Posts Tagged ‘Straße’
Donnerstag, 13. Mai 2010

Bamberg - Bald ganz wie beim großen Vorbild?
Bamberg hat ein weiteres Highlight. Neben Dom, altem Rathaus und vielen anderen Sehenswürdigkeiten gehört nun auch das Straßennetz der Domstadt offiziell zum erhaltenswerten Weltkulturerbe. Wie im vergangenen Bausenat beschlossen, dürfen ab sofort keine Arbeiten mehr an öffentlichen Straßen und Wegen des Inselgebiets durchgeführt werden. Die Straßen, die sich dank des frostigen Winters im Zustand des Jahres 1850 befinden, sollen ein authentisches Bamberg-Bild des 19. Jahrhunderts vermitteln. Großes Lob für diese Entscheidung kam aus allen Fraktionen, denn sie sorgt im Unterschied zu sonstigen Denkmalmaßnahmen für jährliche Kosteneinsparungen von rund 5 Millionen Euro, die die Stadt gut für prestigträchtige Bauvorhaben nutzen kann. Doch die aktuelle Entscheidung ist nur der erste Schritt. Man hofft, dass sich die Straßen langfristig noch in den Zustand des Jahres 100 n. Chr. zurückversetzen lassen können, um dem Anspruch eines “Fränkischen Roms” auch wirklich gerecht zu werden.
Montag, 10. Mai 2010
In den vergangenen Wochen konnte man auch in Bamberg häufig das “Kamera-Auto” des Internetkonzerns sehen, dass für seinen Kartendienst GoogleMaps Straßen und Häuser in Städten und Dörfern fotografiert. Wie die Freien Wähler mitteilten, haben sie deshalb eine Anfrage an die Stadt und OB Starke gestellt, ob sie bereits im Vorfeld informiert worden waren, ob Bürger bei Einsprüchen gegen das Abfotografieren des eigenen Hauses unterstützt werden und ob Kosten auf die Stadt zukommen würden. Die Antwort der Stadtverwaltung war überraschend:
Man stehe in direktem und engem Kontakt mit der Firma Google und konnte deshalb erreichen, dass vorerst keine Bilder aus der Weltkulturerbestadt veröffentlicht werden. Man möchte zunächst den Abschluss aller Bauarbeiten in Bamberg abwarten. Nach einer anschließenden, erneuten Fotorunde sollen alle Bilder durch die Stadt gesichtet und einzeln freigegeben werden. Man möchte hierbei auch entscheiden, ob für bestimmte Stellen die alten oder die neuen Bilder verwendet werden sollen, denn bekanntlich gibt es Orte in Bamberg, die inzwischen oder bald nicht mehr “weltkulturerbekompatibel” sind. Ob wegen des Bereichs um die Geyerwörthstraße, wegen des Haingebiets mit seinen geplanten Wohncontainern mit dem Charme eines Atomkraftwerks oder auf Grund des Maxplatzes, man möchte durch die weltweite Bildveröffentlichung auf keinen Fall schlafende Hunde bei der UNESCO wecken und dadurch den Weltkulturerbestatus riskieren. Für besonders kritische Fälle würde man alte Postkarten der Jahrhundertwende um 1900 bei Google einreichen, die dann miteingearbeitet werden sollen.
Großen Widerspruch erntete diese Idee vom BR-Stadtrat Stieringer: Bamberg sei kein Museum, sondern eine Einkaufsstadt. Und das müsse aus den Bildern eindeutig hervorgehen. Außerdem hatte er sich sehr engagiert darum bemüht, auf möglichst vielen Fotos selbst mit einem “Nächster Parkplatz – HIER”-Schild in der Hand abgelichtet zu werden. Doch die Pressestelle der Stadt beruhigt: Bis Google die Freigabe durch Bamberg zur Veröffentlichung der Bilder erhält, ist sogar die Tiefgarage am Schönleinsplatz fertig.
Montag, 10. Mai 2010
- Es stimmt nicht, dass Teile des Stadtrats am Freitag irritiert am Schönleinsplatz standen, um dort eine Tiefgarage zu eröffnen.
- Es stimmt nicht, dass die Forchheimer Straße in Strullendorfer Ring umbenannt werden soll.
- Es stimmt nicht, dass die FDP-Fraktion bald Kurse zum Ausfüllen von HartzIV-Anträgen abietet.
- Es stimmt nicht, dass der Baureferent dank seiner “Herumruder-Kenntnisse” beim Prominentenrennen des Faltbootclubs den vierten Platz belegen konnte.
- Es stimmt nicht, dass die Stadtwerke mit ihren Stadtbussen nun auch “Fahrten ins Blaue” anbieten.
- Es stimmt nicht, dass für Stadtrats- und Senatssitzungen keine Protokollpflicht herrscht.
- Aber: Es stimmt, dass zwei Personen um die 40 am Schönleinsplatz für ihre schwule Mutti Gänseblümchen gepflückt haben.
Sonntag, 18. April 2010
- Es stimmt nicht, dass sich zwei Stadtoberhäupter durch Bekochen der High-Society ein kleines Zubrot verdienen wollen.
- Es stimmt nicht, dass in den Sommermonaten ein lückenloser Bauzaun um Bamberg stehen wird.
- Es stimmt nicht, dass es Überlegungen gibt, die Landesgartenschau auf die Böhmerwiese zu verlegen.
- Es stimmt nicht, dass Bambergs Überflieger ganz schön verstaubt sind.
- Es stimmt nicht, dass der Bereich um die Lange Straße in “Bamberg Brongs” umbenannt werden soll.
- Es stimmt nicht, dass nun bald auch Führungen über den Wilhelmsplatz angeboten werden.
- Es stimmt nicht, dass die Herzog-Max-Straße künftig den Namen “Trabi-Highway” tragen soll.
- Es stimmt nicht, dass die Stadt bekannt gegeben hat, dass sich die Fertigstellung der Kettenbrücke wegen des Vulkanstaubs um weitere zwei Monate verzögert.
Dienstag, 2. März 2010
Was für Autofahrer durchaus ärgerlich ist, könnte nun zum Highlight Bambergs werden. Wie das Stadttheater, besser bekannt als E.T.A-Hoffmann-Theater, heute ankündigte, plant man eine Inszenierung passend zur Situation in der Domstadt. Weil durch den langanhaltenden Frost viele Straßen in Bamberg schwer beschädigt und von Schlaglöchern übersäht sind, möchte der Indendant des Theaters nun aus der Not eine Tugend machen und schreibt an einem neuen Fragment. Das Stück, das in der Kraterlandschaft eines fremden Planeten spielt, soll auf den Straßen Bambergs aufgeführt werden. Dafür wird für die Aufführungszeit der Bereich zwischen Augusten- und Hainstraße komplett für den Verkehr gesperrt. Die Zuschauer, die, so die Hoffnung der Theaterleitung, zu tausenden die Gehsteige säumen könnten, kämen somit erstmals und endlich in eine Art ganzheitlichen Theatergenuss, bei dem sie sich noch mehr mitten im Geschehen fühlen dürfen.
Die Stadt Bamberg begrüßt diese Idee, denn als groben Premierenzeitpunkt gab das Theater den Spätherbst an. Somit müsste mit den Straßenbauarbeiten frühestens in einem Jahr begonnen werden.
Donnerstag, 28. Januar 2010
In der vergangenen Nacht hielt ein Rohrbruch in der Nürnberger Straße die Feuerwehr in Atem. Teilweise stand das Wasser einen halben Meter auf der Straße. Inzwischen konnten die Einsatzkräfte aber Entwarnung geben, denn der Verkehr fließt aktuell wieder fast normal.
Über die Ursache wurde bis zum heutigen Nachmittag spekuliert. Während ein infranken.de-Leser eine Aktion des Stadtmarketings hinter diesem Vorfall vermutete (wir erinnern uns an die Überflutung des Maxplatzes vor einigen Jahren und der daraus resultierenden Eisfläche), sahen viele Spezialisten die Ursache zunächst bei den arktischen Temperaturen. Doch vor einigen Minuten ging bei uns ein Bekennerschreiben der BBB (Bamberger Bombn Bagaasch) ein. In diesem Brief gibt Bambergs am meisten gefürchtete Terrororganisation bekannt, dass sie mit dem Anschlag auf den Sittenverfall in diesem Straßenzug aufmerksam machen wollte. Verantwortlich dafür machen sie die Stadt mit ihrem Oberhaupt.
Die Presseabteilung gab auf Nachfrage bekannt, dass man sich erst um die Nürnberger Straße kümmern würde, wenn jemandem das Wasser bis zum Hals steht. Ansonsten wollte man keine weiteren Auskünfte erteilen, um sich nicht auf’s Glatteis führen zu lassen.
Samstag, 9. Januar 2010
Als im Jahre 2000 in der Forchheimer Straße eine Multifunktionshalle für Sportevents, Konzerte und Messen eröffnet wurde, gab man ihr den Namen Forum. Vor vier Jahren hat sich ein zugkräftiger Werbepartner aus dem Bereich Sportbekleidung gefunden und das Forum wurde kurzerhand in JAKO-Arena umgetauft. Doch kaum hat man sich an diesen Namen gewöhnt, steigt der Sponsor aus. Bis Juni noch soll die Halle den Schriftzug des Geldgebers tragen. Und dann?
Ob sich vielleicht die Hochtief-Gesellschaft dazu hinreißen lässt, nachdem schon die Betreiberoptionen flach vielen? Mit dem Namen könnte sich auf jedenfall die Basketballmannschaft gut identifizieren.
Oder biedert sich eventuell die Bäckerei Gramms an, nachdem sie schon beim ehemaligen Volksparkstadion den Kürzen zog?
Vielleicht wäre ein ortsansässiger Sponsor tatsächlich die beste Lösung. Jemanden, mit dem die Hallenbesucher auch etwas anfangen können. Einer aus dem Volk. Einer von uns.
Wir hätten da schon mal folgende Vorschläge:
- Metzgerei Kalbs Schlachtschüssel
- Schlenkerlas Schweiß-Schwemm’
- Nickles Bürstenkammer
- Dr. Schellerers Krankenhölle
- Seels Rundstück-Blech
- Kochlöffels Fast-Foot-Forum
- Kaspar Schulz’ Hexenkessel
- Spezial-Spielplatz
- Dr. Pfleger-Pfuhl

Auch dies wäre ein Vorschlag unsererseits.
Donnerstag, 7. Januar 2010
Soeben erreichte uns die Meldung, dass in der Stadt Bamberg die Streusalzvorräte angesichts des anhaltenden Winters knapp werden. Deshalb bitten die Stadt sowie die EBB um Materialspenden in Form von Salz, um wenigstens auf den Straßen und Plätze der Dringlichkeitsstufe 1 ausreichend streuen zu können.
Nach den momentanen Berechnungen der Experten reichen die städtischen Reserven nur noch für den Maxplatz und dessen Zufahrtswege zum Rathaus. Die Bevölkerung Bambergs wird deshalb gebeten, ihre Spenden selbst vorrangig auf dem Berliner und dem Münchner Ring zu verteilen. Für katholische Kirchgänger stellt das Erzbistum am kommenden Wochenende Schneeschuhe, Eispickel und Seile am Fuße des Dom-, Kaul- und Michelsberg zur Verfügung.
Die Stadt bedauert den aktuellen Zustand, möchte aber gleichzeitig zu bedenken geben, dass im Dezember und Januar nicht mit einem derartigen Wintereinbruch gerechnet werden konnte. Sollten manche Straßen oder Brücken gar nicht mehr begeh- oder befahrbar sein, werden diese gesperrt.
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Seit Jahren ignoriert der Bamberger Stadtrat die Feinstaubproblematik in der Stadt, denn laut GAL sind in Bamberg 13 Straßen übermäßig belastet. Dort soll nun dem Oberbürgermeister mittels weißer Tücher signalisiert werden, wie schwerwiegend die Belastung in diesen Straßenzügen ist.
Doch wie uns inzwischen aus Insiderkreisen mitgeteilt wurde, handelt es sich dabei nur um das kleinere Problem. Denn gerade dort, wo eigentlich kaum Autos unterwegs sein dürften, scheint Bambergs Staubbelastung am größten. Bereits in den letzten Monaten wurde im Innenstadtbereich, hauptsächlich in der Fußgängergängerzone, eine Vielzahl von Tests durchgeführt. Als Zentrum der Staubigkeit konnte der Sitzungssaal im neuen Rathaus ausgemacht werden, wo man ebenfalls ein weißes Tuch aufgehängt hatte. Hier das Ergebnis nach vier Wochen:

Dienstag, 24. November 2009
Am vergangenen Freitag tagte in München der Landesdenkmalrat und bestätigte, dass durch den Umbau der Erba-Insel zur LGS2012 der Status des Industriedenkmals nicht gefährdet sein dürfte. Bambergs Gartenlobbyisten dürften deshalb aufatmen, denn einige Gebäude und Hallen waren bereits vor der Sitzung abgerissen worden.
Dieses gewiefte Vorgehen ruft alte Freunde der City-Passage auf den Plan, deren Idee auf Niederriss aller Gebäude zwischen Langer Straße und Franz-Ludwig-Straße auch am Landesdenkmalrat gescheitert ist. Sparkassenchef Gottschall, Landrat Dr. Günther Denzler und OB Andreas Starke sind sich einig: Trotz alle Widerstände stellen selbst Bedenken seitens der Denkmalpflege keine wirklichen Hindernisse dar. Wenn die Abrissbirne erst einmal zugeschlagen hat, kann man sich hinterher problemlos noch auf den einen oder anderen Kompromiss einlassen. Die jüdische Mikwe, so die Passagen-Befürworter, könnte zubetoniert werden und damit auch der Nachwelt unverändert erhalten bleiben. Die abgerissenen Gebäude werden in Containern aufbewahrt und könnten notfalls gerne wieder irgendwo aufgestellt werden, so die Verfechter. Alle hiesigen Gegner erhalten ein Sparkassenkonto und den Landesdenkmalrat bekommt man nachträglich sicherlich umgestimmt, denn Geld dürfte bei diesem ohnehin schon millionenschweren Projekt die kleinste Rolle spielen.
Einzig das Parkplatzproblem scheint ungelöst. Aber auch hier gibt es bereits Ideen: Für die paar Entscheider in Bamberg reicht auch ein Baucontainer auf dem Erba-Gelände. Ohne Parkplatznot, ohne Verkehrschaos vor Beginn des Arbeitstages und natürlich dort, wo alles grünt und blüht. Und das neue Rathaus, das kann weg und wir haben endlich einen Parkplatz mitten in der Innenstadt!
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