Keine schlechte Idee, von der Fraktion der Freien Wähler, dass mit der “netten Toilette“. Man muss nicht mehr sinnlos mit Harndrang in der Stadt umhertrippeln, bis ein stilles Örtchen gefunden wird, in dem man seine Blase entleeren kann. Nette Geschäftsleute bekommen einfach einen netten Aufkleber auf ihre nette Tür und schon weiß jeder “Ah, hier ist mein Urin willkommen!”.
Es wäre überhaupt praktisch, wenn Läden und Lokale ihre Türen mit weiteren, für den Kunden nützliche, Aufkleber zieren könnten, damit man gleich weiß, wie man dran ist.
Gerade in der Gastronomie könnte man die ständige Fragerei von einfallenden Gästen unterbinden, welche so manche in der Rush-Hour steckende Bedienung nerven und die dementsprechend auch wortlos, pampig oder schreiend reagieren.
Zufriedene Gäste und zufriedenes Servicepersonal, dank der neuen, nützlichen, dekorativen und netten Hinweis-Aufkleber.
Endlich sind sie angekommen, die sündhaft teuren Flutlichtmasten für das Volksparkstadion. Jetzt könnte man endlich jeden einzelnen Pickel der Fußballspieler des 1. FC Eintracht Bamberg aus weiter Ferne betrachten, wenn es da nicht das Problem gäbe, dass es die Konkurs-Mannschaft überhaupt nicht mehr gibt. Jetzt steht man also ratlos vor den auf dem Rasen liegenden Stahltürmen. Wieder zurück geben will man sie aber scheinbar auch nicht. Was also machen mit 120 000 Watt?
Nun denn, irgendetwas Sinnvolles wird den Verantwortlichen schon einfallen. Und falls ihnen doch kein Licht aufgeht, kann man die Flulichter immer noch bei ebay versteigern.
Gestern wurden Zahlen bekannt, die besagen, dass Bamberg die deutschlandweite Spitzenposition bei komatös betrunkenen Jugendlichen einnimmt. So landen hier laut Statistik knapp 1% aller Jugendlichen pro Jahr wegen Alkoholkonsums im Krankenhaus.
Da diese Zielgruppe wegen dem Hauptaugenmerk auf Touristen und Shoppingbegeisterte fast untergegangen zu sein scheint, möchte das Stadtmarketing nun schnell reagieren und hat nahezu über Nacht eine Werbeaktion aus dem Boden gestampft, die Bamberg nicht nur als Touristen- und Einkaufsstadt interessant machen soll: Bockbieranstiche, Junggesellenabschiede, Biertage, Sandkerwa und Partyweekends ziehen ebenso viele Gäste in unsere Stadt, die hier mehr oder weniger unvergessliche Tage verleben können.
“Die Chance, die Bamberg mit dem bereits erreichten Spitzenplatz einnimmt, ist bundesweit einzigartig. Das ist eine gute Grundlage für unsere Arbeit in den kommenden Jahren”, heißt es in einem offiziellen Statement.
Bereits heute wurde das entsprechende Werbeplakat präsentiert:
Schon zum zweiten Mal binnen weniger Jahre möchte die rechtsextreme NPD unserer Stadt einen Besuch abstatten. Der Oberbürgermeister, seine Pressestelle und die Bewohner stehen Kopf. Keiner möchte das braune Geschwader in Bamberg, noch dazu in der Konzerthalle beherbergt wissen. Zugegeben – es gibt wirklich Dinge, die angenehmer als diese ewiggestrigen Kleingeister sind, z.B. ein eitriges Furunkel mitten auf der Stirn, Hämorrhoiden oder auch Genitalherpes. Aber ist es dauerhaft die beste Lösung, die Versammlung in Bamberg unter allen Umständen zu verhindern?
Die Stadt Bamberg finanziert so viele “Kreativabteilungen”: Die Pressestelle, das Stadtmarketing, Theaterintendanten, Chefdirigenten und Skulpturenaufsteller…. Da wird man doch locker noch auf zwei oder drei gute Ideen kommen. Und apropos “kommen”: Dann kommt dieses braune Pack in zwei Jahren bestimmt nicht noch einmal nach Bamberg.
Aus dem Landkreis, genauer gesagt aus Forchheim, wurde uns gemeldet, dass sich der Hauptausschuss mit breiter Mehrheit zum Namen “Königsbad” ausgesprochen hat. Nach monatelangen Diskussionen in der Bevölkerung hatte sich gestern das Gremium mit diesem Thema beschäftigt, so dass nun nur noch die Entscheidung des Stadtrats aussteht, die in ein paar Wochen fallen soll.
Beim großen Bruder Bamberg sieht man die Namensfindung in Forchheim kritisch. Der Titel “Königsbad” erhebe zwar richtige, historische Ansprüche, dennoch versuche man sich, so die Meinung der Bamberger Politiker, durch den gewählten Namen von allen anderen Bädern abzusetzen. Er klinge fast etwas überheblich und provokant.
Bamberg sei ja mit seinem gefundenen Schwimmbadnamen “Bambados” eher bescheiden und erinnere damit nur an das berühmte Flussungeheuer in der Nähe des Hainbads.
Um sich mit dem Namen des Bads wieder deutlich von Forchheim abzuheben, werde man auch in der Weltkulturerbestadt eine erneute Namensdiskussion anstoßen. Bamberg brauche mit seinen Titeln nicht zu geizen. Neuer Favorit des Stadtrats sei ein zweisprachiger Name: Für die Bamberger solle das Bad “Kaisersbad”, für unsere ausländischen Gäste “Kaiser’s Dome” heißen.
Und auch mit der PR für das neue Bad in Bamberg wolle man dem kleinen Nachbarn Forchheim in nichts nachstehen. Deshalb sind Stadtverwaltung sowie Stadtwerke auf der Suche nach finanzkäftigen Sponsoren.
Wir haben uns da etwas überlegt:
Als Namenssponsor könnten wir uns gut “Schlenkerla” vorstellen. “Schlenkerlas Kaiser’s Dome” …. klingt doch irgendwie nett. Und wenn es da dann auch noch einen Rauchbieraufguss in der Sauna gibt, geht doch keiner mehr nach Forchheim.
Am kommenden Wochenende sind die RundfunkAnstalten Franken und Herrnlebens Figurenkabarett zurück: “Live on Stage” zeigen wir im Bootshaus Bamberg am Freitag und am Samstag jeweils um 19:30 Uhr unser Programm “Bamberg auf Sendung”, nach kontroversen Diskussionen in der Domstadt diesmal als Promispecial. Im Eintrittspreis von 19 EUR sind neben Kürbiscremesuppe und Bamberger Zwiebeln auch eine Urkunde enthalten, die unsere Gäste zu “Promis in Bamberg” ernennt. Karten sind per Onlinereservierung über unsere Website oder beim BVD Ticketservice erhältlich.
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