Posts Tagged ‘Euro’
Mittwoch, 21. April 2010
Die Stadt Bamberg ist pleite. Damit haben sich inzwischen auch die letzten Zweifler abgefunden. Jüngster Beweis ist der Wilhelmsplatz, dessen Umbau seit Januar still steht. Während die Pressestelle zunächst das Wetter als Grund für den Baustop angab, kristallisierte sich in den letzten Tagen heraus, dass der Stadt definitiv das Geld für weitere Maßnahmen am Wilhelmsplatz ausgegangen ist. Für einen ersten Schritt fehlen mindestens 300.000 Euro in der Stadtkasse. Müssen sich nun Bambergs Bürger an ein rot-weißes Tor zur Innenstadt gewöhnen?
Am gestrigen Tag kam Bewegung in die Diskussion. Der stadtbekannte Investor, die Klappan GmbH, äußerte sich interessiert an einer eigenen, finanziellen Beteiligung am Wilhelmsplatz. Nach Angaben des Unternehmens wäre man bereit, die fehlenden Gelder zur Verfügung zu stellen. Lediglich über die Refinanzierung müsse noch diskutiert werden. Aber auch hier liegen bereits ausgearbeitete Vorschläge vor. So sollen aus Tiefgaragen und Parkhäusern bekannte Schranken an den Ein- und Ausfahrten des Kreisverkehrs angebracht werden, an denen die Autofahrer je nach Nutzung des Kreisels bezahlen sollen. Bekanntlich werden drei Zufahrten gebaut, so dass für eine Drittelumrundung 1 Euro, für eine Zweidrittelumrundung 2 Euro und für ein komplettes Umfahren des Kreisverkehrs 3 Euro an Kosten für den Nutzer fällig werden sollen.
Auch die Stadt ginge dem Konzept nach nicht leer aus: Sie würde mit 5% an den Einnahmen beteiligt werden. Außerdem würden sämtliche Stadtratsmitglieder Ausweise zur kostenlosen Nutzung erhalten. Der Stadtrat möchte nun in seiner nächsten Sitzung entscheiden.
Montag, 29. März 2010
Zehntausend Euro will die Messerschmitt-Stiftung locker machen, um das bekannte Gemälde der “Tanzenden” wieder im Giebelfeld des ehemaligen Stadtbades sichtbar zu machen.
Der Stadtrat freute sich über die großzügige Förderung und hielt sogleich Ausschau nach einem geeigneten Künstler.
Die Wahl fiel auf den Bamberger Maler und Restaurator Dominicus Amon. Eine große Herausforderung für den Künstler. Nicht nur, weil man das Kunstwerk, welches Hans Helldörfer 1937 schuf, noch in bester Erinnerung hat und es natürlich auch wieder so aussehen soll, sondern auch, weil der Künstler unter immensem Zeitdruck steht.
Bis 29. April hat Herr Amon die Gelegenheit, die Grazien wieder sichtbar zu machen. Doch dem Restaurator kam ein Idee. Er wird das Gemälde einfach etwas kleiner auf das Risalit zaubern, dann schafft er den Auftrag sogar schon in nur sechs Werktagen. – Na, also!
Mittwoch, 24. März 2010
Wie die Kaulbergschule mitteilen ließ, wolle sie Touristen zur Aufbesserung des eigenen Haushalts nun Führungen durch das Schulgebäude anbieten. Damit reagiert die Schulleitung auf die städtische Ankündigung, dass 43% Kosten beim Bauunterhalt eingespart werden müsse.
Vorbei an Klassenzimmern mit maroder Ausstattung, vorbei an Lagern, in denen die aktuellsten Karten aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stammen, vorbei an einem der modernsten Computerräume der Stadt mit 486er-PCs bis in die Toilettenanlagen der Schule, die nicht nur alt und abgenutzt, sondern vielleicht sogar ein wenig gesundheitsgefährdend sind, deren Renovierung aber 25.000 Euro verschlingen würde. Dazwischen sollen Touristen Einblicke in den Sozialkundeunterricht Bambergs erhalten, in dem Schülern erklärt wird, warum die Stadt in der heutigen Zeit an allen Ecken und Enden sparen müsse: Brückenneubauten, Landesgartenschau, Bambados, Sitzungssaal im Rathaus ….
Und gerade dieser Sitzungssaal war wahnsinnig abgenutzt, kaum noch vorzeigbar und gemeingefährlich für jeden Stadtrat, der sich dort auch nur eine Stunde pro Woche aufhalten muss. Aber es gibt eben Throne und Throne: Auf den einen wird mehr, auf den anderen weniger produziert, die einen kosten mehr, die anderen weniger als 1500 Euro pro Stück, die einen sind eben für die einen, die anderen für die anderen. Throne und Throne eben. Glückwunsch!
Montag, 8. März 2010
Für die Stadt Bamberg wurde plötzlich im März Weihnachten. Mit einem unerwarteten Geldsegen aus dem Umweltministerium kam das Christkind Melanie. 3,6 Millionen Euro (in Worten: Dreikommasechs Millionen; in Zahlen: 3 600 000 Euro) für die Landesgartenschau. Damit hat man nun wirklich nicht gerechnet.
Ist ja alles schön und gut, aber was soll man jetzt mit der überraschenden Förderung anstellen?
Hier ein paar Vorschläge unserer Redaktion:
- Gänseblümchen-Samen – Bei einem seriösen Blumensamenversand bekommt man 30 Gänseblümchen-Samen zum Schnäppchenpreis von 1,55 Euro; sprich für 3,6 Millionen Euro erblühen auf der LGS 69 677 418 Gänseblümchen.
- Rasensprenger – Ein führender Gartenausstatter bietet solche für rund 50 Euro im Handel an. Das wären 72 000 Befeuchter für die Grünflächen
- Gartenpavillons, selbstverständlich aus hochwertigen Materialien. Wenn man pro Stück 8000 Euro investieren möchte, hat man bei plötzlichem Niederschlag 450 Pavillons zur Verfügung, in denen mindestens 4500 Besucher Unterschlupf finden können.
- Um den Gartenteich zu beleben (den es ja hoffentlich geben wird), wären Koi-Fische sicherlich interessant. Wenn sich die Stadt nicht lumpen lässt, erwerben sie 900 Exemplare à 52 cm.
- Schöne Hingucker sind auch immer wieder Gartenzwerge. 80 000 Stück könnten auf dem Areal für Unterhaltungswert sorgen.
Man kann aber natürlich das Geld auch erstmal aufheben und für den Fall, dass die Landesgartenschau ein Misserfolg wird, von den 3,6 Millionen
5 625 000 Liter Heizöl kaufen und das Gelände niederbrennen.

Wird 2012 vielleicht der Hingucker auf der LGS: Das Gänseblümchen.

Aber auch Gartenzwerge hätten ihren Reiz.
Mittwoch, 27. Januar 2010
Der Grundstein ist kaum richtig verbuddelt, da erregten die Aussagen einer CSU-Stadträtin zur Vergabepolitik der Aufträge rund um das Bambados großes Aufsehen. Während sich die einen damit schmücken, dass ein Großteil der Lose an heimische Unternehmen vergeben wurden, sieht sie das anders: Weniger als 10% der insgesamten Auftragssumme, knapp 3 Millionen Euro, wurden an regionale Unternehmen vergeben.
Doch die Stadt Bamberg, ihr Bürgermeister Andreas Starke und die Stadtwerke kontern: 76% aller Aufträge wären an Unternehmen im Umkreis von 50km erteilt worden. Die Vorwürfe der Stadträtin wären Ruf schädigend und haltlos.
Wir haben jetzt einmal selbst nachgerechnet:
Bei einem 32-Millionen-Projekt und einem Vergabebudget von 24 Millionen, bei dem 2,7 Millionen Euro, also 8,47% der 32-Millionen Euro sowie irgendwas über 10% der 24 Millionen an heimische Unternehmen vergeben sein könnten und schon vergebenen 14 Millionen Euro, das sind rund 43% des Gesamtprojekts, die einen Rest von 10 bis 18 Millionen Euro vermuten lassen, dann ist es doch ganz nachvollziehbar, dass 76% des Auftragsvolumens an im 50km-Umkreis-liegende Firmen vergeben wurden. Und wenn man die restlichen 10 bis 18 Millionen Euro ebenso zu 2,9 % an lokale und über 75% an Firmen des Großraums vergibt, bedeutet das doch nur, dass man von Glück sprechen kann, weil aus 39 nämlich 59 Lose gemacht wurden. Andere Quellen behaupten allerdings, dass von den 24 Millionen Euro nur 10,8 Millionen Euro an Firmen im Umkreis von 50km vergeben wurden. Das ist wohl weniger als 76%, aber mehr als 8,47%. Wahrscheinlich, und das glauben wir, ist irgendeine Zahl dazwischen schon richtig. Und das finden wir – insgesamt betrachtet – halb so wild. Nur eines macht uns Sorgen: Wenn wir alle Zahlen zusammenzählen, kommen wir auf insgesamte 68,7 Millionen Euro Baukosten für das Bambados.
Aber wenn wir das jetzt jemandem vorrechnen, versteht man uns ja wieder nicht.
Eines steht allerdings fest: Ende 2011 (oder halt nach Fertigstellung) werden wir auf diesen Artikel verlinken und sagen: Wir haben es schon Anfang 2010 gewusst!
Freitag, 8. Januar 2010
Wie gestern bekannt wurde, hat das Bamberger Müllheizkraftwerk seine Preise gesenkt. Während Hausmüll künftig mit 5 Euro pro Tonne weniger berechnet wird, können sich Gewerbetreibende auf richtige Preisnächlässe ab 2010 freuen: Um 50 Euro werden die Preise gesenkt, so dass die Tonne Gewerbemüll nun nur noch 120 Euro kostet.
Großes Lob für diese Entscheidung hört man vor allem seitens der Kirche, die in der Vergangenheit häufig mit hohen Kosten zu kämpfen hatte. Wie uns das Erzbistum mitteilte, freue man sich über die Preissenkung, denn gerade in Bamberg sollten Traditionen bewahrt werden. Deshalb denke man darüber nach, die Hexenverbrennung wieder einzuführen, denn Bamberg galt lange Zeit als Hochburg der Verfolgung. Die gesenkten Kosten wären natürlich nur ein Vorteil. Die zu erwartende Energiegewinnung, an der die Kirche finanziell beteiligt werden soll, ist ein zweiter, großer Vorteil im Vergleich zum klassischen Scheiterhaufen.
Um die Idee anzukurbeln, denkt die Kirche gleichzeitig darüber nach, Gläubige mit Schuldenerlass zu belohnen, die auf Freunde der schwarzen Magie hinweisen. Entsprechende Formulare werden in der nächsten Ausgabe des Heinrichsblatts abgedruckt.
Sonntag, 27. Dezember 2009
- Es stimmt nicht, dass man in Bamberg als Glücksfee einen Doktortitel braucht.
- Es stimmt nicht, dass 65.000 Euro für ein paar Steinklötze reichen.
- Es stimmt nicht, dass der Stadtrat zur Weihnachtszeit am liebsten “Morgen, Kinder, wird’s was geben!” singt.
- Es stimmt nicht, dass wegen des großen Ansturms im nächsten Jahr Eintrittsgeld zur Christmette im Dom verlangt werden soll.
- Es stimmt nicht, dass Oberbürgermeister Andreas Starke eine “Bob, der Baumeister”-DVD von seinen Stadtratskollegen zu Weihnachten geschenkt bekommen hat.
- Es stimmt nicht, dass die Krippe am Schönleinsplatz künftig als Kindertagesstätte genutzt werden soll.
- Es stimmt nicht, dass das Stadtmarketing für 2010 plant, kleine Kettenbrückenimitate als Christbauschmuck produzieren zu lassen.
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Wie der Studentensprecher der hiesigen Universität heute bekannt gab, senkt die Universität Bamberg ihre Studiengebühren um 100 Euro auf nun nur noch 400 Euro pro Semester. Wir beglückwünschen die Studenten zu diesem Verhandlungserfolg.
Auch aus Holland gingen am heutigen Tag mehrere Glückwunschschreiben ein, verbunden mit der Gewissheit, dass die Studenten diese 100 Euro sicher sinnvoll investieren werden.
Sonntag, 20. Dezember 2009
Viele Besucher kamen am Wochenende zum Künstlermarkt ins Alte Rathaus. Zwischen 12 und 1200 Euro konnte man sich dort sogenannte Last Minute – Geschenke für Weihnachten besorgen. Und die Ausstellungsstücke aus Keramik und Filz, und auch Gemälde und Fotografien fanden begeisterte Käufer. Dennoch blieben einige Exponate nach dem Künstlermarkt noch zurück. Für den, der keine Gelegenheit hatte, die Ausstellung am Wochenende zu besuchen und trotzdem interessiert an künstlerischen Werken ist, haben wir hier noch einmal einige Kunstwerke aufgelistet, die für den Verkauf (unter dem Ladentisch versteht sich) zur Verfügung stehen. Die Preise zu den jeweiligen Exponaten sind schon drastisch reduziert und wer sich zum Kauf von zwei Ausstellungsstücken überwinden kann, bekommt noch einen Glühweingutschein vom Weihnachtsmarkt obendrauf. Interessierte wenden sich bitte an die Museen der Stadt Bamberg.

Eine Bleistiftzeichnung des bekannten Stegauracher Künstlers Martin Reinfelder (Maße: 20cm x 20cm) zum Vorzugspreis von 950 Euro.

Eine Pocket-Fotografie aus den 70er Jahren des Oberhaider Fotografen Schorsch Dotterweich mit dem Titel "Moderne Kommunikation in Grün" zum Preis von 1033 Euro (Maße: 13cm x 18 cm)

Ein süßer Filzschmetterling von der 8-jährigen Chantal-Theres Aumüller aus Gefrees für nur 777 Euro.

Eine Keramik des tolpatschigen Töpfers Quirin Meier aus Trunstadt zum Mängelexemplarpreis
von 403,20 Euro

Ein Originalgemälde (Öl auf Holz) eines unbekannten Künstlers zum Schnäppchenpreis von 2,99 Euro
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Jeder mathematisch mittelmäßig gebildete Bundesbürger weiß: Je ungerader oder größer Zahlen werden, desto schwieriger wird es für Schüler, sich diese Zahlen zu merken, sich darunter etwas vorzustellen oder damit zu rechnen. Deshalb strebt das für Bildung zuständige Schulverwaltungsamt nun eine Veränderung im Lehrplan an, die als “Bamberger Reform” vielleicht auch landesweit eingeführt werden soll. Wir wollen Ihnen hier nun einen kurzen Überblick über die Veränderungen geben:
Neue Einheiten für Geld:
Was für Längen- und Flächenmaße schon seit jeher völlig normal und alltäglich ist (Millimeter, Zentimeter, Meter / Quadratmeter, Hektar, ..), soll nun auch für Geld eingeführt werden. Um die Vorstellung der abstrakten Bezeichnungenzu erleichtern, orientiere man sich an tatsächlichen Größen:
- Stuhl
Die Einheit “Stuhl” steht ab sofort für 1582,00 Euro. “23 Stuhl” bedeutet also umgerechnet einen Wert von 36386,00 Euro.
- Tisch
Die Einheit “Tisch” steht für 61.614,00 Euro. “5 Tisch” sind demnach 308.075 Euro.
- Rampenabriss
Die Einheit “Rampenabriss” steht für 50.000 Euro. “4 Rampenabriss” sind demnach 200.000 Euro.
Man diskutierte ebenfalls die Einheit “Tscherners Rampenabriss”, hätte dann aber 37.500 Euro, also eine unschöne Zahl ansetzen müssen.
- Kettenbrücke
Bei der Einheit “Kettenbrücke” diskutiert man noch über den Eurobetrag. Zwischen 6.000.000 und 14.500.000 Euro stehen zur Debatte. Man will hier zunächst noch abwarten.
- Landesgartenschau
Jeder Mathematikschüler kämpft in seiner Schullaufbahn auch mindestens einmal mit dem Begriff der Unendlichkeit. Um auch diese mathematische Größe greifbar zu machen, wird “Unendlich”, also die gekippte 8, durch das Kürzel LGS ersetzt.
Zum Schluss noch zum Einüben des Neugelernten eine einfache, kleine Textaufgabe:
Wenn man einen Tisch bestellt und 23 Stühle dazu kauft und gleichzeitig vom Schwager des Lieferanten die Rampen abreißen lässt, wieviel kostet dann am Ende die Landesgartenschau? Begründen Sie Ihre Antwort mit den wahrscheinlichen Kosten für die Kettenbrücke.
Man diskutiert bereits jetzt auch über die Einführung von eigenen Zeiteinheiten:
“Schleusenhausabriss” (~ 1 Tag), “Sanierung Sitzungssaal” (~ 2 Monate), “Löwenbrückenneubau” (~ 3 Jahre), “Kündigungsfrist Baureferent” (~ 5 Jahre) und “Voraussichtliche Amtszeit Oberbürgermeister” (~ 6 Jahre), “Geduld des Stadtrats” (Noch nicht definiert)
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