Seit dem gestrigen Finanzsenat ist klar: Bamberg möchte sich auch bereit erklären, den Münchnern als Filialstadt bei der Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2018 zur Seite zu stehen. Dank Einsparung bei der Kindertagesstättenförderung von 365.000 Euro und nur 350.000 Euro ungeplanter Mehrausgaben bei der Konzert- und Kongresshalle hätte man bereits in diesem Jahr einen Gewinn von 15.000 Euro erwirtschaften können, der Klimmzüge dieser Art problemlos möglich machen würde. Die Domstadt sei nicht erst seit dem Januar als Winterstadt bekannt, teilte man aus dem Rathaus mit, und so wolle man sich noch in dieser Woche mit den Altbayern aus München in Verbindung setzen. Parteipolitische Probleme zwischen den beiden Oberbürgermeistern gelten ohnehin als unwahrscheinlich.
Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden auch einige Details diskutiert, mit deren Organisation entweder das Stadtmarketing oder Sportmanagementspezialist Jan Vetter beauftragt werden soll:
- Als Eislauffläche wird der Schönleinsplatz genutzt. Einmalig, so ist sich die Stadtspitze einig, wäre das Reiterdenkmal, das in dessen Mitte stehen bleibt.
- Für Abfahrten und Slaloms soll der steile Stephansberg genutzt werden.
- Als Eisschnelllaufbahn könnte der Münchner Ring für ein paar Tage gesperrt werden.
- Um das Volksparkstadion auch überhaupt einmal zu nutzen, könnten dort die Eishockeyspiele stattfinden.
- Als olympisches Dorf soll das Gelände der US-Kaserne genutzt werden. Was? – Da leben noch Soldaten? – Keine Sorge. 2018 nicht mehr.
- Auf dem Maxplatz könnten die Curlingwettbewerbe ausgetragen werden. Im nahegelegenen Rathaus sei man Langatmiges und Rumgeplärre ja gewohnt. Und irgendwie passt es ja auch zum Maxplatz.
- Nur in der Jako-/Stechert-/Stadt Bamberg-Arena kann leider nichts stattfinden. Sie entspricht wieder einmal irgendwelchen Auflagen nicht.
Wie der Finanzsenat gestern auch feststellte, kann die Stadt sogar Gewinn bei der Durchführung der Winterspiele erzielen. Wenn man, wie im vergangenen Winter, einfach auf das Schneeräumen und Streuen von Salz verzichten könnte, würde man jährlich bis zu 400.000 Euro sparen. Und weil man üben muss, um sich 2018 nicht zu blamieren, fängt man bereits jetzt damit an…. Das macht 8 x 400.000 Euro, also 3,2 Millionen Euro. Damit lässt sich doch locker fast noch ein Glasfoyer vor das Glasfoyer bauen.
Aber natürlich gab es auch gestern kritische Stimmen aus verschiedenen Fraktionen zum Thema Olympiabewerbung: Wenn Bamberg etwas mit der Durchführung 2018 zu tun haben sollte, müsste man bereits jetzt darüber nachdenken, die Spiele auf 2028 zu verlegen, damit alles rechtzeitig fertig wird.
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Zum 9. November wurde der Martin-Wiesend-Schule die Finanzierung der privaten Schulbusbeförderung gestrichen. Damit müssen die sprach- und lernbehinderten Kinder von nun an öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um täglich die Schule am Stephansberg zu erreichen. Am heutigen Donnerstag trifft sich deshalb der Elternbeirat mit der Schulleitung zu weiteren Beratungen. Grund für die Streichung dürften nicht, wie zunächst angenommen, die leeren Staatskassen sein. Die Staatsregierung stellte fest, dass Ministerpräsident Stoiber, der einst die kostenlose Beförderung von Sprachbehinderten angeregt hatte, gar nicht mehr im Amt sei. Wegen der Streichung der Fördergelder wird die Bevölkerung Bambergs nun um aktive Mithilfe gebeten:
Wer hilflose Kinder im Stadtgebiet Bambergs herumirren sieht, möchte diese nicht – wie zu vermuten wäre – in die Schule am Stephansberg bringen. Hol- und Bringdienst haben ab sofort das Landratsamt und Dr. Winfried Strauch, der Leiter der Abteilung Gesundheit oder die zuständige Stelle der Regierung in Bayreuth, die diese Erlebnistour für Kinder zu verantworten haben. Es wird in diesem Zusammenhang bereits überlegt, eine Zweigstelle der Schule in der Polizeidirektion einzurichten, da dort auch mit einem gewissen Zulauf zu rechnen ist.
Beruhigend ist allerdings, dass diese Regelung wahrscheinlich nur übergansweise gilt. Ab Mai soll die kostenlose Beförderung von Sprachbehinderten zum und vom Stephansberg wieder eingeführt werden, so das Bestreben der Verantwortlichen. Gleichzeitig sollen die Schulzeiten mit den Öffnungszeiten der naheliegende Bierkeller in Einklang gebracht werden. Diese neue, erweiterte Beförderungsregelung gilt dann für die Kinder der Schule sowie Politiker.
In Abwesenheit des Oberbürgermeisters, der auf eigene Kosten die Symphoniker begleitet (Die RAF berichteten), entschied der Aufsichtsrat der Stadtwerke, die Tunnelanlage unter dem Bahnhof auszubauen. Zunächst soll sie in Richtung Osten erweitert und anschließend im Westen an das Katakombensystem Bambergs angeschlossen werden. Man verspricht sich vom Ausbau viele praktische Vorteile: Endlich ist es auch den Bewohnern aus Bamberg-Ost möglich, den Bahnhof zu nutzen und das permanent wegen vieler Bahnfahrer völlig überfüllte ATRIUM-Parkhaus erfährt endlich Entlastung durch ein weiteres Parkhaus auf der anderen Seite des Bahnhofs. Das ATRIUM fühlte sich in jüngster Vergangenheit durch diese “Fremdparker” ohnehin in seiner Ruhe gestört und plante bereits einen direkten Weg zwischen Bahnhof und Parkhaus außerhalb der Mall. Der entscheidende Vorteil liegt aber darin, dass man sich die Aufhübschung der Luitpoldstraße und des Bahnhofsvorplatzes sparen kann. Bahnreisenden Touristen wird es nämlich möglich sein, per Tunnel sogar bis zum Stephansberg vorzudringen. Bereits im Frühjahr soll mit dem Ausbau begonnen werden. Da aber auch die Interessen der Deutschen Bahn bei diesem Projekt berücktsichtigt werden müssen, ist bei der Realisierung mit Verzögerungen von 5 bis 10 Minuten zu rechnen.
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