Das Thema “Jako-Arena” beherrscht momentan die Berichterstattung in der Weltkulturerbestadt. Doch in allen Beiträgen zur aktuellen Situation taucht seitens der Stadtspitze immer wieder Wortschaft auf, der der normalen Gunda Bambergs nicht geläufig sein dürfte, weil es sich hierbei um einen sogenanntes “Special vocabulary” handelt, sozusagen einer nicht-öffentlichen Geheimsprache. Wir haben nun recherchiert und möchten unseren Lesern einen kleinen Einblick geben:
- Premium Wenn Bamberger Politiker “Premium” sagen, heißt das so viel wie “Uns fällt nichts besseres ein und wir haben keine andere Wahl.”
- Systemrelevant sind Einrichtungen in Bamberg, mit denen wöchentlich mehr als 1000 potentielle Wähler zu tun haben, mit denen man es sich nicht verscherzen möchte.
- Nicht-öffentlich bedeutet, dass man im Geheimen bespricht, welche Sachverhalte an die Öffentlichkeit dürfen.
- Langfristig und zukunftsorientiert. Wenn ein Bamberger Politiker diese beiden Begriffe in Verbindung mit einem Bauvorhaben erwähnt, heißt das übersetzt so viel wie: Eigentlich war es viel zu teuer und wir können es uns eigentlich nicht leisten, aber auf 40 Jahre gerechnet, geht es einigermaßen.
- Erwartungsgemäße Kostensteigerung bedeutet “Wir haben im Vorfeld vergessen, ein paar Kleinigkeiten zu erwähnen.”
- Sachzwang heißt, man hat sich kurz vorher über’s Ohr hauen lassen.
- Jahreszeitlich bedingter Baustopp bedeutet: Im Frühjahr wird hoffentlich jeder vergessen haben, dass wir dort weiterbauen müssten.
Wenn unsere Leser noch weitere Begrifflichkeiten erklären oder erklärt haben möchten, steht die Kommentarfunktion selbstverständlich zur Verfügung.
Seit dem gestrigen Finanzsenat ist klar: Bamberg möchte sich auch bereit erklären, den Münchnern als Filialstadt bei der Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2018 zur Seite zu stehen. Dank Einsparung bei der Kindertagesstättenförderung von 365.000 Euro und nur 350.000 Euro ungeplanter Mehrausgaben bei der Konzert- und Kongresshalle hätte man bereits in diesem Jahr einen Gewinn von 15.000 Euro erwirtschaften können, der Klimmzüge dieser Art problemlos möglich machen würde. Die Domstadt sei nicht erst seit dem Januar als Winterstadt bekannt, teilte man aus dem Rathaus mit, und so wolle man sich noch in dieser Woche mit den Altbayern aus München in Verbindung setzen. Parteipolitische Probleme zwischen den beiden Oberbürgermeistern gelten ohnehin als unwahrscheinlich.
Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden auch einige Details diskutiert, mit deren Organisation entweder das Stadtmarketing oder Sportmanagementspezialist Jan Vetter beauftragt werden soll:
- Als Eislauffläche wird der Schönleinsplatz genutzt. Einmalig, so ist sich die Stadtspitze einig, wäre das Reiterdenkmal, das in dessen Mitte stehen bleibt.
- Für Abfahrten und Slaloms soll der steile Stephansberg genutzt werden.
- Als Eisschnelllaufbahn könnte der Münchner Ring für ein paar Tage gesperrt werden.
- Um das Volksparkstadion auch überhaupt einmal zu nutzen, könnten dort die Eishockeyspiele stattfinden.
- Als olympisches Dorf soll das Gelände der US-Kaserne genutzt werden. Was? – Da leben noch Soldaten? – Keine Sorge. 2018 nicht mehr.
- Auf dem Maxplatz könnten die Curlingwettbewerbe ausgetragen werden. Im nahegelegenen Rathaus sei man Langatmiges und Rumgeplärre ja gewohnt. Und irgendwie passt es ja auch zum Maxplatz.
- Nur in der Jako-/Stechert-/Stadt Bamberg-Arena kann leider nichts stattfinden. Sie entspricht wieder einmal irgendwelchen Auflagen nicht.
Wie der Finanzsenat gestern auch feststellte, kann die Stadt sogar Gewinn bei der Durchführung der Winterspiele erzielen. Wenn man, wie im vergangenen Winter, einfach auf das Schneeräumen und Streuen von Salz verzichten könnte, würde man jährlich bis zu 400.000 Euro sparen. Und weil man üben muss, um sich 2018 nicht zu blamieren, fängt man bereits jetzt damit an…. Das macht 8 x 400.000 Euro, also 3,2 Millionen Euro. Damit lässt sich doch locker fast noch ein Glasfoyer vor das Glasfoyer bauen.
Aber natürlich gab es auch gestern kritische Stimmen aus verschiedenen Fraktionen zum Thema Olympiabewerbung: Wenn Bamberg etwas mit der Durchführung 2018 zu tun haben sollte, müsste man bereits jetzt darüber nachdenken, die Spiele auf 2028 zu verlegen, damit alles rechtzeitig fertig wird.
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Einen Besuch in der JAKO-Arena kann sich nun bald ein normal Sterblicher wahrlich nicht mehr leisten. Für eine Dauerkarte der Bamberger Basketballmannschaft darf man schon fast ein halbes Monatsgehalt hinblättern und Konzertkarten kann man sich nur noch von der Verwandtschaft auf Weihnachten wünschen, sofern man eine Großfamilie hat und diese zusammenlegt.
Aber daran hat man sich ja schon fast gewöhnt. Doch jetzt verlangen die Betreiber der Halle ab Sonntag auch noch Parkgebühren?
So ist es!
Und deshalb gingen einige Fahrzeughalter, welche regelmäßig den Parkplatz während eines Events nutzen, auf die Barrikaden.
Es hagelte Proteste. “Wieso müssen nur die Autofahrer zahlen?”, “Wir haben doch zusätzlich schon die Benzinkosten!”, “Die anderen werden sogar noch gratis zur Halle geschüttelt.”.
Solche Sätze machten die Verantwortlichen nachdenklich.
Und so beschloß man, dass auch die Unmotorisierten ihren Obolus leisten sollen. Aber wie?
Die Lösung war schnell auf dem Tisch:
Zunächst wird an jedem Arena-Sitzplatz eine Art Parkuhr angebracht.
Die Parkplatzbesetzer bekommen beim Lösen ihrer Parkzeit einen Chip ausgehändigt, welchen sie in der an ihrem Platz vorhandenen Parkuhr einwerfen. Der Autofahrer kann sich nun für die Dauer der Veranstaltung gemütlich zurücklehnen und den Abend genießen.
Die anderen, welche keinen Autostellplatz vor der Halle benötigen, müssen alle 10 Minuten ihre “Sitzuhr” mit fünfzig Cent füttern. Falls man keine Münze nachwirft, ertönt ein akustisches Signal mit einer Lautstärke von 140 dB. Der Vorteil am “Nachwerfen” ist, dass man seine Zeit nicht absitzen muss, z.B. wenn die Bamberger Basketballer mal wieder mit 30 im Rückstand liegen.

Die "Sitzuhren" für die erste Reihe wurden bereits angebracht.
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