Empörung im Bamberger Stadtteil Gaustadt. Wie man den Bewohnern des LGS-Viertels mitteilte, werden die Baumaßnahmen noch bis Mitte Dezember andauern. Wir wollten wissen, ob es tatsächlich wegen der andauernden Regenfälle zu dieser Verzögerung kommt und machten uns auf den Weg ins Rathaus, um Infos aus erster Hand zu bekommen. Doch man verwehrte uns den Zutritt. Wieder in unserer Redaktion angekommen, fanden wir ein anonymes Kuvert in unserem Briefkasten. Darin enthalten eine Kopie eines Schreibens der Baufirma an die Stadt. Wir haben festgestellt, dass die örtliche Tagespresse mit Ihrer Angabe “Fertigstellung bis Mitte Dezember” durchaus korrekt berichtet hat, allerdings hat das Organ ganz geschickt die Jahreszahl verschwiegen.
Auf dem beiliegendem Zettel stand, dass man den Bewohnern Gaustadts insofern entgegen kommen möchte, in dem man Ihnen kostenfreien Verbleib, während der Bauarbeiten, in einen der folgenden Objekte anbietet:
Um auch dem stadtteilansässigen Bäcker zu unterstützen, stiftet die Stadt jedem Gaustadter täglich ein Brötchen, welches persönlich vom Bäckermeister gegen Unterschrift ausgehändigt werden soll.
Zum neuen Semester meldeten sich wieder tausende Studenten an der hiesigen Otto-Friedrich-Universität an, in diesem Jahr so viele wie noch nie. Doch was zunächst wie eine freudige Nachricht klingt, birgt für die Weltkulturerbestadt doch einige Probleme. Vor allem auf dem Wohnungsmarkt herrscht Knappheit. “Himmel sei Dank hatten wirnoch rechtzeitig reagiert”, so die Stadtverwaltung. Um wirklich allen Stundenten Unterkunft zu bieten, möchte man einige städtische Immobilien zu Studentenwohnheimen umfunktionieren. Neben dem alten Hallenbad, wo pro Student eine Liege zur Verfügung steht, können Freunde des Exhibitionismus kleine Areale im Glasfoyer der Konzert- und Kongresshalle anmieten. “Zukunftsorientiert habe man investiert, denn Bamberg sei die führende Bildungsstadt Deutschlands”, heißt es. Etwas außerhalb, aber vor allem finanziell interessant für Studentinnen, die ihr Studium auch finanzieren müssen, liegt das Wohnheim “FKK Germania”. Nähere Auskünfte über diese und weitere Unterbringungsmöglichkeiten erteilt die Stadt Bamberg. Bewerbung mit Bild und Altersangabe bitte an das Oberbürgermeisteramt.
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Zugegeben, selbst haben wir es auch verschlafen. Aber wir gingen insgeheim halt davon aus, dass wir zum einjährigen Senderjubiläum, wenn schon nicht ins Rathaus, aber zumindest in die Stadtratsfraktionen eingeladen werden.
Am 1.10.2009 gingen die RundfunkAnstalten Franken auch online auf Sendung, nachdem es sich bei dieser Medienanstalt bis zu diesem Zeitpunkt um ein reines Live-Format gehandelt hat. Seither haben die beiden Chefredakteure in fast 350 Artikeln aus und über die Weltkulturerbestadt berichtet. Die “Dementis zum Montag” haben sich seither zu wohl einer der beliebtesten Beitragsreihe entwickelt und dürften inzwischen wahrscheinlich mehr Leser als das Heinrichsblatt und das Rathausjournal zusammen zählen.
Viele Steine haben sich uns in den Weg geworfen: Drohungen, Anzeigen, Boykotts. Einzig Bestechungsversuche blieben bisher aus, so dass wir auch in Zukunft weiter ehrlich und offen aus Bamberg berichten müssen und uns noch nicht reich und zufrieden zurücklehnen können.
Hier ein paar Anekdoten aus den vergangenen 12 Monaten:
Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr!
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“Fast hätte man die knapp zwei Millionen Euro für sinnlose Dinge verschwendet”, kommentiert OB Starke die Installation der Flutlichtmasten. Nun soll das Fuchsparkstadion vor allem nachts für Veranstaltungen genutzt werden. Wie zu hören war, richtet die Stadt bereits eine Jahrhundert-Ausstellung zum Thema “Politik unter dem Einfluss von Sport” auf der Rasenfläche des Stadions ein, anschließend möchte man die ersten Weltmeisterschaften im Nacht-Golfen austragen und 2011 dann den ersten Astronomieworkshop für Blinde.
Leider, so teilte uns die Stadtverwaltung mit, müsse man aber auf Grund der Betriebskosten das neue Flutlicht zu diesen Veranstaltungen ausgeschaltet lassen. Man gehe aber trozdem schon jetzt von vielen Besuchern aus, die dann gerne auch die neuen Masten bewundern könnten.
Mit der Entscheidung, auch das Fuchsparkstadion aufzumotzen, folgte die Stadtverwaltung nur konsequent den Plänen, in allen Stadtteilen attraktive Sportstätten einzurichten. Während in Bamberg-Süd brandaktuell die Jako-Stechert-Forum-Arena erworben werden konnte, kann sich nun auch Bamberg-Ost mit dem Fuchsparkstadion sehen lassen. In Bamberg-Nord hatte man im Frühjahr bereits das FKK-Germania als Sportstätte mit überregionalem Einzugsgebiet genehmigt. Nur im Westen Bambergs fehlt es noch an entsprechendem Angebot. Dort plant OB Starke aber bereits die größte Unterwasser-Rugby-Anlage West- und Mitteleuropas.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
lieber Andi!
Na, das ist doch geflutscht wie ein Zäpfchen, oder? – Also ganz ehrlich, wir hätten das nicht geglaubt, dass Dein Plan, die Jako-Arena zu übernehmen, so problemlos vom Stadtrat abgenickt wird. 27:17. Respekt! – Hast halt Deinen Laden im Griff!
Weswegen wir schreiben .. Wir haben da jetzt auch ein Problem. Wie Du vielleicht weißt, treten wir ja seit Anfang des Jahres mit unseren Kabarettprogrammen im ATRIUM am Bahnhof auf, dass nahezu gleichzeitig wie die Jako-Arena Insolvenz angemeldet hat. Wenn es nun ganz blöd läuft, stehen wir schon am 2. Oktober bei “Bamberg vorgeführt” ohne Dach über dem Kopf da. Und was sollen wir dann machen? – Nach Nürnberg gehen? – Ist ja auch doof, schon wegen dem Titel unseres Programms. Und dort kapiert ja auch niemand unsere Witze und man kennt Dich nicht so gut.
Wir haben uns nun Folgendes überlegt: Wenn Du vielleicht nochmal ein bisschen Geld auftreiben würdest, könnten wir damit das ATRIUM kaufen. Beim Stadtrat kriegen wir das dann der Form halber schon auch durch. Dann hat die Stadt neben Stadttheater, Konzerthalle, Blumenshow und Sporthalle endlich auch ein städtisches Einkaufszentrum mit Kultur! Die Frage, die wir dazu hätten, wäre: Dürften wir in dem Fall dann künftig noch Witze über die Stadt machen? Oder müssten wir uns dann eher etwas zusammenreißen? – Das wär nämlich blöd, weil wir ja Kabarett machen.
Ruf uns am besten schnell noch an, denn wir müssten das bis Samstag um 20 Uhr durchkriegen.
Danke und viele Grüße,
Florian und Albert Herrnleben
PS.: In der Jäckstraße könnten wir bald auch das FKK-Germania retten und einen städtischen Puff draus machen. Was meinst? – Der Stadtrat ist bestimmt dabei!
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Leicht hatten es die Stadtoberen Bambergs in den letzten Jahren wahrlich nicht. Gescheiterte Bauvorhaben, knappe Kassen, kleine Skandale (Skandäla, quasi) und viele Peinlichkeiten in vierlei Belangen. Seit gestern ist aber zumindest am Michelsberg die Welt wieder in Ordnung….
Das Licht leuchtet wieder! – Was für eine frohe Botschaft, die von den Stadtwerke gemeldet werden konnte. Seit gestern erstrahlt das Kloster Michelsberg mit seiner Kirche wieder als Wahrzeichen über Bamberg. Zwar wird das Licht auch künftig nur für eine Stunde, also zwischen 22 und 23 Uhr eingeschalten, doch der kleinliche Bamberger hat schnell nachgerechnet: Das ist wenigstens dreimal so lang wie bisher in diesem Jahr. Man sieht: Beschweren kann sich sogar in der Domstadt lohnen!
Gut, auch wir stellen uns die Sinnfrage nach einem Licht, von dem bisher niemand gemerkt hatte, dass es fehlt. Aber das soll nicht Thema dieses Berichts sein. Vielmehr wollen wir in diesem Zusammenhang Bambergs außergewöhnlichste Beleuchtungskonzepte vorstellen:
Nun, vielleicht geht der einen oder anderen Leuchte in Bamberg nun auch bald noch ein weiteres, möglicherweise helleres Licht auf, über das wir dann gerne berichten. Aber eines lehrt uns die Geschichte mit dem Michelsberg auf jeden Fall: Die größten Armleuchter brauchen aus der Sommerpause nicht zurückkommen. Es bestehen Chancen, dass es nicht einmal auffällt.
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