthouse aus Rochester könnte Platz auf der Hainwiese finden.

Das Soldiers' and Sailors' Monument aus Indianapolis muss auf den Maxplatz.

An der Breitenau wäre Platz für die Vorhalle des Regional Airport von South Bend.

Das Lucas Oil Stadium von Indianapolis könnte man neben die JAKO-Arena platzieren.

Passt wunderbar auf den Heumarkt: Das Indiana-Courthouse aus Fort Wayne.

Auf dem Troppauplatz findet die University of Evensville ihren Ort.
Dienstag, 23. Februar 2010
Gerhard C. Krischker hat eine längst überfällige Diskussion angeregt: Bamberg fehlt ein Slogan. Was in Schweinfurt, Bayreuth und Hof selbstverständlich ist, sollte auch für die Domstadt eingeführt werden. Die momentan vorliegenden Vorschläge passen aber beim besten Willen nicht zu Bamberg. Deshalb haben wir uns einige Gedanken gemacht und stellen folgende Vorschläge zur Abstimmung. Wir werden die Sieger dann zum rechten Zeitpunkt im Rathaus einreichen.
- Bamberg – Die Weltkulturerbe-Unesco-Fränkisches-Rom-Sieben-Hügel-Basketball-Universitäts-Freak-Stadt
- Bamberg – Circa 9 Brauereien, circa 8 Brücken, aber genau 7 Hügel
- Bamberg – Stark und schick
- Bamberg – Reizt mich!
- Uferloses Bamberg
- Bamberg – Wovon Hoffmann noch heute träumt
- Bamberg hat einen Namen: Gereuth
- Bamberg – scho schönner wie Schweinfurt
- Bam…. Wer?
- Bamberg – im Herzen von Bayreuth, Nürnberg und Würzburg
- Bamberg – Über sieben Brücken kannst Du gehen!
- Bamberg – Doh wädd mä Dich helfn
- Bamberg – Traumstadt der Hassfurter
- Bamberg – Come In And Find Out
- Bamberg – Do müss mär hie zum Eikäff foahr
- Bamberg – Direkt am Gewerbegebiet Hallstadt
- Bamberg – Wie ein WC: Seit 65 Jahren besetzt
- Bamberg – In Japan zu Hause
- Bamberg – Rothenburg für Arme
- Bamberg – Hier hat schon Gottschalk in die Windeln geschissen
- Bamberg – katholischer geht’s (n)immer

Samstag, 9. Januar 2010
Leider sind Terminüberschneidungen in einer Stadt wie Bamberg unvermeidlich. Und so fanden am heutigen Samstag gleich zwei wichtige Veranstaltungen in der Domstadt statt, zwischen denen Bambergs Prominenz hin- und herpendeln musste. Einerseits hatte die Stadt Bamberg in die Konzert- und Kongresshalle eingeladen, andererseits mussten auch wir unseren Neujahrsempfang auf den heutigen Tag legen, weil die kommenden Samstage schon durch Miss Bayern Wahl und unsere Live-Aufführung belegt waren. Dennoch konnten auch wir uns über zahlreiche prominente Bamberger freuen, denen wir persönlich für ihr meist hauptamtliches Engagement danken konnten, ohne das weder unser Live-Programm noch diese Newsseite irgendwelche Chancen hätte.
Ohne viele Worte zu verlieren, hier einige Impressionen von unserem Empfang:

Der Bamberger Reiter war da, der ohne Feuerwerk am Domberg ins neue Jahr starten musste.

Amtierende Stadträte ....

... und auch ehemalige Stadtratsmitglieder ließen sich sehen

Auch unser Theaterkollege durfte bei unserem Neujahrsempfang nicht fehlen.

Gunda, die Bedienung aus dem Schlenkerla, freute sich auch über unsere Einladung (Archivbild)

Herr Oberbürgermeister, seine Lobby-Abteilung und der Bamberger Kasperl im Gespräch über die Themen 2010
Sonntag, 3. Januar 2010
Seit drei Tagen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7% für Hotelübernachtungen. Dass dieser finanzielle Vorteil nicht an den Endverbraucher weitergegeben wird, war bereits während der Diskussionen klar. Wie die Bundesregierung mitteilte, solle das Hotelgewerbe bei etwa gleichem Endpreis mit den Mehreinnahmen den Service verbessern und die Übernachtungsgäste zufriedener machen.
Doch gerade diese Aussage schien man in Bamberg überhört zu haben, denn erst jetzt melden sich die für Tourismus in Bamberg zuständigen Stellen zu Wort: Ein Serviceverbesserung wäre das Aus für Bambergs Tourismus, heißt es. Die Domstadt und deren Bewohner, und damit auch die Hotelbetreiber, seien bekannt für ihre launische und misstrauische Art im Umgang mit Fremden. Gerade diese Tradition soll beibehalten werden, denn man erwarte als Tourist in Bamberg von Einheimischen gewisse Umgängstöne. Es wird nun über die Möglichkeit diskutiert, im Stadtgebiet eine Art Sondersteuer bzw. Kurtaxe in Höhe von 12% einzuführen, um Hotelpreise und Service sicher auf altem Level zu halten.
Wir befragten einige kleinere Hotels und Gasthäuser zu diesen Plänen und stießen auf erstaunlich wenig Widerspruch:
“Mehrwertsteuersenkung? – Für uns ändert sich nichts! – Firmenkunden, die eine Quittung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer benötigen, haben wir schon früher nicht aufgenommen…”
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Der in der Schweiz ausgebrochene Streit über den Bau von Minaretts droht nun auch in Deutschland zum Diskussionsthema zu werden. Während den einen schon der Bau von Kirchen egal ist, halten die anderen den Turm an einer Moschee für die nach Mint schmeckende Variante eines Joghurt-Schokoriegels.
Selbst in Bamberg melden sich nun hohe Herren zu Wort, allen voran das Oberhaupt der Erzdiözese:
“Gerade in Bamberg übt man sich seit vielen Jahrzehnten in Toleranz gegenüber anderer Religionen. Nun muss auch hier Schluss sein, denn der KKK hat nun auch die Domstadt erreicht.” – KKK? – Der KirchenKonkurrenzKampf!
Und so plant auch der Erzbischof ein Bürgerbegehren, um zwar auch Neubauten zu verhindern, aber vor allem die Zeichen anderer Religionen aus Bamberg zu entfernen oder durch christliche Symbole zu ersetzen. Mit einer der bekanntesten und beliebtesten Spezialitäten möchte er anfangen: Das Bamberger Hörnla, der Legende nach entstanden aus dem muslimischen Halbmond, soll schnellstmöglich zum Kreuzla werden. Der erst Formversuch liegt uns bereits vor:

Viele Bürger der Domstadt sind überrascht, mit welchem Engagement das Lokalkirchenoberhaupt die Interessen seine Diözese vertritt. Doch wie uns aus Insiderkreisen berichtet wurde, liegt seit kurzem auch ein geschickt konzipierter Bauantrag der muslimischen Gemeinde bei der Stadt vor. Begründet durch mangelnde Auslastung möchten die Gläubigen bestehende Bauwerke minimal anpassen und mitnutzen:

Montag, 7. Dezember 2009
Ob die Stadtwerke Bamberg nur das Beste der Bewohner der Domstadt wollen, darüber ließ sich in den letzten Monaten vortrefflich streiten: Preiserhöhungen bei Strom und Gas, Schließung des Hainbads, Ausbeutung der Stadt beim Flutlichtkonzept für das Volksparkstadion. Doch nun scheinen die Stadtwerke einen Schritt in Richtung Bürgerschaft zu gehen: Man bietet Beteiligungen an einer neugebauten Solaranlage auf dem Dach des Stadtwerkelagers am Margaretendamm an. Eine tolle Geschichte, immerhin wird für die kommenden Jahre ein Zinsatz von 4,15 % garantiert.
“Nachdem die kostengünstigere Wasserkraftanlage auf Höhe des Hainbads und dessen Schließung trotz aller Versuche an der bekannt guten Wasserqualität scheiterten, wurde nun spontan eine Photovoltaikanlage installiert”, heißt es von Stadtwerken. Der erworbene Zinsgewinn wird auf der jeweiligen Stromabrechnung zum Jahresende gutgeschrieben.
Gleichzeitig veröffentlichten die Stadtwerke die Tariftabellen für das kommende Jahr. Bei Strom und Gas mussten die Preise aufgrund der Situation am Energiemarkt um 8% angehoben werden.
Das Konzept der Stadtwerke findet bereits jetzt Nachahmer:
Die Gemeinde Hallstadt hat bereits Pläne in Auftrag gegeben, das Rathaus zu einer Biogasanlage umbauen zu lassen. Es wird momentan geprüft, ob aus den dort gezüchteten Kulturen Energie gewonnen werden kann.
Die Stadt Bamberg geht mit ihren Ideen in eine andere Richtung: Hier möchte man Anteile an der Kettenbrücke verkaufen und verspricht hierfür rund 25% Rendite ab Fertigstellung und Befahrbarkeit des Bauwerks. Das wäre auch das einzige, klitzekleine Risiko des Geschäfts, so die Stadt.
Sonntag, 15. November 2009
Radio Bamberg, der Lokalfunksender unserer Domstadt, hat einen neuen Hauptwerbepartner. Das Etablissement Rubina69, das sich auf Wellness für Männer spezialisiert hat, präsentiert nun auch die Stau- und Verkehrsnachrichten. Bisher wurden nur Spots in den normalen Werbeblöcken geschalten. Wie uns der Rundfunksender mitteilte, erweisen sich die Vertragsverhandlungen als äußert schwierig und zeitaufreibend, so dass Mischa Salzmann (Geschäftsführer von Radio Bamberg) die Preisgestaltung nun zur Chefsache erklärt hat. Bereits vier Mediaberater kamen nach wochenlangen Verhandlungen vor Ort zu keinem wirtschaftlich rentablen Ergebnis für Radio Bamberg. Doch Mischa Salzmann ließ verlauten, dass er das Rubina69 nicht ohne unterschriebenen Vertrag verlassen werde.
Mittwoch, 11. November 2009
Während manche mit einem Alter von 64 Jahren schon 15 Jahre vorher angefangen haben, sich auf die Altersruhe zu freuen, gibt Rechtsanwalt und Stadtratsmitglied Dr. Franz-Wilhelm Heller noch einmal Gas. Er möchte Wirtschaftsreferent der Stadt Bamberg werden. Wir trafen Herrn Heller zu einem kurzen Interview.
RAF: Herr Heller, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben. Sie haben sich für das Amt des Wirtschaftsreferenten beworben. Was wird sich unter Ihrer Führung ändern?
HELLER: Wissen Sie, Bamberg hat mit seiner Brauereidichte schon die richtige Grundlage. Die Basisarbeit wurde von meinen Vorgängern bereits geleistet, nun heißt es: Ausgestalten. Die Wirtschaften müssen attraktiver werden, Bockbieranstiche im ganzen Jahr, Abschaffung der Sperrstunden, und, und, und…. Es gibt viel zu tun!
RAF: Sie haben auch Familie, Herr Heller. Was sagt diese zu Ihrem Engagement?
HELLER: Man muss da praktischen Nutzen vor irgendwelche familiären Verpflichtungen stellen. Ich würde doch auch im Ruhestand nicht wartend zuhause sitzen. Die Wirtschaftslage in unserer Domstadt ist ohnehin eine meiner persönlichsten Interessen.
RAF: Herr Heller, dieses Amt ist auf 6 Jahre beschränkt. Was planen Sie anschließend?
HELLER: Danach möchte ich mir zwei Wochen Ruhe gönnen und in dieser Zeit die Welt umsegeln. Anschließend werde ich meinen Traum verwirklichen, noch Bundeskanzler zu werden oder zumindest ein Ministeramt zu bekommen. Dafür bleiben dann 5 Jahre Zeit, um mich in der CSU entsprechend hochzuarbeiten. Das sollte mir aber reichen, immerhin möchte ich mich parallel nur noch zu einem weiteren Fachanwalt weiterbilden. Danach wird man sehen. Ich hab meiner Frau versprochen, spätestens mit 95 etwas kürzer zu treten.
RAF: Danke für das Interview!
Mittwoch, 4. November 2009
An vielen Stellen liegt es seit Anfang des Monats aus: Das Bamberg-Journal, das erste, richtige Stadtmagazin für die Domstadt und deren Landkreis. Über Lokales, Politik, Kultur und Sport möchte das monatlich erscheinende Magazin berichten. Das Titelthema der ersten Ausgabe war – es war nicht anders zu erwarten – ein Ereignis, das ganz Bamberg brennend interessiert hat: Der 40. Geburtstag von Klaus Stieringer, dem Bamberger Citymanager, der samt neuer Freundin und Bambergs High Society im Sternla feierte. Ähnlich spannend und nervenaufreibend soll es in der nächsten Ausgabe weitergehen. Das Titelthema lautet dann: “Hans Werker – Aus dem ganz schön stressigen Arbeitsalltag des Kettenbrückenbauleiters”.
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